Während KTM-Pilot Pol Espargaro aus den Bedingungen in Mugello das Beste macht, sieht Teamkollege Johann Zarco nur als Letzter das Ziel.

Mit Platz neun in Mugello hat Pol Espargaro für KTM das vierte Top-10-Ergebnis dieser Saison geholt. Und das auf einer Strecke, die sich für den Hersteller aus Österreich in der Vergangenheit als schwierig erwies. „Ich bin insgesamt zufrieden. Wir wussten, dass dieses Rennen hart werden würde“, resümiert Espargaro den Italien-Grand-Prix.

„Der Rückstand auf die Spitze war nicht ganz, was wir erwartet hatten. Wir rechneten mit etwas weniger. Aber das Rennen war viel schneller als im Vorjahr. Wir waren 14 Sekunden schneller im Vergleich zu uns selbst. Damit müssen wir happy sein“, sagt der KTM-Pilot, dem im Ziel 16,5 Sekunden auf Renn-Sieger Danilo Petrucci fehlten.

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Zwar gibt er nach dem sechsten Platz in Le Mans zu: „Natürlich wollen wir mehr. Aber diese Strecke zählt neben Barcelona für uns zu den härtesten der Saison, deshalb sind wir glücklich über die Punkte.“ Im Rennen kämpfte er unter anderem mit Cal Crutchlow (LCR-Honda), Michele Pirro (Ducati) und Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha).

Pol Espargaro erklärt größte KTM-Schwäche

Letzteren konnte Espargaro zum Schluss noch überholen und sich Rang neun sichern. Im Vergleich zur Konkurrenz sieht er KTM vor allem bei hohen Temperaturen und niedrigen Grip-Verhältnissen, wie sie in Mugello herrschten, noch etwas im Hintertreffen. Am Kurvenausgang und bei den Richtungswechseln hatte der Spanier zu kämpfen.

„Ich bin viele Runden hinter Pirro gefahren. Auf Strecken wie dieser, wo uns Traktion fehlt, können die anderen das Motorrad aus der Kurve heraus schneller aufstellen, weil sie eine bessere Bodenhaftung haben“, hält Espargaro fest. Er müsse derzeit noch viel Kraft aufwenden, um das zu kompensieren, was vor allem gegen Renn-Ende ein Problem sei.

Um das zu beheben, baut der Spanier vor allem auf die Aerodynamik: „Wir haben in dem Bereich jede Menge Ideen. Einige davon werden bald kommen, andere brauchen noch etwas mehr Entwicklung. Ich bin überzeugt, dass wir Ende des Jahres ein ziemlich anderes Motorrad haben werden als jetzt, was die Aero angeht. Und das wird helfen.“

Barcelona keine Lieblingsstrecke für Espargaro

Mit Blick auf den nächsten Grand Prix in Barcelona dämpft Espargaro die Erwartungen jedoch. „Auch wenn es mein Heim-Grand-Prix ist, gehört die Strecke nicht zu meinen Favoriten“, sagt er. „Der Druck ist hoch und ich will natürlich gut abschneiden. Aber es ist ein schwieriger Kurs für uns, auf dem wir in den vergangenen Jahren nicht schnell waren.“

Trotzdem ist er guten Mutes: „Unser Bike ist jetzt ein anderes und es gibt in diesem Jahr einen neuen Vorderreifen. Wir haben außerdem vielleicht noch etwas in petto, mit dem wir uns in Barcelona steigern können. Mehr darf ich noch nicht verraten. Aber das Wichtigste ist, dass wir ins Ziel kommen und so viele Punkte wie möglich mitnehmen.“

Das ist seinem Teamkollegen Johann Zarco in Mugello nicht gelungen. Er ging erstmals in dieser Saison ohne Punkte aus. Schlimmer noch. Zarco wurde Letzter. Er kam an Position 17 mit fast 42 Sekunden Rückstand auf die Spitze ins Ziel. Für den Franzosen ist es ein weiterer Tiefschlag in seiner schwierigen Anpassung an die MotoGP-KTM.

Johann Zarco: „Ich muss auf neue Teile warten“

„Ich wollte im Rennen den weichen Hinterreifen nehmen, um gleich zu Beginn angreifen zu können und zu verstehen, was die anderen besser machen als ich. Ich konnte viele Informationen sammeln, auch wenn ich zum Schluss sehr gelitten habe und immer langsamer wurde“, kommentiert Zarco seine eigentümliche Reifenwahl im Rennen.

Er hatte sich als einziger Pilot für die Kombination hard/soft entschieden und wurde damit spätestens gegen Rennende durchgereicht. „Es war ein weiteres schwieriges Wochenende mit vielen Problemen“, resümiert der Franzose nüchtern. Auch nach sechs Saisonrennen ist er noch immer auf der Suche nach seiner Form auf der KTM.

„Ich muss abwarten, bis neue Teile kommen. Ich versuche, meinen Fahrstil zu ändern, aber selbst damit stellen sich mir dieselben Limits wie vorher. Es ist das erste Mal, dass ich Letzter geworden bin. Für alles gibt es ein erstes Mal“, sagt Zarco. Die Zuversicht will er aber nicht verlieren: „Vom letzten Platz kann es nur besser werden.“

„Ich habe jetzt sechs Monate Erfahrung mit diesem Motorrad und hoffe, dass wir mit den gesammelten Informationen verstehen, was zu tun ist. Pol ist der einzige, der mit dem Motorrad im Moment zurechtkommt. Auch er hatte zu Beginn des Rennens Probleme. Aber in der zweiten Hälfte konnte er die Reifen managen und eine gute Pace fahren.“

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