Rhabarber ist das erste frische Gem├╝se des Fr├╝hlings. Das ist aber nicht das einzige Bemerkenswerte an den sauren Stangen, die meistens zuckers├╝├č gegessen werden.

Die Ernte der saftigen Stangen beginnt Anfang April. Der fr├╝he Rhabarber ist bek├Âmmlicher, ├╝ber die Saison steigt der Oxals├Ąuregehalt an und erreicht seinen H├Âchstwert im Juni. Die Stiele werden dann holzig und z├Ąh. Deshalb ist traditionell am Johannistag (24. Juni) Schluss mit Rhabarber.

  • Familie: Kn├Âterichgew├Ąchse (Polygonaceae)
  • Sorten: Die Rhabarbersorten unterscheiden sich in Wuchsl├Ąnge, Dicke und Farbe, am wenigsten aber im Geschmack. Der rotschalige und rotfleischige Rhabarber ist der mildeste und s├╝├česte, obwohl man beim hohen S├Ąuregehalt generell kaum von ÔÇ×S├╝├čeÔÇť sprechen kann. Hierzulande ist rotschaliger und gr├╝nfleischiger am gel├Ąufigsten.
  • Vorkultur: Wer im Februar den Rhabarber antreibt, erntet bis zu vier Wochen fr├╝her. Mitte Februar werden dazu Treibt├Âpfe aus Ton samt Deckel ├╝ber die Knospen gest├╝lpt. Sie sorgen f├╝r ausreichend W├Ąrme, darunter wachsen bleiche, milder schmeckende Blattstiele. Sobald diese oben ansto├čen, wird der Deckel abgenommen.
Rhabarber antreiben (Bild: Mauritius Images)
  • Pflanzung: Rhabarber wird im Fr├╝hjahr und Herbst gesetzt – gerade so tief, dass die Triebknospen noch sichtbar sind. Pflanzenabstand: 80 bis 100 cm. Im Herbst gro├čz├╝gig mit Kompost oder Mist d├╝ngen. Er sollte nur etwa acht Jahre am selben Platz bleiben und dann verj├╝ngt werden (ausgraben, teilen und neu pflanzen).
  • Standort: am besten an einem sonnigen Platz oder im lichten Halbschatten. Die winterharte Pflanze braucht n├Ąhrstoff┬şreiche, eher lehmige und gut mit Wasser versorgte B├Âden. Er w├Ąchst gern in der N├Ąhe des Komposthaufens und kommt mit wenig Pflege aus. Im Mai die Bl├╝tenst├Ąnde entfernen, sie kosten der Pflanze zu viel Kraft. Im Sommer braucht das Gem├╝se viel Wasser, aber keine Staun├Ąsse ÔÇô und nach der Ernte ordentlich D├╝nger.
  • Gute Nachbarn: Erbsen, Bohnen, Kopfsalat, Spinat, Kohl und Kohlrabi.
  • Reife: Reif zum Ernten sind die Stangen, wenn sie nicht mehr l├Ąngs gerillt, sondern glattschalig sind.
  • Ernte: ab dem zweiten Jahr, von April bis Juni. Stangen nicht abschneiden, sondern knapp ├╝ber dem Boden ab┬şdrehen.
  • Erntestopp: Ab der Sommersonnenwende bzw. Johanni (24. Juni) wird nicht mehr geerntet. Das hat nicht nur Tradition, sondern auch einen guten Grund: Jetzt kann die Pflanze Reserven f├╝rs kommende Jahr sammeln. Von da an enthalten die Stiele auch mehr Oxals├Ąure, die f├╝r Menschen mit Gallen┬ş oder Nierenproblemen heikel ist.

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Servus-Tipp: Zumeist werden die rohen Rhabarberstangen vor der Weiterverarbeitung gesch├Ąlt. Nur bei ganz frischen oder gebleichten Stielen, die im Bauerngarten lange Tradition haben, kann man sich das manchmal sparen. Diese sind sehr zart und mild im Geschmack und entstehen, wenn man im fr├╝hen Fr├╝hjahr Tont├Âpfe ├╝ber die Pflanzen st├╝lpt.

Sind die Kirschen rot, ist der Rhabarber tot.

Bauernregel
Frischer Rhabarber im Drahtkorb (Bild: Mauritius Images)

So bleibt Rhabarber l├Ąnger frisch: Frischer Rhabarber ist ÔÇô eingeschlagen in ein feuchtes Tuch ÔÇô im K├╝hlschrank einige Tage haltbar. Nicht neben Fr├╝chten aufbewahren, die Ethylen abgeben (├äpfel, Bananen, Paradeiser). Aufgeschnitten oder als Kompott kann Rhabarber eingefroren werden.