Mit seinem Stahl-Chassis ist KTM in der MotoGP ein Exot. Doch Firmenchef Stefan Pierer glaubt, dass das früher oder später zum Erfolg führen wird.

Seit KTM 2017 in die MotoGP eingestiegen ist, geht der österreichische Hersteller seinen ganz eigenen Weg, um in der Königsklasse Fuß zu fassen. So setzte man im Gegensatz zur Konkurrenz von Beginn an auf einen Stahlgitterrohr-Rahmen und bleibt dieser Philosophie auch im dritten Jahr treu – wiederkehrender Kritik zum Trotz.

Auf das KTM-Chassis angesprochen, äußerten verschiedene Teamverantwortliche anderer Hersteller Zweifel daran, dass man damit langfristig Erfolg haben werde: „Es gibt viel Politik in diesem Team. Früher oder später müssen sie auf den Stahlrahmen verzichten, weil sich bereits gezeigt hat, dass er hier nicht funktioniert“, so die Diagnose.

KTM-Chef Stefan Pierer widerspricht dieser Sichtweise im Gespräch mit ‚Motorsport-total.com‘ vehement. „Wir werden den Gitterrohr-Rahmen nie beiseite schieben, denn er ist einer der Hauptvorteile unserer Motorräder“, sagt er. „Sie gewinnen Flexibilität und verlieren Gewicht. So beherrschen wir das Motorradfahren in vielen Disziplinen.“

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Stefan Pierer äußert Kritik an Ducati

„Wir brauchten elf Jahre, um im Supercross zu gewinnen, aber dann gewannen wir fünf Titel in Folge. Bei der Dakar brauchten wir sieben Jahre, um das Gleiche zu tun, und jetzt nennen wir 18 Triumphe nacheinander unser Eigen. Wir brauchen vielleicht zehn Jahre, aber früher oder später werden wir auch in der MotoGP dominieren.“

Der letzte Hersteller, der vor KTM auf ein Stahl-Chassis setzte, war Ducati. Allerdings nahm man mit der Ankunft von Valentino Rossi im Team davon Abstand und schwenkte 2012 schließlich auf den konventionellen Aluminium-Rahmen um. Diesen Weg schließt KTM-Boss Pierer für die österreichische Marke kategorisch aus.

„Wenn wir Ducatis Weg folgen, werden wir verlieren“, ist er überzeugt. „KTM ist aus zwei Gründen im Rennsport tätig. In erster Linie, um Innovationen einzuführen. Aber dann natürlich auch, weil wir Motorräder verkaufen wollen. Ducatis MotoGP-Bikes haben nichts mit denen zu tun, die man in den Geschäften kaufen kann“, so Stefan Pierer.

KTM-Verkaufszahlen sprechen für sich

„Werfen Sie doch mal einen Blick auf deren Zahlen (53.000 Motorräder im Jahr 2018 laut Werksangaben) und auf unsere (261.000 Motorräder)… Für mich sind Rennen nicht nur Emotionen, und deshalb lautet mein Motto: ‚Am Sonntag gewinnen und am Montag verkaufen'“, erklärt der Firmenchef seine Strategie selbstbewusst.

Bis der erste MotoGP-Sieg fällt, wird es aber wohl noch eine Weile dauern. Bisher schaffte es KTM einmal aufs Podest. Das war 2018 beim Saisonfinale in Valencia, als Pol Espargaro einen dritten Platz einfuhr. Sein neuer Teamkollege Johann Zarco blieb bisher hinter den Erwartungen zurück und musste von Stefan Pierer harte Kritik einstecken.

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