In der Anpassung an ihre neuen Bikes haben sowohl Jorge Lorenzo als auch Andrea Iannone zu kämpfen – letzterer sieht sich bei Aprilia jedoch in einer schwierigeren Lage.

Nicht nur das Beispiel des fünffachen Weltmeisters Jorge Lorenzo zeigt, wie schwer der Wechsel des Herstellers für einen Fahrer in der MotoGP sein kann. Auch Johann Zarco (KTM) und Andrea Iannone (Aprilia) stehen mit ihren neuen Teams noch längst nicht dort, wo sie sein wollen. Dabei ist für alle der eigene Teamkollege das erste Maß der Dinge.

Bei Iannone ist das Aleix Espargaro, für den die MotoGP-Saison 2019 bisher zugegebenermaßen auch alles andere als rosig verlief. Und dennoch: Während er in der WM nach sieben Saisonrennen bei 27 Punkten liegt, kommt Iannone mit zwölf Zählern noch nicht einmal auf die Hälfte.

Damit liegt der Aprilia-Pilot trotzdem nur sieben Punkte hinter Lorenzo, der sich in der Anpassung an die Honda ähnlich schwer tut wie Iannone bei Aprilia. Trotzdem sieht dieser seine Aufgabe bei dem italienischen Hersteller als ungleich schwerer an. Schließlich stehe er in der Verantwortung, das Bike weiterzuentwickeln, um es podestwürdig zu machen.

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„Für Jorge ist es etwas einfacher“

Das sei bei Honda bereits der Fall. Nicht umsonst hat Lorenzos Teamkollege Marc Marquez die letzten drei Fahrertitel mit dem Bike gewonnen. Iannone erklärt: „Heutzutage geht es in der MotoGP sehr eng zu. Mit zwei oder drei Zehnteln kann man einen unglaublichen Sprung machen.“

„Deshalb müssen wir die Entwicklung vorantreiben. Auf unseren Schultern lastet eine wichtige Verantwortung. Daher ist es meiner Meinung nach für Jorge etwas einfacher“, findet Iannone. „Er ist ein großartiger Champion, sehr talentiert, und er hat einen starken Teamkollegen. Aber vor allem sitzt er auf dem Motorrad, das den Titel gewonnen hat.“

Es könne also jeden Moment Klick machen und Lorenzo wäre konkurrenzfähig, glaubt der Italiener. „Meiner Meinung nach wird er es schaffen, daran besteht kein Zweifel“, sagt er. Und zieht den Vergleich zu Aprilia: „Für uns ist es etwas schwieriger, weil ich mich nicht nur an das Motorrad gewöhnen, sondern es auch gleichzeitig verbessern muss.“

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Momentan sei die RS-GP für ihn noch sehr physisch zu fahren, was Iannone überrascht habe. „Aber ich gebe immer mein Maximum. Alle Jungs arbeiten für mich und glauben an mich, und das ist die beste Situation.“ Ziel sei es nunmehr, die Lücke zu Teamkollege Espargaro zu schließen.

„Er ist unser Ziel, weil wir das gleiche Motorrad haben, und nach sechs bis sieben Rennen will ich anfangen, mit ihm zu kämpfen“, erklärt Iannone. „Auf jeden Fall arbeiten wir auch weiterhin daran, das Motorrad zu entwickeln und etwas zu verbessern. Wir geben nie auf und versuchen, uns von Rennen zu Rennen zu steigern, um weiter aufzuholen.“