Zur Feier des längsten Tages im Jahr am 21. Juni werden im Alpenraum zahlreiche Feuer entzündet.

Das Entzünden eines mächtigen Feuers in den Nächten rund um die Sommersonnenwende bzw. den Johannistag gehört wohl zu den ältesten noch lebendigen Bräuchen. Warum man allerdings bereits in vorchristlicher Zeit auf die Idee kam, ausgerechnet die sowieso schon hellste Zeit des Jahres auch noch durch Flammen erstrahlen zu lassen, liegt paradoxerweise im Dunkeln. Doch beim Blick in die Glut kann man leicht verstehen, weshalb sich der Volksglaube entwickelte, dass das Johannisfeuer Dämonen, Krankheiten, Missernten und Hagel abwehren könnte. Der uralte Brauch soll auch Wachstum und Fruchtbarkeit auf Wiesen und Felder „anfeuern“.

Sprung übers Feuer

Verliebte Pärchen sollten beim Sonnwendfeuer übrigens ihren gesamten Mut aufbringen und gemeinsam – Hand in Hand – über das Feuer springen. Angeblich schweißt dieser Sprung zusammen und bringt Glück in der Beziehung. Ein weiterer Glaube ist, dass zu dieser Zeit gesammelte Heilkräuter stärker wirken. So sollte man jetzt Johanniskraut pflücken und einlegen. Es wird einem in der dunklen Jahreszeit das Gemüt erhellen oder als Johanniskrautöl bei Verbrennungen und Ausschlag helfen.

Sunnwend Rachn