Andrea Dovizioso spricht nach dem Freitag in Aragon von einem ähnlichen Gefühl wie im Vorjahr, aber er sieht Ducati im Verfolgerfeld – Jack Miller bester Ducati-Fahrer.

Mit Jack Miller (Platz 6) und Andrea Dovizioso (Platz 8) schafften es am ersten Trainingstag für den Grand Prix in Aragon (Spanien) zwei Ducati-Fahrer in die Top 10. Danilo Petrucci ist Stand Freitag als Zwölfter nicht direkt für Q2 qualifiziert. Im Vorjahr kämpfte Dovizioso bis zum Schluss gegen Marc Marquez um den Sieg. Diesmal hatte „Desmo Dovi“ nach den ersten beiden Trainings 1,6 Sekunden Rückstand auf den Honda-Star.

Läuft es dennoch in Aragon etwas besser als zuletzt in Misano? „In Aragon ist der Reifenabbau immer sehr hoch. Aber es ist auf jeden Fall besser als in Misano. Denn dort war es sehr seltsam“, antwortet Ducati-Pilot Dovizioso. „Niemand hat am Freitag viel für das Rennen arbeiten können. Denn die Rundenzeit war wichtig, weil es am Samstag wahrscheinlich nass sein wird. Deshalb haben wir nicht so viel Zeit für die Renn-Pace gehabt.“

Marquez war am Freitag in seiner eigenen Liga. Dovizioso schätzt, dass Ducati in der Gruppe dahinter mit Yamaha und Suzuki ist: „Ich denke, wir sind in der großen Gruppe hinter Marc. Es ist aber noch zu früh, um das Level der Konkurrenz zu verstehen. Wir sind aber dabei. Ich bin nicht zu 100 Prozent zufrieden. Denn wir können uns beim Gefühl für die Frontpartie noch deutlich verbessern.“

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

In der Bremsphase kann man viel gewinnen

„In Aragon ist das Problem mit einem blockierenden Vorderrad immer größer als auf anderen Strecken, weil man hier sehr hart bremsen muss. Dazu fährt man auch viele Kurven in Schräglage an. Wenn man hart bremsen kann, dann wird man sehr einfach schneller. Alle arbeiten daran, denn nach drei Runden lässt der Grip am Hinterreifen stark nach. Das kann man nicht groß ändern, es geht um die Bremsphase. Man muss am Kurveneingang aggressiv sein“, weiß der Ducati-Fahrer.

„Auch die Arbeit mit dem Hinterreifen war etwas seltsam, weil wir nicht viel Zeit hatten“, sagt Dovizioso, der den harten und den weichen Hinterreifen gefahren ist. „Wir mussten beide Reifen ausprobieren, weil wir dazu keine Chance mehr haben werden. Mit dem harten Reifen bin ich mehr Runden gefahren. Es hat nicht zu 100 Prozent funktioniert, aber wir sind dabei. Wenn wir uns verbessern, werden wir unsere Chance haben.“

Und wie ist das Gefühl in den langgezogenen Kurven im Vergleich zum Vorjahr, als Dovizioso mit Ducati auf dieser Strecke eine Sieg-Chance hatte? „Es ist sehr ähnlich. Es ändert sich, ob es mehr oder weniger Grip gibt. Ich denke, hier gibt es etwas weniger Grip als im Vorjahr. Die Rundenzeit ist auch langsamer als im Vorjahr. Aber das Motorrad hat sehr ähnlich funktioniert.“ Der Rückstand auf Marquez war am Freitag dennoch größer als im Vorjahr.

Ducati: Miller zufrieden, Petrucci hadert mit frischem Reifen

Zufrieden mit seinem Trainingstag ist Miller, obwohl ihm eineinhalb Sekunden auf Marquez fehlten: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Start ins Wochenende. Und ich bin froh, dass ich in den Top 10 bin. Wir haben sehr gut mit den Reifen gearbeitet und ein Verständnis dafür aufgebaut.“ Samstagvormittag soll es nass sein und am Nachmittag zum Qualifying auftrocknen. Trotzdem sagt Regen-Spezialist Miller: „Hoffentlich müssen wir im Nassen nicht mit Slicks fahren.“

Für Petrucci setzten sich die Schwierigkeiten hingegen auch in Aragon fort. Zwei Sekunden betrug sein Rückstand auf Marquez. „Ich kann natürlich nicht zufrieden sein, denn wenn es am Samstag regnet, bin ich nicht in den Top 10. Für mich war das eine Überraschung. Denn bis wir am Ende den weichen Reifen verwendet haben, war ich in der Gruppe dabei“, sagt der Italiener. „Für Samstag muss ich daran arbeiten, schneller zu sein.“

„Mit dem neuen Reifen war ich mit dem Gefühl nicht zufrieden. Vielleicht habe ich auch zu viel versucht. Ich hab das Gas zu früh aufgedreht. Der Reifen hat mir diesmal nicht geholfen. Mit gebrauchten Reifen bin ich sanfter und die Situation ist okay, aber mit einem frischen Reifen bin ich zu aggressiv“, nimmt der Ducati-Pilot die Schuld auf seine Kappe. „Die Rundenzeit ist deshalb nicht gekommen.“