Mit Marc VDS liegt Alex Marquez in der Moto2 auf WM-Kurs, gleichzeitig steht ein möglicher MotoGP-Aufstieg im Raum: So bewertet der Spanier selbst die Situation.

Fuhr Alex Marquez in den ersten drei Rennen der Moto2-Saison 2019 noch etwas unter dem Radar, zählt er spätestens seit Jerez konstant zu den Sieg-Kandidaten. Beim Heim-Grand-Prix durch einen unverschuldeten Sturz noch im Pech, stand er danach dreimal in Folge ganz oben den auf dem Treppchen. Zuletzt gewann er den Großen Preis von Deutschland.

In der Fahrer-Weltmeisterschaft führt er mit 136 Punkten vor Tom Lüthi (128) und Augusto Fernandez (102) an. So groß war die Chance für den Spanier, den Titel zu gewinnen, wohl noch nie. Spekulationen über einen möglichen MotoGP-Ausstieg ließen nicht lange auf sich warten. Auch wenn diese nicht wirklich neu sind, wie der jüngere der beiden Marquez-Brüder aus leidlicher Erfahrung weiß.

„Mein Verhältnis zur MotoGP ist nicht wirklich gut. Denn jedes Jahr wird so viel geredet, und am Ende bleibe ich dann doch in der Moto2. Deshalb will ich darüber noch nicht zu viel nachdenken“, sagt der 23-Jährige, der bereits sein fünftes Jahr in der mittleren Klasse bestreitet. Im Gespräch mit ‚Motorsport-total.com‘ analysiert er seine Chance auf einen Aufstieg.

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„Neue“ Moto2 eine gute Schule für die MotoGP

„Für 2020 sind fast alle Plätze besetzt, darüber muss man sich im Klaren sein. Ein weiteres Jahr in der Moto2 zu verbringen und auf 2021 zu warten, ist eine sehr reale Möglichkeit. Insbesondere in diesem Jahr, mit all den Veränderungen bei Motor und Elektronik, gibt es noch viel für mich zu lernen und zu verbessern“, schätzt Marquez die aktuelle Lage ein.

Und er fügt hinzu: „Mit diesen Veränderungen denke ich auch, dass die Moto2 eine gute Schule für die MotoGP ist. Natürlich ist nichts zu 100 Prozent, man weiß ja nie, wie das Leben so spielt. Noch ist kein Vertrag unterzeichnet. Aber ich habe mehr Möglichkeiten, in der Moto2 zu bleiben, als in die MotoGP aufzusteigen. Womöglich wissen wir in Brünn schon mehr.“

Er wolle ruhig bleiben und den Fokus behalten, „denn meine Hausaufgaben muss ich auf der Strecke machen“, weiß Marquez. „Die anderen Dinge finden im Büro statt, und die kann ich nicht kontrollieren.“ Dürfte er sich im Falle eines Wechsels einen Teamkollegen wünschen, fiele ihm die Wahl allerdings nicht schwer. „Teamkollege? Marc, na klar!“, reagiert er prompt auf die Nachfrage.

Was rät Marc Marquez seinem jüngeren Bruder?

Aber der Moto2-Pilot stellt klar: „Natürlich ist er mein Bruder und fährt für Honda. Deswegen nehmen viele an, dass auch ich zu Honda gehen muss. Aber so ist es nicht. Wir sind zwei komplett verschiedene Fahrer mit komplett verschiedenen Fahrstilen. Auf der Bremse, in den Kurven, all das ist sehr unterschiedlich. Wir werden sehen, was die beste Option für mich ist.“

Selbst in einem Wunsch-Szenario möchte er sich aktuell auf keinen Hersteller festlegen. „Ich denke, es gibt viele gute Motorräder in der MotoGP“, sagt er ganz diplomatisch. „Aus meiner Sicht sind vier Hersteller im Moment bereit zu gewinnen. KTM kommt immer näher heran, auch Aprilia entwickelt sich. Wir müssen abwarten. Ich habe kein spezielles Team im Sinn.“

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Und was rät ihm sein Bruder? „Er sollte ein Motorrad wählen, von dem er weiß, dass er damit gut zurechtkommt“, sagte der ältere Marquez am Rande des Deutschland-GP. „Aktuell ist bei Honda kein Platz für meinen Bruder. Und selbst, wenn Lorenzos Platz frei würde, möchte ich Crutchlow und Nakagami nicht übergehen. Überhaupt möchte ich mich da am liebsten raushalten.“

Zuletzt waren Rücktritts-Gerüchte rund um Jorge Lorenzo laut geworden, die Honda aber wenig später als haltlos abtat. Und so wächst im Moto2-Team des jüngeren Marquez die Hoffnung auf einen Verbleib. „Wir wollen, dass Alex mit uns im nächsten Jahr weitermacht. Wir haben mit ihm und seinem Manager gesprochen und hoffen, bald von ihnen zu hören“, so Teammananger Joan Olive.