Bei Familie Hauser wird Gastfreundschaft groß geschrieben – in ihrem Dorfgasthaus fühlt man sich schon in fünfter Generation wohl. Plus: Ihr Familien-Rezept für Zillertaler Ofenleber.

Der Wirt

Ein alteingesessenes Dorfwirtshaus mit eigener Metzgerei, was will man mehr? Da Neschta, wie die Zillertaler ihr Gasthaus am Dorfplatz nennen, ist ein Wirtshaus, wie es wohl jeder gern um die Ecke hätte. Gemütlich und freundlich, schön und gut. Seit 1840 ist das Bauern- und Gasthaus in Familienbesitz, seit vier Jahren ist Georg Hauser junior Küchenchef und Hausherr in fünfter Generation.

„Die Familie kann gut miteinander“, erzählt er. „Der Onkel führt die Landwirtschaft, die Eltern helfen im Gasthaus, und meine Schwester Ursula schupft das Büro.“ Für den heute 35-Jährigen war immer klar, dass er das Wirtshaus früher oder später übernehmen wird.

Nach der Metzgerlehre lernte er auch das Kochhandwerk und ging zunächst auf Reisen. Wieder daheim, empfand er die Tradition des Familienbetriebs nie als Bürde, sondern als Bereicherung: „Ich weiß, wo meine Wurzeln sind, und da fühl ich mich wohl. Ich hab aber auch keine Angst, etwas anders zu machen.“

Die Räumlichkeiten

Die Übergabe des Betriebs verlief reibungslos, blieb aber nicht ohne Wirkung. Georg Hauser: „Ich habe das Haus aus dem 16. Jahrhundert behutsam renoviert und das ganze alte Gebälk freigelegt. Es ist jetzt eine lässige Mischung aus Alt und Neu, mit klaren Strukturen, aber nicht kühl.“

Die Spezialität

Zillertaler Ofenleber (Bild: Eisenhut & Mayer)

In der Stube sitzen sonntags Kirchgänger und -schwänzer zusammen, im Ladenstüberl genießt man Klassiker und Bodenständiges, und im nostalgischen Ladal werden Speck, Rosmarin-Hirschwürste, Lammwurzen und Ofenleber feilgeboten.

In der Metzgerei wird noch selbst geschlachtet, die Tiere kommen aus heimischer Zucht und Jagd. Das garantiert Qualität und Frische – beste Voraussetzungen für die Ofenleber. Der traditionelle faschierte Braten wurde einst zwischen Nudelsuppe und Kalbsbraten auf Hochzeiten serviert. Fast jedes Haus im Zillertal hat dafür sein eigenes Rezept.

In Georgs Familie wird seit seiner frühen Kindheit über den Leberanteil im Braten debattiert. „Die Zillertaler Ofenleber war immer ein Riesenthema, der Oma hat’s niemand recht gemacht. Der Papa hat bis zum Gehtnichtmehr mit ihr über die Lebermenge diskutiert.“ Georgs Rezept enthält weniger Leber als das von der Oma: „Aber mir schmeckt’s so und den Gästen auch.“

Infos


Gasthaus Nester im Zillertal
Dorf 24
A-6275 Stumm, Zillertal
Tel.: +43/5283/22 64
www.nester.at

Küche: heimisch-regional

Preiskategorie: mittel

Ausstattung:

  • eigene Metzgerei
  • mehrere Gasträume
  • Gastgarten
  • sonntags geöffnet
  • Feiern jeglicher Art bis zu 80 Personen
  • Freiluftbar
  • Übernachtungsmöglichkeit in Appartements

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Dienstag 11:30 – 13:30 Uhr und 17:30 – 21 Uhr, Mittwoch: Ruhetag

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