Der belebende Waldmeister ist berĂŒhmt fĂŒr sein wĂŒrzig-sĂŒĂŸliches Aroma, das gut zu Bier und Bowle passt. Er eignet sich aber auch wunderbar als Mottenschutz und wird in der Naturheilkunde gern verwendet.

FĂŒr alle, die den Maiwein bzw. die Maibowle genießen wollen, ist ab Ende April die rechte Zeit, um nach dem Waldmeister (Galium odoratum) Ausschau zu halten. Freilich kann man das Kraut mit dem intensiv-sĂŒĂŸlichen Geschmack auch an schattigen Platzerln im Garten ansiedeln.

Servus-Tipp: StoffsĂ€ckchen mit getrocknetem Waldmeister leisten im WĂ€scheschrank gute Dienste als vorbeugende Maßnahme gegen Kleidermotten.

Der Maitrank soll belebend, herzstĂ€rkend und verdauungsfördernd sein. Mit seiner krampflösenden Wirkung und seinen Cumarinen, die so gut nach frischem Heu duften, versetzt uns der Waldmeister in Hochstimmung, sodass wir uns angenehm wohlig fĂŒhlen.

In der Volksmedizin schĂ€tzt man den harntreibenden Waldmeistertee bei Schlaflosigkeit und MigrĂ€ne. Aber Vorsicht: Wer zu viel erwischt, bekommt einen fĂŒrchterlichen BrummschĂ€del. Ein, zwei Tassen Waldmeistertee pro Tag fĂŒr zwei Wochen reichen fĂŒr die ideale FrĂŒhjahrskur – sie reinigt Blut und Leber und wirkt stĂ€rkend. Den Waldmeister kann man aber auch wunderbar in Form von Duftkissen nutzen.

Waldmeister-BlĂŒte (Bild: Pixabay)
  • Familie: RötegewĂ€chse (Rubiaceae)
  • Aussaat: im November, da die Pflanze ein Frostkeimer ist.
  • BlĂŒte: weiße BlĂŒtenstĂ€nde mit Honigduft, von April bis Juni.
  • Wuchs: 20 cm, BlĂŒtenstaude, treibt AuslĂ€ufer und bildet BlĂŒtenteppiche.
  • Standort: Waldmeister findet man – oft in großen Kolonien – auf Waldböden, vorzugsweise in BuchenwĂ€ldern, auf nĂ€hrstoffreichen, basischen Lehm­böden und im lichten Baumschatten. Er ist auch ein idealer blĂŒhender Bodendecker fĂŒr halbschattige Gartenecken, etwa unter Gehölzen.
  • Boden: kĂŒhl, locker, humusreich. Der Boden sollte gut mit Wasser versorgt sein, bei Trockenheit gehört Waldmeister gegossen.
  • Ernte: am besten kurz vor oder zu Beginn der BlĂŒtezeit.
  • Anbau im Topf: So wie man es auch mit den ĂŒblichen KĂŒchenkrĂ€utern macht, kann man auch Waldmeister im Topf ziehen. Vorausgesetzt man stellt ihn an einen schattigen Platz und hĂ€lt die Erde immer etwas feucht. Die Erde soll­te zudem humos und kalkhaltig sein. Nicht dĂŒngen und im ersten Jahr sparsam ernten, um das Wurzelwachstum nicht zu hemmen.
  • Besonderheit: Getrockneter Waldmeister findet hĂ€ufig auch in RĂ€uchermischungen Verwendung.
  • Verwendung in der KĂŒche: BlĂŒten können zu Bowle und köstlichem Eis oder Sirup verarbeitet werden. Erst angewelkt (oder tiefgekĂŒhlt) entwickelt Waldmeister sein intensives Aroma. Wichtig: nicht klein schneiden, nur im Ganzen verwenden.

Wetterbote: Am Waldmeister kann man sogar das kĂŒnftige Wetter erschnĂŒffeln. Er riecht nĂ€mlich vor Regen besonders stark, wĂ€hrend er bei schönem Wetter nahezu geruchlos ist.