Beim MotoGP-Test in Brünn absolvierten Valentino Rossi und Maverick Vinales erste Runden mit einer Motoren-Spezifikation für 2020. Ihr Urteil fällt aber gemischt aus.

Noch am Sonntag in Brünn forderte Valentino Rossi: „Yamaha muss intensiv am Motor arbeiten.“ Top-Speed und Fahrbarkeit machte der Italiener im Vergleich zur Konkurrenz als aktuell größte Schwächen der M1 aus. Nun lässt sich am Motor für 2019 nichts ändern, da die Entwicklung für die Top-Hersteller eingefroren ist. Doch für 2020 will man nichts dem Zufall überlassen.

Und so brachte Yamaha als einzige Marke ein Motoren-Update zum offiziellen MotoGP-Test am Montag in Brünn. Sowohl Rossi als auch Teamkollege Maverick Vinales verschafften sich einen ersten Eindruck davon. Der große Wurf ist die Weiterentwicklung laut den Yamaha-Piloten aber noch nicht.

„Es war ein guter Tag, ein guter Test, denn wir haben viel geschafft und etwas Gutes gefunden. Wir testeten auch den Prototypen für das neue Bike“, fasst Rossi zusammen. „Aber ehrlich gesagt haben wir nicht viel Neues. Es ist ein anderer Motor und eine etwas andere Einstellung beim Fahrwerk, aber eben nur ein erster Schritt. Dennoch es ist gut, dass wir den bereits machen.“

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Yamaha-Prototyp für 2020: Rossi erwartet mehr

Dem pflichtet auch Vinales bei. „Im Vorjahr kam hier nichts an, also ist es sehr positiv, dass sie hart arbeiten“, lobt er die Arbeit von Yamaha. „Ein paar Runden bin ich damit gefahren und war schnell unterwegs, ähnlich wie mit dem anderen Motorrad oder schneller. Das ist immer positiv. Aber ich bin die Runden gefahren, als die Strecke Grip hatte. Also müssen wir in Misano sehen, wie es funktioniert, wenn es sehr heiß ist.“

Bei schwierigen Grip-Verhältnissen leidet Yamaha mehr als die Konkurrenz, weil es an Traktion fehlt. Ein Problem, mit dem Rossi und Vinales auch am Rennsonntag in Brünn kämpften. „Wir arbeiten daran, mehr Grip zu haben, vor allem am Hinterrad“, erklärt Rossi. Am neuen Bike habe man daher mit verschiedenen Einstellungen gearbeitet, jedoch ohne durchschlagenden Erfolg.

„Einiges funktioniert besser, anderes schlechter. Vor allem die Wheelies bereiten uns nach wie vor Probleme. Wir haben also noch viel zu tun“, weiß der Italiener. In Bezug auf die erste Prototyp-Version in Brünn gibt er zu: „Wir erwarten viel mehr.“ Doch es sei eben nur eine erste Annäherung.

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Kein großer Leistungssprung beim neuen Motor

Angesprochen auf Leistung und Top-Speed des neuen Motors erkannte Rossi am Montag keinen großen Unterschied. „Aber das haben wir so erwartet, weil der Motor nur ein bisschen anders ist“, sagt er. „Es ist noch nicht die finale 2020er-Version, sondern nur der erste Prototyp. Wir arbeiten weiter, versuchen etwas anderes, aber wir brauchen sicher mehr.“

Neben dem überarbeiteten Motor und Chassis testete Yamaha in Brünn auch eine neue Aero-Verkleidung sowie eine veränderte Sitzeinheit. „Der Sitz ist ein Carbon-Sitz. Er hat eine etwas andere Form“, erklärt Rossi, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Vermutlich dient die Anpassung einer besseren Gewichtsverteilung.

Zur neuen Verkleidung stellt er klar: „Das ist auch der erste Prototyp für das nächste Jahr, der wie immer für weniger Wheelies sorgen soll. Zuerst einmal ist es gut, hier in Brünn etwas zum Probieren zu haben, wie in den guten alten Zeiten. Aber es ist nur der erste Schritt, es gibt noch viel zu tun und ich denke, in Misano nach Silverstone wird ein wichtiger Test für alle sein, denn wir werden noch etwas anderes haben.“

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