Der Circuito de Jerez zeigt die Schwächen eines Motorrads deutlich auf, und kann daher für die weitere Saison richtungsweisend sein – ein Fragezeichen ist der neue Asphalt.

Mit dem Grand Prix von Spanien auf dem Circuito de Jerez betritt die Motorrad-WM bekanntes Terrain. Im vergangenen November testeten die MotoGP-Teams dort zum bisher letzten Mal. Auch wenn alle diese 4,4 Kilometer lange Strecke wie ihre Westentasche kennen, gibt es doch eine unbekannte Variable, nämlich den Asphalt.

Im vergangenen Jahr wurde die Strecke in Jerez neu asphaltiert, doch in der Winterpause wurden einige Reparaturen und Modifikationen daran vorgenommen. Einige Abschnitte mussten komplett neu asphaltiert werden. Somit wird sich den Fahrern und Teams am kommenden Wochenende ein neues Gripniveau bieten, auf das sie sich einstellen müssen.

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

Da seit den Arbeiten keine Testfahrten möglich waren, darf Michelin Jerez wie eine neue Strecke behandeln. Deswegen ist es vom Reglement erlaubt, den Fahrern zusätzliche Reifen zur Verfügung zu stellen, damit eine größere Bandbreite an Grip sowie Temperaturfenster abgedeckt werden können. Jeder Fahrer wird vorne und hinten zwischen vier Slicks wählen können.

Es gibt die Mischungen weich, mittel und hart, wobei zwei verschiedene harte Reifen zur Auswahl stehen. Dieses Kontingent betrifft sowohl die Vorder- als auch die Hinterreifen, wobei die Hinterreifen asymmetrisch sind und die rechte Flanke etwas härter ist, weil Jerez über acht Rechts- und fünf Linkskurven verfügt.

Handling und Kontrolle der Wheelies wichtig

„Es ist eine kleine Strecke, auf der das Handling zählt“, sagt Marcus Eschenbacher bei ‚MotoGP.com‘. Er ist im KTM-Team der Crew-Chief von Johann Zarco. „Es gibt flüssig zu fahrende Kurven und harte Bremspunkte vor den Kurven 13 und 1. Deswegen braucht man Bremsstabilität und gutes Verhalten beim Lenken. Es gibt auch langgezogene Kurven, die bei Hitze die Reifen belasten.“ Die Fahrbarkeit und der Umgang mit den Reifen sind für Jerez entscheidend.

Wichtig ist auch die Wheeliekontrolle in Kurve 5, wenn die Fahrer auf die mit 607 Metern längste Gerade beschleunigen. Da man das Getriebe aufgrund des winkeligen Streckencharakters kurz übersetzt, kommt extrem viel Leistung ans Hinterrad. „Wir haben so viel Leistung, dass es wichtig ist, dass das Hinterrad vor allem in Schräglage nicht rutscht“, sagt Daniele Romagnoli, der Crew-Chief von Danilo Petrucci im Ducati-Team, bei ‚MotoGP.com‘.

Schwächen eines Bikes kommen zur Geltung

Das Motorrad und die Elektronik muss so abgestimmt werden, dass man in Schräglage beim Beschleunigen konstanten Grip hat. „Jerez ist eine sehr spezielle Strecke“, betont Francesco Carchedi bei ‚MotoGP.com‘. Er arbeitet bei Suzuki als Crew-Chief von Joan Mir. „Negative Punkte beim Motorrad werden zur Schau gestellt.“ Deshalb ist Jerez für die Hersteller die Stunde der Wahrheit.

„Es ist vielleicht eine der wichtigsten Strecken, denn wenn das Motorrad in Jerez funktioniert, dann wird man ein gutes Jahr haben, denn es wird auf den meisten Strecken funktionieren“, hält Carchedi fest. Am Montag nach dem Rennen ist außerdem noch ein offizieller Testtag angesetzt. Dann werden die Hersteller die ersten größeren Entwicklungsteile seit dem Saisonauftakt im Gepäck haben.

Die Teams und Fahrer der Klassen Moto2 und Moto3 testeten im Februar in Jerez und fuhren damals schon auf dem neuen Asphalt. Somit hat Dunlop für die beiden kleinen Klassen Daten und Erfahrungswerte.

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