Alex Rins schießt Franco Morbidelli in Aragon aus dem Rennen und erhält dafür die Long-Lap-Penalty – beide sprechen sich aus und haken die Kollision als Renn-Unfall ab.

Beim MotoGP-Rennen in Aragon kam es in der ersten Runde im Mittelfeld zu einem Unfall. Beim Anbremsen von Kurve 12 verschätzte sich Alex Rins (Suzuki) und krachte dem vor ihm fahrenden Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) in die Seite, als der Italiener in die Linkskurve einlenkte. Morbidelli ging durch diesen Kontakt zu Boden. Rins konnte weiterfahren.

„Ich muss mich bei Franco entschuldigen, weil ich ihm das Rennen zerstört habe“, hält Rins fest. „Es war die erste Runde, ich war auf Startplatz zwölf und nervös. Wir haben schon miteinander gesprochen. Durch die Kollision ist das rechte Winglet abgebrochen, wodurch es in Rechtskurven schwieriger wurde.“

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Morbidelli nimmt Entschuldigung an

Direkt im Anschluss an das Rennen suchte Rins die Petronas-Box auf und unterhielt sich dort mit Morbidelli, Teammanager Wilco Zeelenberg und Crew-Chief Ramon Forcada. Es gab keine bösen Worte. Morbidelli und sein Team nahmen Rins‘ Entschuldigung an. Der Vorfall wurde als Renn-Unfall behandelt, wie er vor allem in der Anfangsphase im Pulverdampf des Mittelfelds vorkommen kann.

„Was soll ich sagen“, meint Morbidelli zu dem Zwischenfall. „Wir machen alle Fehler und ich kann seine Einstellung verstehen. Es war sein Heimrennen und er ist von weit hinten gestartet. Am Samstag hat er im Qualifying einen Fehler gemacht und konnte nicht von einer guten Position starten. Er hat versucht, so schnell wie möglich Plätze gutzumachen. Leider hat er einen Fehler gemacht. Das nennt man schlichtweg Pech.“

Morbidelli hat das Qualifying von Rins angesprochen. Dort passierte schon der erste Fehler, denn in Q1 am Samstag rückte Rins für seinen zweiten Versuch mit dem harten Hinterreifen aus. Während Morbidelli in Q1 die Bestzeit aufstellte, verpasste Rins als Dritter den Einzug ins Q2. „Wir müssen für das Qualifying etwas ändern, damit wir besser werden“, blickt der Suzuki-Pilot voraus.

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Long-Lap-Penalty für Rins

Für die Kollision mit Morbidelli erhielt Rins eine Strafe und musste durch die Long-Lap-Penalty fahren. „Die habe ich natürlich vollkommen akzeptiert“, so der Spanier. Interessantes Detail: Weil Darryn Binder im vorangegangenen Moto3-Rennen einen Kollegen angerempelt hat, wird der Südafrikaner beim nächsten Rennen um sechs Startplätze zurückversetzt. Ein ähnliches Vergehen wurde unterschiedlich behandelt.

Was meint Morbidelli zur Strafe gegen Rins? „Für mich war die Long-Lap-Penalty in Ordnung. Man muss für einen Fehler bezahlen.“ Die erste Runde beendete Rins an der 19. Position. Dank seiner guten Pace arbeitete er sich rasch nach durch das Feld. In der sechsten Runde absolvierte Rins auf Position zwölf liegend die Long-Lap-Penalty, aber er verlor dadurch keine Position, sondern nur ein paar Sekunden. Große Auswirkungen hatte das nicht.

Den Anschluss an die Gruppe vor ihm hatte er rasch wieder geschafft. Dann entwickelte sich ein rundenlanges Duell mit Ducati-Werkspilot Danilo Perucci. Rins setzte sich schließlich durch und fuhr als Neunter ins Ziel. „Platz neun ist trotz der Umstände nicht so schlecht.“ In der Weltmeisterschaft zog Rins dadurch wieder an Petrucci vorbei und ist aktuell WM-Dritter. Sein Vorsprung auf den Italiener beträgt aber nur einen Punkt.