LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow kann die Pace in Misano nicht ansatzweise mitgehen, ehe dann auch noch ein Sturz sein Rennen beendet – „Ich spürte das Motorrad auf dieser Strecke nicht“.

Für Cal Crutchlow ging am MotoGP-Wochenende in Misano so gut wie gar nichts. Im Qualifying nur Vierzehnter, spülte es den LCR-Honda-Piloten im Rennen zumindest bis auf Platz elf nach vorne, auch bedingt durch den einen oder anderen Ausfall. Doch diesen Rang konnte der Brite nach einem Sturz fünf Runden vor Schluss nicht mehr ins Ziel bringen.

„Ja, das war kein gutes Rennen. So weit weg vom Führenden zu sein und zu stürzen, ist nie gut“, resümiert Crutchlow anschließend schonungslos. „Es war im Test und an diesem Wochenende ganz offensichtlich, dass ich das Motorrad auf dieser Strecke nicht spürte. Die Streckenbedingungen waren nicht gut und die Reifen fühlten sich nicht gut an.“

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Crutchlow kann sich Sturz nicht erklären

„Aber es ist für alle gleich“, weiß der 33-Jährige. „Ich fuhr so schnell ich konnte, ohne zu stürzen, und stürzte am Ende trotzdem. Das zeigt die Realität im Moment. Ich hatte nicht das Tempo, ich hatte nicht das Gefühl mit dem Motorrad.“ Als Hauptproblem macht er weiterhin das Turning der physisch schwer zu fahrenden Honda aus.

Seinen Sturz kann sich Crutchlow nicht erklären. „Ich habe nichts anderes gemacht als jede Runde zuvor, und bin einfach gecrasht. Er war genau der gleiche Sturz, den Marc (Marquez, Anm. d. Red.) im FP4 in Kurve 7 hatte. Es deutete sich nicht an. Ich hatte mehr Warnungen auf der rechte Seite, stürzte aber auf der linken. Das ist ein Problem.“

Doch nicht nur der Sturz gab dem LCR-Piloten Rätsel auf. Auch der Rückstand auf die Konkurrenz brachte ihn zum Grübeln. „Selbst wenn ich nicht gut gefahren bin, sollte ich immer noch unter den ersten Acht oder Sechs sein. Ich war so weit weg, dass Du es Dir nicht vorstellen kannst“, sagt er. Große Sprünge gelangen ihm nicht.

Auch sein Rückstand gibt Crutchlow Rätsel auf

„Einige Einstellungen, die wir ausprobiert haben, waren besser, andere schlechter. Das änderte nichts daran, dass das Motorrad in den Kurven nicht gut funktioniert. Ich konnte es nicht abbremsen und hatte folglich auch am Kurvenausgang Probleme. Wenn man 14 Kurven auf der Strecke hat, wird es dann natürlich ein langes Rennen.“

Dabei hätte das niedrige Grip-Level in Misano ihm und der Honda eigentlich entgegenkommen müssen. Auf anderen Strecken mit vergleichbar wenig Grip schnitt Crutchlow in dieser Saison meist gut ab. „In Katar und am Sachsenring habe ich das Podium erreicht. In Barcelona waren wir in der Nähe des Podiums“, erinnert er sich.

In der WM-Wertung hat der LCR-Pilot durch seinen Nuller den Anschluss an die Konkurrenz aus den Kunden-Teams etwas verloren. Mit 88 Punkten belegt er Platz neun, während Jack Miller (Pramac-Ducati) auf 101 Zähler kommt und Achter ist. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) schreibt 112 Punkte und ist auf Platz sieben bester Satelliten-Pilot.