Aleix Espargaro glaubt, dass er derzeit besser fährt als je zuvor in seiner Karriere, und gut genug für Podestplätze ist – im Gegensatz zu seiner Aprilia.

Aleix Espargaro befindet sich in seiner dritten Saison mit dem Gresini-Aprilia-Team. In den ersten drei Rennen kam der Spanier auf den Plätzen zehn und neun ins Ziel. Zuletzt in Austin führte ein Sturz zum Ausfall. Auch wenn Aprilia mit der aktuellen RS-GP ein Fortschritt gelungen zu sein scheint, ist man noch weit davon entfernt, um regelmäßig aus eigener Kraft in die Top 8 zu fahren.

Fast 150 Grands Prix hat Espargaro in der Königsklasse absolviert. Sein bestes Ergebnis war bisher ein zweiter Platz im verregneten Aragon 2014. Damals saß er auf einer Forward-Yamaha. Nach zwei Jahren im Suzuki-Werksteam dockte Espargaro schließlich bei Aprilia an. Erfahrung hat er reichlich. Er glaubt, dass er fahrerisch gut genug ist, um im Spitzenfeld eine Rolle spielen zu können, wenn sein Motorrad konkurrenzfähig wäre.

Austin: Die Experten-Analyse

„Ich habe das Gefühl, dass ich besser fahre als bisher in meiner Karriere. Auf der Bremse, bei den Entscheidungen, die ich treffe – überall. Ich fühle mich stärker und glaube, dass ich zum ersten Mal in meiner Karriere bereit bin, um Podestplätze zu kämpfen“, sagt Espargaro. „Leider geht es nicht nur um mich. Das Paket muss in allen Bereichen stimmen. Aber wir sind auf einem guten Weg.“

Sein MotoGP-Debüt gab Espargaro im Sommer 2009. Ohne Testfahrten stieg er damals in Indianapolis auf die Pramac-Ducati. Er vertrat Mika Kallio, der seinerseits im Ducati-Werksteam den erkrankten Casey Stoner ersetzte. Espargaro wurde damals praktisch ins kalte Wasser geworfen, doch er meisterte die Herausforderung und erhielt 2010 einen Stammplatz im Pramac-Team.

Aprilia-Motor beansprucht Hinterreifen zu stark

2011 ging es dann wieder zurück in die Moto2, bevor er 2012 und 2013 vom Aspar-Team die Chance erhielt, eine Aprilia nach der damaligen Claiming-Rule zu fahren. 2014 war mit der Forward-Yamaha seine beste Saison, die er als WM-Siebter abschloss. Anschließend konnte er sich bei Suzuki nicht gegen Maverick Vinales durchsetzen und wechselte 2017 zu Aprilia. Die ersten beiden Jahre verliefen schwierig. Es gab auch viele technische Defekte.

Als momentane Schwachstelle bezeichnet Espargaro Probleme bei der Beschleunigung. Zurückzuführen ist das auf hohen Reifenverschleiß und dementsprechend wenig Grip am Hinterreifen. Die Aprilia ist über eine schnelle Runde konkurrenzfähig, aber im Rennen wird der Hinterreifen in der Anfangsphase zu stark belastet und der Grip verbraucht.

„Wir sind immer noch stark in der zweiten Rennhälfte, aber aus irgendwelchen Gründen nutzt dieser Motor den Reifen in der Anfangsphase zu stark ab“, erklärt Espargaro. „Es fehlt Grip. Wenn ich den Gegnern folgen will, rutsche ich zu stark. Und dadurch steigt der Reifenverschleiß. In der Vergangenheit, vor allem 2017, war der Grip zunächst besser. Ich habe den Reifen nicht zerstört. Jetzt haben wir das Problem, dass wenn ich vorne mitkämpfen will, ich den Reifen zerstören muss. Andernfalls kann ich nicht folgen.“

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