In Misano musste sich Jack Miller mit Platz neun begnügen – ob der vielen verletzten Kollegen war der Australier aber froh, heil ins Ziel gekommen zu sein.

Pramac-Pilot Jack Miller kam beim Großen Preis von San Marino als Neunter ins Ziel und wurde damit zweitbester Ducati-Fahrer hinter Andrea Dovizioso auf Rang sechs und vor Danilo Petrucci auf Rang zehn. Das zeigt, wie schwer sich der italienische Hersteller in Misano dieses Mal tat, nachdem noch im Vorjahr Dovizioso siegreich war.

Doch heuer deutete sich bereits in den Trainings an, dass man im Kampf um die Podestplätze keine Rolle spielen würde. Von Startplatz 16 gelang Miller aber immerhin der Sprung in die Top 10. Schon am Start war er in der Lage, viele Positionen gutzumachen.

„Ich kam dann in meinen Rhythmus und konnte den Hinterreifen schonen. Dafür bereitete mir der Vorderreifen umso mehr Probleme, vor allem im letzten Viertel des Rennens“, erklärt der Pramac-Pilot. „Er hat auf der rechten Flanke am Ende sehr stark abgebaut. Aus diesem Grund hatte ich auch einige kritische Momente.“

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100er-Marke in der WM geknackt

Insbesondere die langsamen Kurven, darunter Kurve 10 und 14, seien ein „Albtraum“ gewesen. „Als noch fünf Runden zu fahren waren und Joan Mir mich überholte, versuchte ich dranzubleiben, aber es wurde immer schwieriger. Ich wäre fast gestürzt und ließ es gut sein, als ich sah, dass ich nach hinten genug Luft hatte.“

Miller gab sich mit Platz neun und sieben Meisterschaftspunkten zufrieden. Auf die Spitze fehlten dem Australier im Ziel 26,5 Sekunden. „Nachdem das ganze Wochenende eher schwierig war, nehmen wir die Punkte gerne mit. Wir kommen in der Meisterschaft jetzt auf mehr als 100.“ Genauer gesagt 101 Punkte.

Damit ist Miller in der WM an Cal Crutchlow vorbeigezogen und belegt nun Rang acht. Crutchlow war eines von insgesamt sechs Sturzopfern im Rennen. Alle blieben zum Glück unverletzt. So glimpflich kam an diesem Rennwochenende längst nicht jeder davon.

Viele schwere Stürze in Misano

„Viele Fahrer, darunter Niki Tuuli, Can Öncü, Marcel Schrötter haben sich übel verletzt und Knochen gebrochen. Entsprechend froh bin ich, mit ein paar soliden Punkten davon gekommen zu sein“, sagt Miller. „Jetzt wollen wir dieses Wochenende hinter uns lassen und hoffen beim nächsten Mal auf eine bessere Strecke.“

Könnte Aragon, wo die MotoGP bereits am nächsten Wochenende gastiert, eine solche Strecke sein? „Aragon sollte zum Motorrad und meinem Stil passen“, meint Miller. „Es wäre auf jeden Fall schön, nach Misano wieder ein normales Griplevel vorzufinden.“

Angesprochen auf KTM-Pilot Pol Espargaro, dem er im Rennen einige Runden lang folgte, sagt der Australier: „KTM scheint hier etwas mehr Grip gefunden zu haben als wir. Sie haben nicht diesen verrückten Kurvenspeed wie die Yamahas. Aber sie waren in der Lage, besser zu beschleunigen. Wir hatten zu viel Wheelspin.“