Wie wir vom Wolf profitieren k├Ânnen und warum er gar nicht so gef├Ąhrlich ist, wie wir denken.

In j├╝ngster Vergangenheit wurden immer wieder W├Âlfe in ├ľsterreich gesichtet. Ein Grund, deshalb in Angst und Schrecken zu verfallen und dem klugen Tier die Gruselgeschichten von Werwolf & Co. umzuh├Ąngen? So wurde der Wolf schon einmal beinahe ausgerottet und steht jetzt unter strengem Artenschutz. Es gilt doch viel mehr, dass das Gewohnheitstier Mensch bereit sein muss, umzudenken, damit der Wolf wieder zur├╝ckkommt.

Wie sch├╝tzt man sich vor dem Wolf?

W├Âlfe in ├ľsterreich: Jungtier (Bild: iStock)
Mit Hirten und H├╝tehunden kann man seine Viehherde vor ├ťbergriffen durch den Wolf sch├╝tzen.

Der Mensch muss zum Teil auf Altbew├Ąhrtes zur├╝ckgreifen: etwa auf Hirten. Die sind ohnehin f├╝r eine umfassende Almbewirtschaftung unverzichtbar und sch├╝tzen nicht nur vor Raubtieren, sondern auch vor Verlusten in der Herde durch Absturz, Blitzschlag oder sonstige Wetterunbill.

Oder man entdeckt die seit Generationen vor allem in der Schweiz und Italien bew├Ąhrten kr├Ąftigen Schutzhunde auch hierzulande wieder. Die Hunde wachsen schon als Welpen innerhalb der Herdentiere auf und k├Ânnen sp├Ąter W├Âlfe und wildernde Hunde wirksam abwehren.

Wie profitiert man vom Wolf?

W├Âlfe in ├ľsterreich: Rudel (Bild: iStock)
Der schlaue Wolf ist ein guter H├╝ter des Waldes und sorgt f├╝r eine ausgeglichene Population.

Selbst Jagd und Wald k├Ânnten heute vom Wolf profitieren. In der N├Ąhe des steirischen Zirbitzkogels wurde gerissenes Rotwild gefunden. Selbst erfahrene J├Ąger staunten nicht schlecht, dass der Wolf vorwiegend uralte Tiere erbeutete, die man noch nie zuvor gesehen hatte und die ohnehin zu erlegen gewesen w├Ąren. Der Wolf kann auch den Wildstand dort kurzhalten, wo Verbiss-Sch├Ąden drohen. Schon ein altes russisches Sprichwort sagt: Wo der Wolf lebt, w├Ąchst der Wald.

Mit dem Wolf geben wir der Natur ein St├╝ck Wildnis zur├╝ck. Trotz fortschreitender Zivilisation w├Ąre es m├Âglich und ein echtes Privileg, wieder W├Âlfe durch die Alpent├Ąler heulen zu h├Âren ÔÇô so schicken sich W├Âlfe ├╝ber gro├če Entfernungen Botschaften zu.

Wie verh├Ąlt man sich bei einer Wolfsbegegnung?

W├Âlfe in ├ľsterreich: Jungtier mit Mutter (Bild: iStock)
Bei der Begegnung mit einem Wolf gilt es vor allem, die Ruhe zu bewahren.

Normalerweise tritt der Wolf die Flucht an, er hat kein Interesse am Menschen. Falls Menschen das Interesse von W├Âlfen erregen, wird nicht viel mehr passieren, als dass man aufmerksam beobachtet wird. Hier gilt es Ruhe zu bewahren, er verzieht sich in der Regel schnell. Es gibt aber auch eine Ausnahmeregelung ÔÇô Einsatz von Gummigeschossen ÔÇô, sollte sich der Wolf partout nicht vom Menschen fernhalten.

Steckbrief: Wolf

  • K├Ârper: Bis zu 45 Kilogramm schwer, 70 bis 90 Zentimeter Schulterh├Âhe.
  • Nachwuchs: Geschlechtsreife mit zwei Jahren, Paarungszeit: Ende J├Ąnner ÔÇô Anfang M├Ąrz. Nach drei Monaten Tragezeit ein Wurf von 3 bis 8 Jungen. Diese werden 6 ÔÇô 8 Wochen von der Mutter ges├Ąugt.
  • Nahrung: Rotwild, Reh, Wildschwein, Gams, selten Hase, Murmeltier oder Fuchs. Wenn ungesch├╝tzt und leicht verf├╝gbar: Schaf, Ziege, selten K├Ąlber oder Fohlen.
  • Rudelbildung: Ein Rudel besteht aus zwei bis acht W├Âlfen. Jungtiere bleiben ein bis maximal zwei Jahre beim Rudel, ehe sie sich einen eigenen Lebensraum suchen.
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn f├╝nf bis zehn Jahre, in Gefangenschaft 15 Jahre. Jagd: Der Wolf nimmt, was leicht geht. Im Rudel gilt Arbeitsteilung, Strategie und auch Hetzjagd. Als Einzeltier hilft der ├ťberraschungseffekt und vorhandene Deckung.
  • Bewegung: Der Wolf ist in der D├Ąmmerung, im Nebel und nachts unterwegs. Bis zu 50 Kilometer kann er pro Nacht zur├╝cklegen.
  • Vorkommen: In ├ľsterreich leben derzeit zwei Wolfsrudel ├á vier bis sechs Mitglieder (Rudel Freiwald und Rudel Allensteig). Sonst ziehen Einzeltiere durch.
  • Zuwanderung: Die W├Âlfe kommen vorwiegend aus dem italienischen Apennin, dem Balkan und aus den Karpaten.