Auf dem Sachsenring bleibt Vizeweltmeister Andrea Dovizioso schon in Q1 hängen – Auch für das Rennen zeichnet der Ducati-Fahrer ein düsteres Bild

Nach dem Qualifying zum Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring machte Andrea Dovizioso einen frustrierten Eindruck. Im Qualifying verpasste der MotoGP-Vizeweltmeister in Q1 um 0,179 Sekunden den Sprung in den zweiten Abschnitt. Somit wird Dovizioso auf Startplatz 13 stehen. Und das auf einer Strecke, die der Ducati nicht besonders liegt – Stichwort Turning. Außerdem ist Überholen auf dem engen Sachsenring auch keine einfache Aufgabe.

Jack Miller schaffte es mit dem gleichen Motorrad auf den fünften Startplatz. Der Australier meinte, dass ihm sein Dirt-Track-Training dabei hilft, die Turning-Probleme der Ducati etwas zu kompensieren. „Jack ist im Qualifying eine sehr gute Runde gefahren“, lobt Dovizioso und ergänzt: „Es war clever von ihm, dass er den harten Hinterreifen verwendet hat, denn mit dem weichen Reifen war es sehr schwierig.“

Trotzdem relativiert der Routinier, denn er glaubt nicht, dass Miller wirklich um so viel besser ist: „Bei der Rennpace ist er nicht schneller. Er hat die gleichen Probleme. Natürlich hat er mit seinem Startplatz einen großen Vorteil, denn im Rennen wird jeder den Reifen managen müssen. Mein Startplatz ist dementsprechend schlecht“, seufzt Dovizioso. „Wenn man Probleme hat, dann wird es noch schwieriger, das Potenzial des Motorrades zu nutzen und die Rundenzeit zu fahren. Unser Kurvenspeed ist zu langsam.“

Dovizioso blickt aufs Rennen: „Sind in der großen Gruppe“

Gleichzeitig startet Marc Marquez von der Pole-Position. Der Honda-Fahrer hat momentan 44 WM-Punkte Vorsprung auf Dovizioso. Gewinnt Marquez am Sonntag und schafft es Dovizioso nicht auf das Podest, wächst der Unterschied auf mehr als 50 Zähler an. Beim letzten Rennen vor der Sommerpause steht „Desmo Dovi“ mit dem Rücken zur Wand. Viele Möglichkeiten sieht er nicht, um im Rennen aus eigener Kraft ganz vorne eine Rolle spielen zu können.

„Momentan haben wir nicht viele Karten auf der Hand“, sagt Dovizioso offen. „Unsere Pace ist schwierig zu verstehen. Am Nachmittag bin ich mit einem gebrauchten weichen Reifen am Ende 1:22,4 gefahren. Das ist meiner Meinung nach nicht so schlecht. Ich glaube nicht, dass es so schlecht ist, wie unsere Position zeigt. Aber wir sind in der großen Gruppe. Die Situation ist gleich wie in Assen. Die ersten vier Fahrer haben eine andere Pace. Dahinter gibt es die große Gruppe, in der alles passieren kann. Dass ich weit hinten starte, hilft natürlich nicht.“

Wie immer wird der Reifenwahl eine entscheidende Bedeutung zukommen. „Wir werden sehen, welche Strategie wir fahren werden“, grübelt der Italiener. „Wenn ich den Hinterreifen nutze, um Positionen gutzumachen, werde ich am Ende dafür bezahlen. Momentan können wir nur ruhig bleiben und müssen eine weise Reifenentscheidung treffen, denn niemand weiß, welcher Reifen der beste ist. Das ist noch nicht klar. Im Rennen werden die Bedingungen anders als an den beiden Trainingstagen sein.“

Am Sonntag soll es auf dem Sachsenring deutlich kühler sein. Außerdem könnte es gegen Mittag sogar einen Regenschauer geben.

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