In einem Radiointerview spricht Dani Pedrosa über seine Rolle als KTM-Testfahrer und zieht interessante Vergleiche zu Honda. Lob für Espargaro: „Fährt sehr gut.“

Am Montag vor einer Woche absolvierte Dani Pedrosa für KTM den ersten offiziellen Testtag nach seiner langen Verletzungspause. Viel von dem, was der ehemalige Honda-Fahrer testete oder als Feedback an KTM weitergab, drang nicht an die Öffentlichkeit. Dafür sprach Pedrosa mit ‚Catalunya Radio‘ am Rande des jüngsten Rennwochenendes über sein neues Leben als Testfahrer.

„Das Beste an diesem neuen Leben ist die Ruhe“, sagt der Spanier. „Die Tatsache, dass ich mir keine Sorgen machen muss, ob ich die Zeiten auf die Strecke bekommen kann, ob es regnet und ich zwei Stunden lang auf dem Fahrrad trainieren muss und dann ins Fitnessstudio gehe. Jetzt spielt es auch keine Rolle mehr, wenn ich erst um zwei Uhr morgens ins Bett gehe. Vorher wurde alles viel stärker kontrolliert.“

Diese neue Freiheit genießt der 33-Jährige. Das heißt aber nicht, dass er sich nicht auch voll und ganz seiner neuen Rolle als KTM-Testpilot widmet: „Als Tester habe ich einen anderen Job als im Rennsport. Ich versuche, über die Probleme und Gefühle der Fahrer auf dem Laufenden zu bleiben, damit ich weiß, woran ich arbeiten muss, wenn ich selbst auf dem Motorrad sitze.“

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Pedrosa erkennt unterschiedliche Arbeitsweisen

Und Pedrosa ergänzt: „Ich kann sagen, dass man viel arbeiten muss und das Team einen tollen Job macht. Besonders Pol, der sehr gut fährt. Es ist das dritte Jahr für KTM und sie haben nicht die nötige Erfahrung. Deshalb freuten sie sich auf meinen Beitrag, aber die Verletzung zwang mich in eine Pause. Als ich mich ein wenig erholte, ging ich in die Fabrik, um die Leute zu treffen und zu sehen, wie sie arbeiten.“

Hier muss sich auch Pedrosa umstellen, der seine komplette Laufbahn in der Motorrad-WM bei Honda verbrachte. „Ich habe viel Erfahrung mit japanischen Ingenieuren. Jetzt muss mich aber an die Arbeit mit Österreichern anpassen“, gesteht der MotoGP-Testfahrer. „Die Japaner müssen alles testen und nicht nur eine Person entscheidet, es sind oft viele Ingenieure.“

„Zuerst machen sie 1000 Tests, dann machen sie weitere 3000 und dann geben sie dir das Teil, also ist die Zuverlässigkeit sehr hoch. Welches System am besten geeignet ist, müssen wir hier sehen“, zieht Pedrosa den Vergleich. Für seinen ehemaligen Teamkollegen Marc Marquez scheint sich das System in dieser Saison jedenfalls einmal mehr auszuzahlen. Nach sieben Saisonrennen führt er die WM mit Vorsprung an.

Ex-Honda-Pilot: „Lorenzo wird Ausweg finden“

„Marc ist sehr stark“, urteilt Pedrosa. „Ich kenne die Honda nicht, ich weiß nicht, ob das Motorrad besser oder schlechter ist (im Vergleich zum Vorjahr). Aber was deutlich wird, ist, dass sie für ihn funktioniert. Die zweiten Plätze, die er erreicht hat, waren knapp am Sieg vorbei. Wenn wir den Sturz von Austin streichen würden, sehen wir nur Siege und zweite Plätze.“

Auf der anderen Seite der Honda-Garage tut sich Pedrosas Nachfolger Jorge Lorenzo deutlich schwerer. Bisher schaffte er es noch in keinem Rennen unter die Top 10. Für einen Fahrer „seiner Qualität“ sei das durchaus verwunderlich, meint Pedrosa. Gleichzeitig macht er auf die besonderen Umstände aufmerksam, die Lorenzos Wechsel von Ducati zu Honda beeinträchtigten, etwa weil er sich in der Vorsaison verletzte.

„Ich bin auch schon nach einer Verletzung zurückgekehrt oder saß auf einem Bike, das nicht so gut war, wie es hätte sein können. Auch die Reifen spielen eine Rolle. Insofern ist es eine spezielle Situation, aber Lorenzo ist ein Fahrer mit viel Qualität und er wird einen Ausweg finden“, ist der Ex-Honda-Pilot überzeugt. Bis dahin hofft er, dass sich auch KTM zu einer ernsthaften Konkurrenz entwickelt hat.

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