Honda-Testpilot Stefan Bradl verkaufte sich bei seinem Einsatz am Sachsenring stattlich. Zugleich glaubt er, dass sich auch Jorge Lorenzo noch steigern wird.

Als Ersatzmann bei Repsol Honda gelang Stefan Bradl beim Großen Preis von Deutschland am vergangenen Wochenende auf dem Sachsenring das, was Stammpilot Jorge Lorenzo in der MotoGP-Saison 2019 bisher nicht vergönnt war: Der Deutsche schaffte es – wie schon bei seinem Wildcard-Einsatz in Jerez – unter die Top 10.

Lorenzos beste Platzierung im Honda-Werksteam war bisher ein elfter Rang in Le Mans. Zwar zeigte die Formkurve des Spaniers auf der RC213V zuletzt nach oben, eine Wirbelverletzung bremste Lorenzo in Assen jedoch aus. Ob er sich über die Sommerpause soweit regenerieren kann, dass er beim Großen Preis von Tschechien in Brünn wieder fit ist, bleibt abzuwarten.

Auf seine Probleme bei Honda angesprochen, verteidigt Testpilot Bradl den Spanier. Dieser hatte angekündigt, das Motorrad für alle Piloten im Team fahrbarer machen zu wollen, sei es doch derzeit vor allem ein auf Weltmeister Marc Marquez zugeschnittenes Bike. „Ich denke, er hat das Potenzial, dies zu tun“, kommentiert Bradl Lorenzos Vorhaben.

Stefan Bradl: Bike statt Mikro

Warum kommt Bradl besser zurecht?

„Denn Lorenzo verfügt über viel Erfahrung mit anderen Herstellern. Zwar habe auch ich Erfahrung mit anderen Herstellern. Aber mein Fahrstil hat sich schon immer an der Honda orientiert, seit ich in die MotoGP kam. So habe ich gelernt, schnell zu fahren in dieser Kategorie“, sagt er weiter. So erklärt sich auch, warum Bradl besser zurechtkommt als Honda-Neuzugang Lorenzo.

Doch das muss nicht so bleiben, weiß der Deutsche, seit 2018 offizieller HRC-Testpilot: „Ich kenne die Honda sehr gut und weiß, dass man am Vorderrad eine härtere Reifenmischung verwenden muss. Das passt auch zu meinem Fahrstil. Aber ich denke, dass Jorge die Kraft und Erfahrung hat, um HRC vielleicht eine neue Richtung zu geben.“

„Im Moment muss er sich selbst allerdings auch ein wenig anpassen. Dann werden sich in Zukunft gewiss einige gute Gelegenheiten ergeben“, blickt Bradl voraus. Schon beim Herstellerwechsel von Yamaha zu Ducati 2017 tat sich Lorenzo schwer. Dennoch gelangen ihm in der ersten Saison drei Podestplätze. Auf die muss er bei Honda aktuell noch warten.

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