Am Samstag hat Marc Marquez seine beeindruckende P1-Serie auf dem Sachsenring ausgebaut, am Sonntag will er aber vor allem taktisch agieren

Der Sachsenring, seit 1998 wieder Austragungsort des Grand Prix von Deutschland der Motorrad-WM, ist für Marc Marquez die Paradestrecke schlechthin. Seit der Saison 2010 in der 125er-Klasse über die Saisons 2011 und 2012 in der Moto2-Klasse bis hin zu den Saisons 2013 bis 2019 in der MotoGP-Klasse hat es der amtierende MotoGP-Champion auf dem Sachsenring nun zehn Mal in Folge auf die Pole-Position geschafft.

Im Qualifying am Samstag hatte Marquez mit seiner Werks-Honda nach seinen drei Versuchen in Q2 schließlich 0,205 Sekunden Vorsprung auf seinen schärfster Verfolger. Nebenbei fuhr er mit 1:20,195 Minuten noch neuen Streckenrekord. Seine eigene Rekordmarke aus dem Vorjahr unterbot er um 0,275 Sekunden.

Das Qualifying der MotoGP: HJC Helmets Motorrad Grand Prix Deutschland

„Ich spürte etwas Druck von den beiden Yamaha-Piloten“, blickt Marquez auf das Qualifying zurück. Damit meint er aber nicht Valentino Rossi und Maverick Vinales, sondern Fabio Quartararo und Vinales, die auf die Startplätze zwei und drei fuhren. „Auf meinem zweiten Versuch baute ich ein paar Fehler ein und auf meinem letzten Versuch hatte ich eigentlich kein so gutes Gefühl. Trotzdem war das der schnellste und ich habe es auf die Pole geschafft.“

Taktik statt Vollgas: WM-Führung wichtiger als zehnter Sieg

Ob es für ihn nach der zehnten Pole-Position in Folge auch zum zehnten Sieg in Folge auf dem Sachsenring reichen wird, vermag Marquez aber noch nicht zu beurteilen. Was ihm mit Blick auf die WM-Situation in die Karten spielt, ist die Tatsache, dass die neben ihm aus der ersten Reihe startenden Quartararo und Vinales keine direkten Gegner im Titelkampf sind.

Der auf Tabellenrang zwei liegende Ducati-Pilot Andrea Dovizioso startet nach Q1-Aus nur von P13 in den Deutschland-Grand-Prix. Dessen Teamkollege Danilo Petrucci, der in Q2 heftig crashte, startet von P12. Der WM-Vierte Alex Rins (Suzuki) geht von P4 ins Rennen.

„Dass sich die beiden Ducati-Piloten, insbesondere ‚Dovi‘, ein bisschen schwer tun, ist gut für mich. Ich denke aber noch nicht an den zehnten Sieg hier. Ich denke vielmehr an die WM. Wir werden sehen, wie sich das Rennen entwickelt, wie sich der Reifenverschleiß verhält und so weiter. Möglicherweise ist es besser, wenn ich Punkte mitnehme als ein weiteres Mal hier zu gewinnen“, so Marquez, der im Vergleich zu seinen ersten Jahren extrem gereift ist, was seine Taktik für die Rennen betrifft.

Neues Honda-Chassis noch nicht im Rennen geplant

In den Freien Trainings führte Marquez sowohl am Freitag als auch am Samstagvormittag Vergleichsfahrten durch. Er wechselte vom seinem angestammten Aluminium-Chassis der Honda RC213V immer wieder hin und her mit einem neuen Chassis, das sich durch Carbon-Verstärkungen auszeichnet. Für den Renneinsatz am Sonntag kommt die Neukonstruktion aber noch zu früh.

„Wir haben das neue Chassis schon beim Test in Montmelo [Barcelona] probiert und gemerkt, dass es Potenzial hat. Dieser Eindruck hat sich hier bestätigt“, sagt Marquez und erklärt, warum man es trotzdem noch nicht im Rennen einsetzen wird.

„Wir müssen es noch genauer verstehen. Wir können damit vielleicht sogar schneller sein, aber was auf die Renndistanz gesehen passiert, wissen wir nicht. Deshalb werden wir auf das bewährte Chassis setzen. Manchmal ist es besser, etwas zu fahren, das vielleicht ein bisschen schlechter ist, von dem man aber die Reaktionen genau kennt“, so Marquez.

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