Mit 46 Sekunden Rückstand auf Teamkollege und Sieger Marc Marquez beendet Jorge Lorenzo den Aragon-GP auf Platz 20 – und wiederholt seine Kritik an Honda.

Auch im dritten MotoGP-Rennen seit seiner Verletzungspause konnte sich Jorge Lorenzo nicht steigern – im Gegenteil. Beim Großen Preis von Aragonien wurde der Honda-Pilot nur 20. und damit Vorletzter. Nur Hafizh Syahrin (Tech-3-KTM) war langsamer. Mit 46 Sekunden Rückstand trennten Lorenzo erneut Welten von der Spitze.

Dabei war der Spanier in den ersten Runden zeitweise bis Platz zwölf vorgedrungen, fiel dann aber sukzessive zurück. „Ich spürte sehr früh einen starken Abbau am Hinterreifen. Ich hatte das ganze Rennen über Spinning und versuchte, die Reifen zu schonen. Trotzdem bin ich aber immer weiter zurückgefallen“, schildert Lorenzo seine Probleme.

„Es ist stimmt, dass, wenn ich versuche, mich mehr an der Abstimmung von Marc und Cal zu orientieren, mein Vertrauen ins Vorderrad darunter leidet. Deshalb opfere ich immer ein wenig am Hinterrad, um mehr Gefühl für die Front zu finden“, erklärt der Spanier weiter. In Aragon ging diese Rechnung allerdings einmal mehr nicht auf.

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Lorenzo in Aragon noch nicht schmerzfrei

„Wir müssen eine Lösung finden, die mehr Grip am Hinterrad zulässt, ohne Stabilität zu verlieren. Dann glaube ich, dass wir für den Rest der Saison wettbewerbsfähiger sein können.“ Was seine Verletzung angeht, gibt Lorenzo zu: „Sie beeinflusst meine körperliche Verfassung und meine Schmerzen im Rennen noch immer sehr stark.“

Doch der 32-Jährige betont, dass er immer sein Bestes gebe. Ganz egal, ob es um den Sieg oder wie in Aragon nur um Platz 20 geht. „Und wenn mein Bestes darin besteht, dieses Ergebnis zu erzielen, muss ich die Situation akzeptieren und das Rennen beenden. Es gibt keine andere Option“, stellt der Honda-Pilot klar und übt sich in Optimismus.

„Ich denke, abgesehen davon, dass 46 Sekunden sehr viel sind, gehen wir mit einigen positiven Dingen weg. Noch etwas mehr Training, und ich könnte im Rennen mit mehr Flow fahren. So wie zu Beginn der Saison.“ Doch selbst da hatte Lorenzo seine liebe Not, sich mit den Eigenheiten der für ihn neuen Honda RC213V anzufreunden.

Honda RC213V nur im Marquez-Stil fahrbar?

„Es ist klar, dass wir mit dem neuen Motorrad mehr Leistung haben, aber die Kurven darunter leiden. Marc ist in der Lage, das zu kompensieren. Aber als ich das neue Motorrad in Jerez ausprobierte, sah ich, dass in den Kurven etwas fehlte. Ich sprach mit den Ingenieuren. Aber vielleicht war es zu spät, um eine Lösung zu finden“, blickt er zurück.

In diesem Zusammenhang wiederholt Lorenzo seine Kritik daran, dass das Bike aktuell vor allem auf Marquez zugeschnitten sei. „Marc hat einen speziellen, sehr aggressiven Fahrstil. Um das Maximum aus dem Motorrad herauszuholen, muss man so fahren wie er. Natürlich folgt Honda dem Weg des Schnellsten, das ist normal.“

„Aber Honda hat als großes Unternehmen auch das Potenzial, alle Fahrer zufriedenzustellen. Nicht in allen Punkten, aber ein wenig. Also lasst uns genau das nächstes Jahr machen“, sagt Lorenzo abschließend. Und unterstreicht damit einmal mehr, dass er seinen Zweijahres-Vertrag trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor erfüllen will…