Andrea Dovizioso wirkt trotz der Qualifying-Schlappe zuversichtlich für den Italien-Grand-Prix – Danilo Petrucci sorgt sich in Mugello um seine körperliche Situation

Die Verantwortlichen des Ducati-Werksteams mussten beim Italien-Grand-Prix am Samstag einige heikle Momente überstehen. WM-Kandidat Andrea Dovizioso scheiterte im FT3 an der direkten Qualifikation für das Q2 und erschwerte sich dadurch seinen Arbeitstag. Teamkollege Danilo Petrucci ließ die Ducati-Manager jubeln. Zuerst fuhr er im FT3 einen neuen Rundenrekord und sicherte sich im Q2 einen Startplatz in Reihe eins. Doch für das Rennen sind die Vorzeichen gemischt.

Dovizioso muss von Position neun in sein Heimrennen starten, dürfte aber mit Blick auf das Renntempo der stärkere der beiden Ducati-Piloten sein. „Meine Zeiten am Nachmittag waren gut, doch hier sind viele Fahrer ziemlich schnell“, bemerkt „Dovi“, der im Qualifying keine besonders gute Leistung zeigte.

Das Qualifying der MotoGP: Gran Premio d'Italia Oakley

„Im vierten Freien Training besserte sich mein Gefühl ein bisschen und im Q1 wurde es noch einmal besser. Das ist sehr wichtig. Ich fuhr eine 1:46.2 im Q1. Das war sehr schnell und war damit sehr zufrieden. Im Q2 hatte ich leider nur einen weichen Reifen, weil ich sehr viele weiche Reifen verwendete“, berichtet der Italiener.

„Ich fuhr also nur beim zweiten Versuch mit dem weichen Reifen und pushte sehr hart. Leider musste ich abbrechen und startete zu viele Anläufe mit dem Reifen. Ich konnte nicht das volle Potenzial des Motorrads und der Reifen nutzen. Ich machte einige Fehler. Ich fuhr erneut eine 1:46.2er-Runde. Das Gefühl war gut und ich hätte eine 1:45.9er- oder 1:46.0er-Zeit fahren können“, vermutet Dovizioso.

„Für das Rennen habe ich ein gutes Gefühl. Ich denke, wir sind in der Spitzengruppe. Leider starten wir weit hinten und auch noch auf der linken Seite. Es ist nicht die optimale Position“, bedauert die Startnummer 4. „Ich gehe davon aus, dass morgen keiner von Beginn an zu 100 Prozent pusht. Ich denke, dass jeder ein bisschen mit dem Reifenverschleiß zu kämpfen hat. Zudem ist der Kurs physisch ziemlich anspruchsvoll.“

Die Reifensituation besorgt Dovizioso

„Bei den Reifen gibt es viele Fragezeichen. Das geht sicher allen Fahrern so. Es ist ein bisschen seltsam, denn die Reifen verschleißen hier offensichtlich mehr als in den vergangenen Jahren. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich so ist“, grübelt Dovizioso. „Unsere Priorität ist es, am Ende des Rennens schnell zu sein. Oder sollten wir lieber zu Beginn schnell sein? Das müssen wir noch entscheiden.“

„Ich bin ein bisschen besorgt, was den Reifenverschleiß angeht, doch abgesehen davon sollten wir in der Spitzengruppe sein und ein gutes Rennen zeigen können“, prophezeit der Vizeweltmeister, der im Q2 immerhin 0,774 Sekunden zurücklag. Teamkollege Petrucci verlor nur 0,362 Sekunden auf die Pole-Zeit von Marc Marquez, der in Doviziosos Windschatten fuhr.

Petrucci für ein paar Stunden Rundenrekord-Halter

„Es ist das zweite Mal, dass ich im FT3 den Rundenrekord fuhr und später im Qualifying unterboten wurde“, scherzt Petrucci, der nach dem dritten Freien Training vorne lag. „Ich bin zufrieden, denn die Erwartungen der Ducati-Piloten sind hier sehr hoch. Am Freitag war es ziemlich schwierig, doch heute hatten wir ein gutes Motorrad.“

„Es war sehr schwierig. Meine Rundenzeit am Vormittag war sehr gut. Doch da waren die Bedingungen besser. Der Asphalt war nicht so heiß. Am Nachmittag wollte ich eine 1:45.8er-Zeit fahren. Das habe ich erreicht“, freut sich Petrucci.

„Das Problem waren die beiden anderen Fahrer, die einen Tick schneller waren“, spielt er die Zeiten von Marquez und Fabio Quartararo an. „Ein Startplatz in einer der beiden ersten Reihen war das Ziel. Das haben wir geschafft.“

Kann Petrucci trotz Fieber ums Podium kämpfen?

„Morgen wird es schwierig, weil ich nicht richtig fit bin. Ich habe eine Erkältung und Fieber. Ich fühle mich nicht bei vollen Kräften. Ich werde bei meinem Heimrennen alles geben, um morgen auch hier zu stehen“, so Petrucci.

„Im Rennen müssen wir vor allem zu Beginn die Situation managen. Wir sind uns bei der Reifenwahl noch unschlüssig. Scheinbar kommen alle Mischungen für das Rennen in Frage“, bemerkt die Startnummer 9.

„Ich weiß nicht, wie sich meine körperliche Situation auswirken wird. Ich fühle mich seit Mittwoch schwach“, erklärt der geschwächte Ducati-Pilot. „Marc versucht in diesem Jahr immer, zu Beginn des Rennens eine Lücke herauszufahren. Ich weiß nicht, welchen Plan er in diesem Jahr hat. Ich werde versuchen, mich so weit vorne wie möglich zu behaupten. Ich muss aber sicher an meine körperliche Situation denken, denn das Rennen ist sehr lang und es könnte wärmer werden als heute.“

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