Laut Andrea Iannone verfolgt Aleix Espargaro die falsche Arbeitsmethode. Statt alles für die Performance zu geben, sollte die Entwicklung im Vordergrund stehen.

Mit 26 WM-Punkten belegt Aprilia nach den ersten fünf MotoGP-Rennen 2019 den sechsten und letzten Platz. Während Aleix Espargaro bisher bei allen Grands Prix in die Punkteränge gefahren ist, schaffte das Andrea Iannone nur zweimal. Insgesamt macht der Spanier auch einen stärkeren Eindruck als Neuzugang Iannone. Das liegt laut dem Italiener aber daran, dass er die Aprilia weiterentwickeln will, während Espargaro die Probleme der RS-GP mit seiner Erfahrung umfährt.

„Aleix hat sich an das Motorrad gewöhnt und sieht nicht so viele Defizite“, meint Andrea Iannone. „Manchmal passiert bei ihm etwas, das von Dingen herrührt, über die er nicht klagt. Vielleicht sagt er es nach einem Sturz und meint, dass es nicht möglich ist. Das passiert, weil er gelernt hat mit bestimmten Dingen zu leben, aber wir müssen diese Sachen lösen.“ Iannone sieht sich in der momentanen Phase als Entwicklungsfahrer.

„Ich möchte nicht seine Arbeitsmethode übernehmen, denn sie ist nicht produktiv“, sagt Andrea Iannone über Aleix Espargaro. „Ich möchte mich an die Aprilia anpassen, aber auf die richtige Art und Weise. Aleix fährt hart, aber er fährt seit drei Jahren mit diesem Motorrad und hat sich an dessen Probleme angepasst. Ich bevorzuge es langsamer zu fahren und zu verstehen, wie sich das Motorrad im Rennen verhalten muss, damit wir mit der Zeit Fortschritte machen. Deshalb bin ich momentan mit unserer Arbeit und den Ergebnissen zufrieden.“

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Aleix Espargaro stimmt Iannone zu

Espargaro gibt Iannone mit dessen Einschätzung recht und erkennt, dass er es nicht richtig macht: „Es ist die richtige Weise, die Aprilia zu fahren, aber nicht um zu gewinnen. Andrea hat viele neue Ideen eingebracht, viele Informationen von Suzuki und Ducati. Zum Beispiel sagt er, dass ich praktisch ohne Traktionskontrolle fahre, denn mit der Traktionskontrolle ist die Beschleunigung wirklich schlecht. Er sagt, okay du bist ohne der Traktionskontrolle schnell, aber das ist nicht die richtige Art und Weise.“

Seit einigen Wochen arbeitet Aprilia an der Elektronik, um vor allem die Funktionsweise der Traktionskontrolle zu verbessern. „Vielleicht fahre ich nicht so, wie man idealerweise Rennen gewinnen kann, aber ich fahre die Aprilia so, wie sie momentan am besten gefahren werden muss“, hält Aleix Espargaro fest. „Ich sage nicht, dass ich nicht daran arbeite, das Motorrad zu verbessern, aber wenn ich die Traktionskontrolle reduziere, werde ich schneller. Das ist aber nicht der richtige Weg.“

„Aleix“, sagt Andrea Iannone über die Zusammenarbeit, „hat viele Dinge bemerkt, als er mir zugesehen hat. Er hat realisiert, dass man mit seiner Methode nie ein Motorrad entwickeln kann, das gut genug für das Podium ist, denn er hat nicht versucht, einige Vorteile, die andere Motorräder haben, zu entwickeln. Ich gebe Aprilia Zeit zu reagieren. Man muss geduldig bleiben. Ich bin relaxt, weil ich wählen musste, ob ich ein konkurrenzfähiges Motorrad entwickeln will, oder nur auf die Performance schaue.“

Aleix Espargaro hatte seine Teamkollegen immer im Griff

2017 war Sam Lowes der zweite Aprilia-Fahrer und 2018 Scott Redding. Aleix Espargaro hatte die beiden Briten im Griff gehabt. „Keiner meiner Teamkollegen war in einem Rennen stark, geschweige denn über eine gesamte Saison. Andrea hat momentan zwar große Mühe, aber ein Beispiel ist Austin. Mit Suzuki und Ducati war er dort auf dem Podest und mit der Aprilia hatte er fast eine Minute Rückstand. Somit ist klar, dass wir das Motorrad verbessern müssen“, so Espargaro.

„Jeder hat seinen eigenen Fahrstil. Ich habe mich immer auf meinen Stil konzentriert und muss sagen, dass mein Stil ganz anders ist als von Sam, Scott und Andrea. Die Art wie ich fahre und wie ich die Motorbremse und Traktionskontrolle abstimme. Die Traktionskontrolle habe ich niedrig eingestellt, aber das ist wahrscheinlich nicht die Art, wie man in der MotoGP fährt. Ich habe mich auf das Motorrad eingestellt, aber ich weiß nicht, ob das die Lösung ist, denn jetzt muss sich das Motorrad verbessern, weil ich komplett am Limit bin. Ich kann nicht schneller. Jetzt muss das Motorrad den Schritt machen.“

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