Yamaha-Pilot Valentino Rossi klagt nach Platz acht in Aragon über die gleichen Probleme wie zuletzt in Misano: Der starke Reifen-Abbau gibt dem „Doctor“ Rätsel auf.

Bereits am Samstag hatte Valentino Rossi einsehen müssen, dass sein Tempo auch beim Aragon-Grand-Prix nicht ausreichen würde, um mit Marc Marquez (Honda) oder den Yamaha-Markenkollegen Maverick Vinales und Fabio Quartararo mithalten zu können. Am Renn-Sonntag kam es für den „Doctor“ dann allerdings noch schlimmer als erwartet.

Von P6 gestartet hing Rossi zunächst hinter Aprilia-Pilot Aleix Espargaro fest und fiel im weiteren Verlauf des Rennens bis auf Rang acht zurück. Sowohl Andrea Dovizioso (Ducati) als auch Cal Crutchlow (LCR-Honda) gingen am Italiener vorbei, der die Ziellinie schließlich mit 23,6 Sekunden Rückstand auf Sieger Marquez überquerte.

„Ich weiß, dass mein Tempo nicht fantastisch ist. Wirklich nicht genug, um hier um das Podium zu kämpfen. Aber ich hoffte und erwartete, stärker zu sein“, gibt Rossi zu. „Das Rennen war sehr schwierig, da wir wie die anderen Yamahas mit dem harten Hinterreifen starteten.“ Während die Konkurrenz allerdings auf die weiche Mischung setzte.

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Rossi klagt über starken Reifen-Abbau

Auch Quartararo und Vinales hatten die harte Variante gewählt und am Ende einige Probleme damit, weiß Rossi. „Aber ich hatte schon nach fünf, sechs Runden einen großen Abfall am Hinterreifen. Also musste ich leider langsamer werden und mein Tempo war ziemlich schlecht“, blickt der Yamaha-Pilot auf den starken Reifenabbau.

Dabei stellt er klar: „Es ist kein Problem mit dem Reifen, sondern eher ein Problem von uns, unserer Abstimmung. Denn in der zweiten Saisonhälfte modifizierten wir etwas und ich war im Allgemeinen wettbewerbsfähiger. Aber wir haben immer dieses Problem des Grips am Hinterrad, und wir leiden mehr als Quartararo und Vinales darunter.“

Beide kamen immerhin auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel. Dass es für ihn mit dem weichen Hinterreifen besser gelaufen wäre, glaubt Rossi nicht. „Michelin riet uns zu der harten Variante, weil die weiche mit unserem Motorrad nicht gut funktionierte. Deshalb entschieden sich am Ende alle Yamahas für die harte Mischung.“

„Schlimmster Tag“: Grip-Fiasko gibt Rätsel auf

Nachdem er damit am Freitag noch eine recht passable Pace an den Tag legen konnte, brach diese im Laufe des Wochenendes immer weiter ein – zur Verwunderung des Italieners. „Leider war der Grip hier sehr schlecht, so schlecht wie in Misano, vielleicht sogar schlechter. Die Strecke war 0,6 bis 0,7 Sekunden langsamer als im Vorjahr.“

„Uns fehlte der Grip, aber aus irgendeinem Grund war es am Freitag nicht so schlimm. Nach Samstag bekam ich jedoch mehr Probleme, und heute war der schlimmste Tag. Das ist schwer zu erklären, weil ich das gleiche Motorrad und den gleichen Reifen wie am Freitag benutzt habe und da nicht so schlecht war. Aber heute litt ich mehr.“

Liegt es möglicherweise an den neuen Yamaha-Teilen wie etwa dem Doppel-Auspuff, der laut Vinales schwerer abzustimmen ist? „Ich weiß es nicht. Aber dieses Grip-Problem hatte ich bereits in Österreich und Silverstone. Und da fuhr ich mit den alten Teilen“, sagt Rossi. „Insofern würde ich das aus meinen Sicht ausschließen.“

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Topspeed-Defizit kostet Vinales Podestplatz

„Es ist etwas anderes, weil mir der Grip am Hinterrad fehlt, besonders in Schräglage. Ich rutsche sehr viel und darunter leidet am Ende der Reifen. Man ist langsamer und hat einen hohen Verschleiß. Wir müssen also eine Lösung finden, um uns zu verbessern“, appelliert der 40-Jährige mit Blick auf die verbleibenden fünf Saison-Rennen.

In denen wird Yamaha auch sein Topspeed-Defizit weiter überbrücken müssen. Dieses wurde auf der langen Gegengeraden in Aragon einmal mehr offensichtlich. Deshalb musste sich auch Vinales, der lange um einen Podestplatz kämpfte, am Ende von den beiden Ducatis mit ihrem deutlichen Power-Vorteil schlucken lassen.

Rossi weiß: „Es ist viel einfacher, wenn man schnell auf der Geraden ist. Man kann ohne Aufwand Zeit gutmachen und auch das Überholen geht auf der Geraden viel einfacher. Wir wissen, dass es unser Schwachpunkt ist. Und Yamaha arbeitet daran, das im nächsten Jahr zu verbessern. Es ist nicht einfach, denn der Abstand ist ziemlich groß.“