KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer hofft beim Österreich-GP „eine ordentliche Nummer abzuliefern“. Der Welpenschutz sei für KTM vorbei.

Knapp ein Monat vor dem MotoGP-Wochenende auf dem Red Bull-Ring in Spielberg hofft KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer „eine ordentliche Nummer abzuliefern“. Der Heim-Grand Prix sei ein Feiertag, der auf die „Orangen“ zukomme. „Wir wollen uns gut verkaufen und nach drei Jahren in der MotoGP auch langsam was schaffen.“

„Eigentlich läuft es sehr gut in dieser Saison. Obwohl wir mit dem Sturz von Johann Zarco beim Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring nicht super happy waren. Auch Pol Espargaro hat mit einer Handverletzung in den letzten beiden Rennen zu kämpfen gehabt. Also derzeit nicht die optimale Phase für uns“, bilanziert Beirer.

Rechtes Handgelenk verletzt

KTM-Pilot Pol Espargaro hatte sich beim MotoGP-Test in Barcelona – gleich am Montag nach dem Rennen – am rechten Handgelenk verletzt und musste daher bereits auf den privaten KTM-Test zwei Tage später verzichten. Eine erste Untersuchung ergab, dass der Spanier keine Frakturen erlitten hat. Welche Verletzung er genau hat, ist weiterhin unklar. Fakt ist aber, dass der KTM-Pilot seither unter große Schmerzen leidet.

Emotionen in Spielberg

„Zumindest im Renn-Kalender gibt es nun eine kurze Sommerpause, weil unser Test-Team ist gleichzeitig unterwegs“, sagt Beirer und freut sich auf das Heimrennen von KTM: „Wir hoffen, dass sehr viele Zuschauer am Ring sind – was hier an Emotionen frei wird. Es macht sehr viel Spaß, die Athleten hier zu sehen. Es wird sicher wieder ein großartiger Grand Prix. Ich glaube es ist kein Zufall, dass es immer der Grand Prix des Jahres im gesamten Rennkalender wird“, betont der KTM-Motorsport-Direktor.

Beirer zufolge sei für KTM der „Welpenschutz“ vorbei. „Wir verstehen das Motorrad, wir verstehen die Klasse. Aus eigener Kraft können wir mittlerweile um Top 10- bzw. Top 8-Plätze angreifen. Wir müssen konkurrenzfähig werden und sind in einer guten Entwicklung. Es geht in die richtige Richtung.“

Leitner: „Dieses Ziel ist hart“

Teammanager Mike Leitner bezieht sich auf einen Vergleich zu Red Bull Racing in der Formel 1, das im fünften Jahr zum ersten Mal einen Grand Prix gewonnen hatte: „Dieses Ziel ist hart. Wir sind nun zweieinhalb Saisonen dabei und haben es schon auf das Podium geschafft. Ich war überrascht. Aber wir kämpfen gegen harte Konkurrenten. Es sind viele junge starke Fahrer dabei. Da muss alles passen. Und man muss behutsam vorgehen“, sagt er bei einem Pressegespräch in Spielberg.

„Wir haben uns in das Abenteuer MotoGP hineingestürzt. Für uns war es wirklich ein Kalt-Start und wir haben daher um Geduld gebeten“, ergänzt Beirer. „Als wir hier im Herbst 2015 unser Rollout hatten, war das hier ein ganz besonderer Gänsehaut-Moment. Jetzt sind wir halt mittendrin im Fahrwasser. Wir wollen nun anfangen Rennen zu fahren.“

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

KTM-Pilot Johann Zarco, der in der Moto2 bereits in Spielberg gewonnen hatte, freut sich auf die Strecke, die er seit 2016 mag: „Ich habe im Vorjahr Probleme gehabt. Aber ich mag die Energie der Strecke und ich hoffe auf gutes Wetter“, erklärt der Franzose.

Kritik von Auinger

Österreichs Motorrad-Legende August „Gustl“ Auinger kritisiert die „lang vernachlässigte Jugendarbeit“ im Motorradsport in Österreich. „Wir müssen das Ruder herumreißen und etwas aus dem Skisport übernehmen.“ Er meint, dass früher Motorradfahren als laut und stinkend in eine Ecke gedrängt worden sei. „Dabei sollten sich Buben und Mädchen ab dem zehnten Lebensjahr herantasten können, ohne Erfolgsdruck der Eltern.“

Vor dem Grand Prix von Österreich meint Auinger, dass die letzte Kurve wieder entscheidend werden könnte: „Der Sieger wird möglicherweise erst da gekürt.“ Die Kurve sei schwierig zu fahren, weil es ein Gefälle gibt und es danach flach auf die Start-Ziel-Gerade geht. Das bewirke eine Kompression und hinzu komme, dass die Kurve optisch verengt sei. Er meint, dass Honda mit nun mehr Power durchaus Chancen gegen Ducati haben werde: „Es könnte ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden.“ (APA/red.)

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