Andrea Dovizioso muss sich beim Aragon-Grand-Prix von Startplatz 10 kommend nur Marc Marquez geschlagen geben – die Reifenwahl lag für ihn auf der Hand.

Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso zeigte beim Aragon-Grand-Prix ein starkes Rennen. Vom 10. Startplatz fuhr er im Verlauf der 23 Rennrunden bis auf die zweite Position nach vorn. Am Ende musste er sich lediglich dem überlegenen Piloten des Wochenendes – Honda-Star Marc Marquez – geschlagen geben.

In die schwierige Ausgangslage für das Rennen hatte sich „Dovi“ selber gebracht. „Im Qualifying ist mir auf meiner schnellsten Runde ein Fehler unterlaufen“, erinnert sich der Italiener an den Samstag. Und fügt hinzu: „Als Zehnter in der Startaufstellung an einen Podestplatz zu denken, fiel schwer. Aber ich hatte ein gutes Gefühl.“

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Dovizioso überzeugt mit starkem Finish

„Mein Start war eigentlich gut, doch dann wurde ich eingeklemmt und verlor ein paar Positionen“, so Dovizioso weiter. „Im Rennen lief es dann aber besser als erwartet. Ich fand einen guten, ruhigen Rhythmus, ohne den Reifen zu überfahren. Deshalb hatte ich auch in der Schlussphase noch genügend Grip, um noch einige Positionen gutzumachen.“

Die letzten beiden Piloten, die sich „Dovi“ auf dem Weg zu P2 schnappte, waren Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller und Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales. Der Spanier, der in der letzten Runde noch hinter Miller zurückfiel und von einem Podestplatz abrutschte, war wie alle Yamaha-Piloten mit dem harten Hinterreifen unterwegs.

„Diese Entscheidung war einfach“, grinst Dovizioso mit Blick auf die Reifenwahl und erklärt: „Es war fast 20 Grad [Celsius] kühler als am Renntag vor einem Jahr. Außerdem war es kühler als gestern und es war bewölkt. Das hat es ermöglicht, den weichen Hinterreifen und den Medium-Vorderreifen zu verwenden. Jedenfalls für mich.“ Allerdings war „Dovi“ nicht der einzige. Auch Marquez und Miller fuhren mit der Soft-Mischung am Hinterrad – und ebenfalls auf das Podium.

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Position als Zweiter der WM-Wertung gefestigt

In der WM-Gesamtwertung hat Dovizioso trotz seines starken Rennens mit acht gewonnenen Positionen weitere fünf Zähler auf Tabellenführer Marquez verloren. Gleichzeitig hat er aber seinen Vorsprung auf den Tabellen-Dritten Alex Rins (Suzuki) auf 46 Punkte ausbauen können.

„Gegen Marc sieht es jetzt noch schlechter aus“, verweist Dovizioso darauf, dass Marquez mit nun 98 Punkten Vorsprung schon beim kommenden Rennen in Thailand in zwei Wochen seinen sechsten WM-Titel in der Königsklasse MotoGP einfahren kann.

„Meinen Vorsprung auf den dritten Tabellenrang konnte ich aber ausbauen. Ich muss zufrieden sein“, so Dovizioso, der weiß, dass ihm Rins dabei unfreiwillig geholfen hat. Der Suzuki-Pilot war in Kurve 12 der ersten Rennrunde auf Francos Morbidellis Petronas-Yamaha aufgefahren. Und hatte den Italiener dabei zu Fall gebracht. Rins konnte weiterfahren, kam aber nach Strafe nur auf P9 direkt hinter Valentino Rossi ins Ziel.

„Das hat natürlich geholfen, denn ich hatte im Rennen mit ihm gerechnet“, gesteht Dovizioso in Bezug auf Rins und dessen schiefgegangenes Manöver gegen Morbidelli in der ersten Runde.