Honda-Teammanager Alberto Puig stellt klar, dass Jorge Lorenzo mit dem Motorrad klarkommen müsse, das er hat. Gleichzeitig vertraut er auf das Talent des Spaniers.

Als Jorge Lorenzo vor einigen Wochen in Mugello andeutete, dass die Honda ein reines Marc-Marquez-Bike sei, was es für andere Piloten schwer mache, damit gute Ergebnisse einzufahren, schlug das hohe Wellen. Während der Spanier sich auf die Fahnen schrieb, das Motorrad für alle komfortabler machen zu wollen, und ins Werk nach Japan reiste, relativierten Cal Crutchlow und Marc Marquez seine Ansicht.

Im Gespräch mit ‚PecinoGP.com‘ zeigt auch Honda-Teammanager Alberto Puig wenig Verständnis für Lorenzos Vorwurf. „Wenn da ein Fahrer ist, der fast jedes Wochenende mit diesem Motorrad gewinnt, gibt es nichts mehr zu sagen. Die anderen, die dieses Motorrad haben, können sich beschweren, wie sie wollen“, hält er fest und wird noch deutlicher.

„Wenn du hierher kommst und dieses Motorrad hast, dann halte den Mund und fahr damit. Ich meine, Marquez gewinnt darauf Rennen. Die anderen Jungs, die das gleiche Motorrad haben, wissen also, dass auch sie mit damit gewinnen können“, sagt Puig weiter. „Und wenn man mich fragen würde, ob ich denke, dass Marquez im Moment der Nummer-1-Fahrer ist, dann würde meine Antwort ganz klar Ja lauten.“

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Crutchlow: „Wie können wir uns beschweren?“

LCR-Pilot Cal Crutchlow, der neben Lorenzo und Marquez die dritte 2019er-Honda im Feld fährt, stimmt Puig zu. „Er ist ein guter Boss. Ich verstehe mich wirklich gut mit ihm und er war immer ein großer Unterstützer von mir“, sagt der Brite. Er fügt hinzu: „Wie können wir uns beschweren, wenn der Typ mit dem gleichen Motorrad die Meisterschaft anführt?“

„Aber wir kennen unsere Grenzen, ich kenne meine Grenzen mit dem Motorrad. Und wenn ich schneller fahren könnte, würde ich gerne schneller fahren, aber im Moment kann ich es nicht“, gesteht Crutchlow. Er kommt mit dem neuen Bike laut eigener Aussage noch nicht so gut zurecht wie mit dem Vorjahresmodell. Insbesondere weil sich das Handling durch den Power-Vorteil beim Motor deutlich verändert hat.

„Wir haben mehr Leistung und verlieren dadurch nicht mehr so viel Zeit auf den Geraden wie im vergangenen Jahr“, erklärt Puig. „Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern, aber ich denke, da sind wir nicht die einzigen. Also sind wir vorerst zufrieden mit dem, was wir im Winter gemacht haben. Aber natürlich werden wir nicht aufhören, uns weiterzuentwickeln.“

Puig: „Wir helfen Lorenzo, so gut wir können“

Das bedeute im Umkehrschluss auch, dass man Lorenzo in seiner Anpassung an die RC213V nach Kräften unterstütze. „Er hat seine eigenen Ideen“, weiß der Honda-Teammanager. „Er hat Honda viele Dinge abverlangt, und Honda hat diese Dinge geliefert. Ich denke, jetzt ist Jorge an einen Punkt gekommen, an dem er versteht, dass es an der Zeit ist, vielleicht nicht mehr so viel zu experimentieren.“

„Er hat viele, viele verschiedene Arten von Dingen ausprobiert. Also bin ich mir sicher, dass er jetzt in der Lage sein wird, alles zusammenzusetzen.“ Hilfe bekommt Lorenzo dabei von Takeo Yokoyama, technischer Direktor bei Honda. „Takeo ist ein Mann mit langjähriger Erfahrung. Er hat dieses Motorrad mit anderen Honda-Leuten entwickelt“, weiß Puig.

„Alles, was er tun kann, ist, Jorge die beste technische Beratung zu geben. Und genau das macht er. Wir versuchen, ihm so gut wie möglich zu helfen.“ Dass Lorenzo der Umstieg auf Honda überhaupt so schwer fallen würde, habe alle ein wenig überrascht, gibt Puig zu: „Sobald er sich an eine Sache gewöhnt hat, sieht es für mich so aus, als ob er erst einmal Zeit braucht, sich wieder davon zu lösen“, sagt er.

Der Teammanager betont in dem Zusammenhang aber auch, dass Lorenzos Vorsaison verletzungsbedingt beeinträchtigt war. „Ich denke, das hat seinen Start sehr behindert“, so Puig. „Aber wir müssen es weiter mit ihm probieren und versuchen, ihm zu geben, was er will. Wir glauben, dass er irgendwann sein wahres Potenzial zeigen wird. Wir hoffen es.“

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