Für Teamchef Alberto Puig ist es ein Problem, dass die restlichen Honda-Fahrer mit dem gleichen Bike wie Marquez nicht vorne dabei sind – Cal Crutchlow reagiert gelassen.

Marc Marquez ist für Honda der Erfolgs-Garant schlechthin. 2019 wird der Spanier zum sechsten Mal MotoGP-Weltmeister werden. 300 WM-Punkte hat Marquez in 15 Rennen gesammelt. Mit Ausnahme des Ducati-Werksteams hat Marquez allein mehr Zähler geholt, als alle anderen Teams mit zwei Piloten. Cal Crutchlow ist in der WM als Neunter zweitbester Honda-Fahrer. Zwei dritte Plätze waren die bisher besten Saison-Ergebnisse des Briten.

Jorge Lorenzo ist auch verletzungsbedingt nicht konkurrenzfähig. Und Takaaki Nakagami, der mit der Vorjahres-Honda fährt, ist ebenfalls nicht im Spitzenfeld zu finden. Ohne Marquez sieht die Erfolgsbilanz von Honda durchwachsen aus. „Das Problem sind die anderen Fahrer, die mit dem gleichen Motorrad nicht vorne sind“, sagt Teamchef Alberto Puig gegenüber ‚DAZN Spanien‘. „Nur einer gewinnt damit.“

MotoGP: Marquez-Show in Aragon

Deutliche Ansage an Crutchlow und Lorenzo

Eine klare Ansage an Crutchlow und Lorenzo, die das gleiche Bike wie Marquez zur Verfügung haben. Vier Ausfälle hat Crutchlow in dieser Saison schon. Abgesehen von seinen beiden Podestplätzen war der Brite meistens zwischen Position sechs und acht zu finden. Im Vorjahr stand Crutchlow bis zu seiner Verletzung in Australien auch nur drei Mal auf dem Podest, aber es war zumindest ein Sieg dabei.

„Ich glaube nicht, dass er übertreibt“, meint Crutchlow in Bezug auf die Aussage von Puig. „Wenn man Alberto kennt, dann weiß man, dass er ein Charakter ist und eine Kämpfernatur hat. Er liebt, was Marc macht. Ich glaube auch nicht, dass seine Aussagen aus dem Kontext gerissen sind. Denn er will uns unter Druck setzen, damit wir auf Marc reagieren. Manchmal ist das möglich, manchmal nicht. Er kennt auch die Realität.“

Also sind die anderen drei Honda-Fahrer zu langsam? „Man ist nicht schnell genug, wenn man den anderen Kerl nicht schlagen kann. Also stimme ich ihm zu“, sagt Crutchlow. Und macht Werbung in eigener Sache: „Er ist aber auch clever genug, um zu wissen, dass es niemanden sonst im Fahrerlager gibt, der tun könnte was ich kann.“ Crutchlow klagt seit den Winter-Tests, dass die aktuelle RC213V nicht optimal für ihn ist. Marquez kann Probleme kompensieren.

Crutchlow: Puig ein „sehr, sehr guter“ Manager

Trotz der oft harten Worte von Puig glaubt Crutchlow, dass der Ex-Rennfahrer es genau richtig macht. „Ich kann sagen, dass er ein sehr, sehr guter Chef ist. Er hört zu und versucht uns bei unseren Forderungen zu unterstützen. Er ist gut zu Marc, und er ist gut zu mir. Ich denke, er arbeitet auch sehr gut mit Honda zusammen. Er hat genug Erfahrung und kennt den Rennsport. Das ist einer der Gründe, warum er ein großartiger Manager ist.“

„Er sagt Dir die richtigen Dinge. Und normalerweise hat er recht damit, wie sich ein Rennen entwickeln wird. Er muss kritisch sein, denn das ist auch sein Job“, findet Crutchlow. „Es geht darum, wer das akzeptieren kann und wer nicht. Alberto nennt die Dinge beim Wort. Das tue ich auch, und es funktioniert sehr gut. Marc ist genauso. Er sagt auch zu Marc, wenn er einen Fehler gemacht hat oder gewinnen hätte können. Aber für Marc ist die Situation natürlich einfacher, weil er Rennen gewinnt.“