Moto2-Pilot Alex Marquez verrät im Interview, warum es für ihn manchmal mehr Fluch als Segen ist, der Bruder von MotoGP-Champion Marc Marquez zu sein.

In dieser Saison schwimmen die Marquez-Brüder auf der Erfolgswelle. Während Marc Marquez in der MotoGP sechs Siege feiern konnte und die WM mit 58 Punkten Vorsprung anführt, kommt Alex Marquez in der Moto2 auf fünf Siege und eine Führung von 43 Punkten vor dem nächsten Verfolger.

Doch in einem solchen Gleichklang bewegten sich die Karrieren der beiden nicht immer. Oft stand der jüngere Bruder im Schatten des älteren – verbunden mit den entsprechenden Schlagzeilen. „Wenn alles gut läuft, ist die Begeisterung groß und die Leute denken: ‚Schau, es stellt sich heraus, dass der Bruder auch gut ist'“, erzählt Alex Marquez.

„Aber wenn etwas schief geht, dann wird der Ton rauer. Ob es nun gut läuft oder nicht, die Leute bemerken mich mehr, weil ich der Bruder bin. Mit der Zeit habe ich gelernt, damit zu leben. Aber ich glaube tatsächlich, dass Marcs Bruder zu sein, mehr Nachteile als Vorteile hat“, hält der Moto2-Pilot im Gespräch mit ‚Motorsport-total.com‘ fest.

Exklusiv: Marc Marquez im Interview

Alex Marquez: „Hindernis statt Türöffner“

Und weiter: „Es hilft in gewisser Weise und nervt in anderen Bereichen, aber ich würde sagen, es tut mehr weh als es nützt. Nicht wegen ihm, nur das Gesamtbild ist eben dieses.“ Und so erweist sich die Tatsache des berühmten Bruders oft genug als Hindernis statt Türöffner für die eigene Karriere.

Das betrifft auch den möglichen MotoGP-Aufstieg, der im Falle von Alex Marquez um ein weiteres Jahr warten muss. „Das ist der Beweis dafür, dass es nicht hilft, der ‚Bruder‘ zu sein“, sagt der 23-Jährige. Er bleibt 2020 in der Moto2, jüngst unterschrieb er seine Vertragsverlängerung bei Marc-VDS.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich jeden Tag mit Marc trainieren kann. Aber in einer Situation wie dieser, in der der natürliche Schritt der Wechsel in die MotoGP wäre, gibt es Umstände, die nicht helfen“, erklärt Alex Marquez die Hintergründe. „Er fährt mit Honda und die Leute denken, dass ich deshalb bei Honda unterschreiben muss. Das ist nicht der Fall.“

Ziel: Aufstieg in die MotoGP

Weil alle verfügbaren Optionen für die kommende MotoGP-Saison nicht nur sehr dezimiert, sondern auch wenig attraktiv waren, entschied sich Alex Marquez für den Verbleib in der Moto2. Erklärtes Ziel bleibt aber der Aufstieg in die Königsklasse, nur eben für 2021. Bei welchem Hersteller er dann mit oder gegen den Bruder fährt, wird sich zeigen.