Honda-Pilot Marc Marquez kommt im MotoGP-Qualifying von Assen zwar nicht über P4 hinaus, glaubt aber, im Rennen mit Yamaha und Alex Rins kämpfen zu können

Premiere für Marc Marquez in Assen: Zum ersten Mal in dieser MotoGP-Saison wird der Honda-Pilot am Sonntag nicht in der ersten Startreihe stehen. Im Qualifying zur Dutch TT reichte es „nur“ zu Platz vier hinter Pole-Setter Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha), Maverick Vinales (Yamaha) und Alex Rins (Suzuki). Am Ende fehlten Marquez immerhin 0,714 Sekunden auf die Rekordzeit von Quartararo.

Schuld daran war unter anderem ein Fehler auf seiner vorletzten Runde, der beinahe zum Sturz geführt hätte. In guter, alter Marquez-Manier konnte der Spanier den zwar noch geradeso abfangen, doch die Rundenzeit war dahin. Auch im letzten Umlauf konnte sich Marquez nicht mehr steigern. Auffällig dabei war: Wie schon im Qualifying von Mugello folgte er WM-Konkurrent Andrea Dovizioso (Ducati). Kalkül?

Das Qualifying der MotoGP: Motul TT Assen

„Ich habe gewartet, bis alle rausfahren. Dann bin ich auch los, aber da war Dovi. Ehrlich gesagt habe ich ihn zu diesem Zeitpunkt nicht gesucht“, beschwichtigt Marquez. „Aber dann schaute ich mir die Positionen an und er war ziemlich weit weg. Da er in der WM Zweiter ist, verzichtete ich darauf zu pushen und vergas die Rundenzeit. Weil er am Ende langsamer geworden ist, habe ich dann aber noch aufgeschlossen.“

Marquez über Assen: Honda und Ducati im Nachteil

Während Dovizioso nicht über Platz elf hinauskam, war der Weltmeister mit Platz vier durchaus zufrieden: „Ich bin glücklich. Unsere Rennpace sieht nicht schlecht aus. Wir wussten schon vor dem Qualifying, dass die Yamahas hier aus irgendeinem Grund besser funktionieren als unser Motorrad. Das Wichtigste ist, den besten Kompromiss für alle Strecken zu haben.“ Und den glaubt Marquez auch für Assen zu kennen.

„Es sieht so aus, als hätten beide Yamaha-Fahrer, Quartararo und Vinales, auf dieser Strecke etwas mehr in petto, selbst Rins. Aber bei der Rennpace sind wir nicht weit weg. Hier können wir ansetzen. Am Morgen waren sie noch etwas schneller als wir, aber am Nachmittag mit den heißen Bedingungen waren wir in etwa gleichauf“, hält der Spanier fest. Wie Quartararo fuhr er im FT4 mittlere 1:33er-Zeiten.

Der ersten Startreihe trauert er daher nicht nach. „Manchmal klappt es eben einfach nicht. Für die erste Startreihe hat es nicht gereicht, aber es ist auch nicht so, dass wir in der dritten oder vierten Reihe stehen“, nimmt Marquez es gelassen – und hat dabei vielleicht auch Dovizioso mit P11 im Hinterkopf. Denn Ducati tut sich nach Meinung von Marquez in Assen ähnlich schwer wie Honda – oder sogar noch mehr.

Im Rennen näher dran an Yamaha und Suzuki?

„Es stimmt, dass dies eine sehr physische Strecke ist. Das gilt insbesondere für uns Motorrad und die Ducati“, weiß der WM-Leader. „Vor allem bei den Richtungswechseln sind Yamaha und Suzuki stärker.“ Dennoch betont Marquez, dass er unter Rennbedingungen glaubt, mithalten zu können: „Auf eine schnelle Runde gesehen waren uns die beiden Yamahas einen Schritt voraus. Aber uns fehlt nicht viel.“

„Wir arbeiten in die richtige Richtung, denn wir konnten uns im Laufe des Wochenendes steigern. Wir sind mit Rückstand gestartet und konnten diesen Stück für Stück verringern“, lobt der Honda-Pilot die Arbeit im Team. Für das Rennen erwartet er einen ähnlichen Kampf wie 2018, als eine große Spitzengruppe lange um die Podestplätze kämpfte, bis sich Marquez kurz vor Ende freischwimmen konnte und zum Sieg fuhr.

Der Weltmeister prognostiziert: „Ich erwarte, dass beide Yamahas und auch Rins auf der Suzuki sehr, sehr schnell sein werden. Wir wissen, dass wir auf diesem Kurs oft etwas zu kämpfen haben. Aber das war auch schon in Mugello der Fall und dort sind wir Zweiter geworden. In Montmelo haben wir gewonnen. Morgen werden wir versuchen, es aufs Podest zu schaffen. Ich denke, die Chancen stehen nicht schlecht.“

Yamaha unter Druck: „Auf dieser Strecke das beste Bike“

Allerdings könnte die Gruppe, die letztendlich um den Sieg in Assen kämpft, diesmal etwas kleiner ausfallen als 2018. Denn der Spanier glaubt, dass das Rennen schneller sein wird als im Vorjahr. „Damals war es recht langsam“, erinnert sich Marquez. „Diesmal wird es sicher schneller sein und damit die Gruppe vielleicht ein wenig kleiner. Wir werden natürlich versuchen, mit unserer Pace vorne anzugreifen.“

Dabei schätzt er Yamaha im Kampf um den Sieg noch etwas höher ein als Suzuki: „Wenn Yamaha eine Chance hat, auf die Erfolgsspur zurückfinden, dann auf dieser Strecke. Das wissen sie selbst am besten. Der Druck ist groß, weil der letzte Sieg lange zurückliegt. Sie werden es versuchen, denn ihr Motorrad funktioniert hier sehr gut. Für mich ist es auf dieser Strecke das beste Bike, auch wenn Suzuki ebenfalls stark ist.“

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