Bis drei Runden vor Schluss ist Maverick Vinales in Aragon noch Zweiter: Warum sowohl er als auch Fabio Quartararo den harten Reifen gewählt haben.

Von Startplätzen aus der ersten Reihe schafften die beiden Yamaha-Fahrer Maverick Vinales und Fabio Quartararo im MotorLand Aragon nicht den Sprung auf das Podest. Von der 8. bis zur 20. Runde hielt Vinales den zweiten Platz. Dann musste der Spanier in der Schlussphase noch das Ducati-Duo Andrea Dovizioso und Jack Miller ziehen lassen. Vinales kam als Vierter ins Ziel. Quartararo verlor schon früher den Anschluss und wurde Fünfter.

„Ich habe wie immer mein Bestes gegeben. Wir sind ein gutes Rennen gefahren“, findet Vinales und erkennt Fortschritte: „Im Vorjahr war es hier ein Desaster und jetzt hat nicht viel auf Platz zwei gefehlt. Wir müssen weiterarbeiten.“ Im Gegensatz zu Honda und Ducati, die mit dem weichen Hinterreifen fuhren, setzten Vinales, Quartararo und Valentino Rossi, der Achter wurde, auf den harten Hinterreifen.

Das Rennen der MotoGP: Gran Premio de Aragón

Vinales: Harter Reifen keine gute Option

War die Reifenwahl der entscheidende Fehler? „Für uns war der harte Reifen eine gute Option. Bis Runde 20 habe ich meine Karten ausgespielt, aber dann ging es nur noch ums Überleben“, sagt Vinales zum Reifen-Thema. „Das Problem war, dass im vierten Training der weiche Reifen extrem abgebaut hat. Wir wussten den Grund dafür nicht.“

Deshalb entschied man sich für den harten Hinterreifen. Der ursprüngliche Plan von Vinales war, im Warm-up mit dem weichen Hinterreifen zehn Runden zu fahren. Da es im Aufwärmtraining feucht war, kam es nicht dazu. Ohne Vergleichswerte blieb man beim harten Hinterreifen. Der Plan ging auch bis drei Runden vor Rennende auf. Ganz ähnlich lief der Entscheidungsprozess in der Box des Yamaha-Kundenteams Petronas ab.

Quartararo: Pace nicht so gut wie zuletzt

„Ich hatte eine gute Pace, aber sie war nicht sehr, sehr gut“, sagt Quartararo zu seiner Performance. „Es scheint, dass der weiche Reifen sehr gut funktioniert hat. Honda und Ducati sind damit gefahren und es scheint die beste Option gewesen zu sein. Es war meine Entscheidung, weil ich mich mit dem weichen Reifen nicht gut gefühlt habe. Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht und wir hätten etwas mehr mit dem weichen Reifen arbeiten müssen.“

Bei Quartararo brach im Rennen die Pace schon früher ein als bei Vinales. Der Franzose schildert: „Ich hatte Probleme mit dem Grip. Es war nicht einfach. Auf der rechten Seite war es besser. Beim weichen Reifen ist die linke Flanke genau wie beim harten Reifen auf der rechten Seite. Mein Gefühl war gut, aber nicht so gut wie in den vergangenen Rennen. Wir kennen aber unsere Probleme. Das ist positiv, denn selbst wenn ich nicht in Bestform bin, bin ich immer noch in den Top 5.“

Insgesamt ist der MotoGP-Rookie mit seiner Leistung zufrieden, denn einmal mehr war er im Spitzenfeld dabei. „Ich fühle mich aber gut, denn ich habe es in die Top 5 geschafft. Abgesehen vom Podium ist das unser Ziel. Damit bin ich zufrieden.“ In der WM-Gesamtwertung ist Quartararo weiterhin auf dem siebten Platz. Miller ist ihm nach Platz drei bis auf sechs Punkte nahegekommen. Die Wertung Rookie des Jahres führt Quartararo natürlich weiterhin an. Vinales ist WM-Fünfter.