Honda-Pilot Marc Marquez bejubelt nach seinem vierten Saisonsieg in Barcelona den Ausbau der WM-Führung. Er entgeht dem Sturz-Chaos hinter ihm aber nur knapp.

Er war der große Nutznießer des Vierersturzes zu Rennbeginn: Hatte sich Marc Marquez vor dem Großen Preis von Katalonien nicht nur auf die Konkurrenz von Ducati, sondern auch Yamaha eingestellt, fuhr er nach deren Ausscheiden in Runde zwei einsam einem souveränen Sieg entgegen. Dabei wäre fast auch Marquez selbst in den Sturz verwickelt worden, den sein Honda-Teamkollege Jorge Lorenzo ausgelöst hatte.

Weil der Weltmeister in der Anfahrt auf Kurve 10, in der das Drama passierte, aber seinerseits an Ducati-Konkurrent Andrea Dovizioso vorbeiging, spielte sich der Massencrash direkt hinter ihm ab. „Ich hatte viel Glück“, weiß Marc Marquez. „Ich war hinter Dovi und wollte ihn auf der Geraden im Windschatten überholen. Am Bremspunkt befand er sich noch immer vor mir und bremste sehr hart, also löste ich meine Bremsen und stach hinein.“

Letzten Endes war das der Moment, der Marquez rettete. Denn direkt hinter ihm rasselte Lorenzo nur Millisekunden später ins Heck von Dovizioso und riss damit auch die beiden Werks-Yamahas von Maverick Vinales und Valentino Rossi mit ins Verderben. Damit waren vier Podest-Kandidaten auf einmal aus dem Rennen – und Marc Marquez drehte danach in Führung ungefährdet seine Runden.

Barcelona: Der Crash in Kurve 10

Marquez fürchtete die Yamahas

„Wir haben lange an der korrekten Strategie getüftelt. Ich wählte schließlich den weichen Hinterreifen, denn meine Stärke lag im ersten Teil des Rennens. Deshalb versuchte ich, so früh wie möglich in Führung zu gehen und konstant zu pushen“, erklärt der Rennsieger. „Ich wusste, dass Dovi raus war, aber nicht, dass auch die anderen gestürzt sind. Dann sah ich, dass Petrucci auf Platz zwei lag.“

„Er gehörte in den Trainings nicht zu den schnellsten Fahrern, aber ich pushte trotzdem weiter, auch wenn die Lücke schon groß war. Ich wusste, dass Quartararo und die Yamaha-Fahrer im letzten Teil des Rennens sehr schnell sind“, schildert Marc Marquez weiter. Doch die gefürchteten Werks-Yamahas waren ja bereits ausgeschieden und auch von Quartararo drohte keine Gefahr, er kam nicht mehr nah genug heran.

So allein an der Spitze kamen Erinnerungen einen seinen Sturz in Austin hoch, als er das Rennen ebenfalls mit großen Vorsprung anführte. „Natürlich hat man diese Fehler im Hinterkopf“, gibt der Honda-Pilot zu. „Aber jetzt haben wir in der WM 37 Punkte Vorsprung und das ist das Wichtigste. Auf zwei für uns schwierigen Strecken sind wir Zweiter und Erster geworden. So wollen wir weitermachen, die WM ist noch lang.“

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Doppelerfolg für die Marquez-Brüder

Und der Große Preis von Katalonien hat gezeigt, wie schnell man auch unverschuldet ausfallen kann. Deshalb weiß Marc Marquez, dass er sich auf seinem Vorsprung keineswegs ausruhen kann: „Es sieht vielleicht einfach aus, aber das ist es nicht. Ich bin hier gut gefahren, trotzdem gab es einige Fahrer, die mich bedrängten. Man weiß nie. Es ist erst das siebente Rennen. Wir müssen weiter hart arbeiten.“

Jetzt ist aber erst einmal Zeit zum Genießen und Feiern. Denn beim Heim-Grand-Prix in Katalonien war auch Marquez‘ jüngerer Bruder Alex erfolgreich. Er fuhr seinen dritten Sieg in Folge ein und übernahm damit die WM-Führung in der Moto2. Ein emotionaler Moment auch für den Älteren, denn es ist ein gemeinsamer Erfolg: „Es ist großartig. Wir leben zusammen, wir trainieren zusammen.“

„Im Vergleich zum vergangenen Jahr, wo bei mir alles sehr gut lief, hatte mein Bruder Probleme. Ich versuchte, ihm zu helfen. Aber jetzt stehen wir jeden Tag mit einem Lächeln auf, alles läuft gut. Motorräder sind unser Leben. Ich freue mich sehr für ihn. Er hat jetzt das Selbstvertrauen und weiß, was er kann. Ich habe zu ihm schon immer gesagt, genieße es einfach. Denn wenn du es genießt, macht das alles einfacher.“

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