Schon mehrfach hat Danilo Petrucci betont, wie sehr ihm Ducati-Teamkollege Andrea Dovizioso immer zur Seite stand – für „Dovi“ hat das allerdings zwei Seiten.

Als Teamkollegen arbeiten Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci bei den Top-Teams der MotoGP so eng zusammen wie wohl niemand sonst. Während die Konkurrenz in der Vergangenheit sogar Wände hochzog, wie im Falle von Yamaha, läuft der Austausch im Ducati-Lager offen und intensiv. Das mag einer der Gründe dafür sein, dass beide Piloten siegfähig sind.

Für Dovizioso heißt das aber im Umkehrschluss, dass er im Kampf um den WM-Titel nicht nur gegen Marc Marquez (Honda), sondern auch gegen den eigenen Teamkollegen kämpft. Was ihn das eine oder andere Mal schon wichtige Punkte gekostet hat. „Ich gebe zu, es ist eine ziemlich seltsame, anormale und riskante Sache“, gesteht Dovizioso in Bezug auf die Teamarbeit mit „Petrux“.

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„Wenn Du Angst hast, wirst Du nie etwas erreichen“

Im Interview mit ‚Motorsport-Total.com‘ erklärt der Italiener: „Wenn Du tust, was ich tue, musst Du an dich selbst glauben. Wenn Du Angst hast, dass andere dich schlagen werden, wirst Du nie etwas erreichen.“ Folglich entschied sich Dovizioso, seinem neuen Teamkollegen zu helfen, die eigene Performance zu verbessern. Auch auf die Gefahr hin, dann von ihm besiegt zu werden.

„Als Danilo im vergangenen Jahr den Vertrag als offizieller Pilot unterzeichnete, war seine Leistung schlechter. Petrucci in dieser mentalen und fahrerischen Verfassung zu haben, wäre sinnlos gewesen“, erklärt Dovizioso. Und betont: „Ich kann ihm nur die Karten geben, die ich benutze. Aber er ist es, der wissen muss, wie man sie benutzt und zu seinem eigenen Vorteil ausspielt.“

Dass Petrucci allein durch Dovis Ratschläge automatisch schneller fahre, treffe demnach nicht zu. Dass er schnell ist, sei für Ducati aber auf jeden Fall viel nützlicher, „als einen starken Dovizioso und ihn viel weiter weg zu haben“, sagt der WM-Zweite. „Sowohl für die Entwicklung des Bikes als auch für andere Dinge. Es ist riskant, weil er in der Weltmeisterschaft nicht weit weg ist. Aber es war das Richtige.“

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