Andrea Dovizioso holt mit Platz sechs im Qualifying von Misano das „Maximum, während Ducati-Teamkollege Danilo Petrucci von einer „Katastrophe“ spricht.

Ducatis schwieriges Rennwochende in Misano setzte sich auch am Qualifying-Samstag fort. In der Position, um die erste Startreihe mitkämpfen zu können, befanden sich Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci zu keinem Zeitpunkt. Letzterer kam nicht einmal über Q1 hinaus.

Während er am Sonntag von Startplatz 17 ins Rennen gehen muss, kam es für Teamkollege Dovizioso zwar nicht ganz so schlimm. Er konnte sich immerhin als Sechster qualifizieren. Dovizioso lag auf der fliegenden Runde wie auch im Longrun jedoch deutlich hinter den Yamahas und WM-Leader Marc Marquez, die sich stark präsentierten.

„Leider haben wir das nach dem Test erwartet“, kommentiert Dovizioso seinen sechsten Startplatz. „Am Ende ist mir eine wirklich gute Rundenzeit gelungen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir zu kämpfen hatten, insbesondere mit den frischen Reifen.“

Reihe zwei für das Ducati „das Maximum“

„Ich bin glücklich über die Rundenzeit, die ich gemacht habe, und ich denke, der Start aus der zweiten Reihe war das Maximum, das wir erreichen konnten. Wenn man keine Chance hat, um den Sieg oder die Pole-Position zu kämpfen, braucht man ein anderes Ziel und das war der Start aus der zweiten Reihe“, sagt Dovizioso weiter.

Was die Lücke zur Konkurrenz angeht, glaubt der Italiener, Fortschritte gemacht zu haben: „Im Rennen wird der Rückstand etwas kleiner sein. Wir haben nicht das Tempo der Top 3, aber ich sehe eine Gruppe von sieben Fahrer mit einer ähnlichen Geschwindigkeit.“

Bei den besagten Top 3 nennt Dovizioso Pole-Setter Maverick Vinales sowie Fabio Quartararo und Marc Marquez. „Aber auch (Franco) Morbidelli, Valentino (Rossi; Anm. d. R.) und Alex Rins sind nah dran. Wir werden versuchen, den Anschluss zu halten“, sagt der Ducati-Pilot. Größtes Problem in Misano ist und bleibt der niedrige Grip.

Petrucci spricht von „komplettem Desaster“

Noch bevor die Superbike-WM im Juni in Misano gastierte, war die Strecke gereinigt worden, um den Grip bei Regen zu erhöhen. „Im Superbike-Rennen waren sie dann anderthalb Sekunden langsamer. Sie sagten uns, dass der Grip nachgelassen habe, aber diese Maßnahme notwendig gewesen sei. Beim Test konnte man es schon klar spüren.“

Ducati leide darunter mehr als die Konkurrenz, konstatiert Dovizioso und findet in Teamkollege Petrucci einen Leidensgenossen. „Es war ein wirklich seltsamer Tag“, hält der Italiener fest. „Morgens hatte ich keine Traktion und am Nachmittag war das Gegenteil der Fall.“

„Das bedeutete, dass wir die wenigen Dinge verloren, die wir morgens verstanden hatten. Am Nachmittag war es ein komplettes Desaster, weil das Motorrad die ganze Zeit über das Vorderrad pushte“, erklärt Petrucci. Hinzu kam, dass sich der Ducati-Pilot ähnlich wie Dovizioso gerade auf frischen Reifen schwer tat.

Exklusiv: Danilo Petrucci im Interview

Von Startplatz 17 in die Top 10 ist das Ziel

„Das Problem war, dass ich keinen Unterschied zwischen einem gebrauchten Reifen und einem neuen Reifen spürte. Auf gebrauchten Reifen fuhr ich tiefe 34er-Zeiten, das ist nicht schlecht. Aber mit neuen Reifen waren es hohe 33er-Zeiten und ich hatte viel zu kämpfen. Normalerweise hätte ich eine Sekunde schneller fahren müssen.“

Das machte sich natürlich gerade im Qualifying extrem bemerkbar. Petrucci weiß: „Von Platz 17 zu starten, ist sicherlich nicht einfach, und ich kann wirklich einen guten Start machen. Aber ich denke, das Ziel ist im Moment die Top 10. Am Freitag habe ich mehr erwartet, aber am Samstag fehlte uns viel Tempo und ich kann nicht glücklich sein.“

Den Kopf hängen lassen will der Sieger von Mugello aber nicht. „Ich möchte für Sonntag positiv bleiben. Ich weiß, dass die Pace da ist, auch wenn Samstag sicherlich eine Katastrophe war und wir unsere Probleme für Sonntag lösen müssen.“ Viel Zeit bleibt dafür jedoch nicht.

Auch die übrigen Ducati-Piloten taten sich am Samstag in Misano schwer. Testfahrer Michele Pirro schaffte zwar den direkten Q2-Einzug, blieb dann aber auf Platz zwölf stehen. Die beiden Pramac-Kundenfahrer Francesco Bagnaia und Jack Miller kamen nicht über Q1 hinaus. Sie starten am Sonntag von den Positionen 13 und 16.

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann