Marc Marquez zeigte sich in Mugello leicht angeschlagen, aber mit „gutem Gefühl“. Jorge Lorenzo stapelt nach seinem Vorjahressieg begründet tief.

Auch wenn Marc Marquez mit drei Saisonsiegen und acht Punkten Vorsprung in der WM nach Mugello gereist ist, wirkte der Honda-Pilot bei der Pressekonferenz angeschlagen. Offenbar hatte den 26-Jährigen eine Erkältung erwischt, die man ihm ansah und anhörte. Doch darauf angesprochen, wiegelte er ab.

„Das ändert nichts an unserem Plan. Heute bin ich krank, aber morgen sollte es besser sein“, sagt der Spanier. Der Plan für den Großen Preis von Italien ist klar: Marquez will aufs Podest und bestenfalls um den Sieg kämpfen. Davon konnte er in der Königsklasse erst einen auf der italienischen Strecke inmitten der Toskana feiern.

„Von Katar bis Le Mans konnten wir uns steigern. Deshalb haben wir hier in Mugello ein gutes Gefühl“, sagt Marc Marquez. „Natürlich wissen wir, dass wir auf dieser Strecke in der Vergangenheit oft zu kämpfen hatten. Umgekehrt gab es hier auch gute Rennen. Im Vorjahr waren wir nicht so schlecht, hatten eine gute Pace, aber dann bin ich gestürzt.“

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Probleme mit dem Vorderreifen gelöst?

Dieses Jahr erhofft er sich einen Leistungssprung: „Wir haben eine neue Basis, ein anderes Bike, einen anderen Motor. Es sollte also besser laufen. Wichtig wird wie immer sein, gut ins Wochenende zu starten, um am Sonntag um das Podest kämpfen zu können.“ Dort stand Marquez in Mugello zuletzt 2016 als Zweiter.

Seinem heutigem Teamkollegen Jorge Lorenzo musste er sich damals nur um 0,019 Sekunden geschlagen geben. „2016 habe ich den Sieg leider auf der letzten Geraden verloren“, blickt Marquez zurück. „Seitdem hatte ich 2017/18 einige Probleme hier, vor allem mit dem Vorderreifen. Aber das Kontingent hat sich geändert.“

Davon glaubt er, in Mugello profitieren zu können: „Außerdem sieht es so aus, als wären wir in der Lage, mit dem Vorderreifen in diesem Jahr besser umzugehen. Wir werden versuchen, von Beginn an konkurrenzfähig zu sein. Wir wissen aber auch, dass die Konkurrenz sehr motiviert ist. Insbesondere Ducati will hier gewinnen.“

Topspeed-Vorteil von Ducati geschrumpft

Kann Marc Marquez die italienische Konkurrenz im eigenen Wohnzimmer schlagen? „Für mich ist es ein weiteres Rennen. Wir führen die WM an, das ist das Wichtigste. Wir konzentrieren uns auf unsere Box“, gibt sich der Titelverteidiger nüchtern. Für die lange Gerade sieht er sich in diesem Jahr dank mehr Top-Speed besser gerüstet.

„Honda hat viel am Top-Speed gearbeitet, weil das einer der Schwachpunkte im Vergleich zu Ducati war“, erklärt Marquez. „Wir konnten aufholen. Dennoch ist Mugello nicht die beste Strecke für uns. Wir hoffen aber, dass wir mit den Veränderungen hier besser abschneiden können. Unser Ziel ist es, die WM zu gewinnen.“

Für Lorenzo, der vor einem Jahr in Mugello noch seinen ersten Sieg mit Ducati feiern konnte, ist daran beim diesjährigen Italien-GP kaum zu denken. Vielmehr geht es für den Spanier darum, seine Lernkurve mit der RC213V weiter zu verfolgen. Die zeigte in Le Mans mit dem besten Saisonergebnis bisher zumindest leicht nach oben.

Lorenzo muss sich in Geduld üben

„Leider sind die Schritte zu klein, um für etwas Großes kämpfen zu können, einen Sieg oder ein Podium“, weiß Jorge Lorenzo. „Aber mein Ziel ist es jetzt, einen weiteren Schritt zu machen. Ich möchte vor allem weiter am Kurveneingang arbeiten, hier muss ich meinen Fahrstil noch etwas verändern, um schneller einzubiegen.“

Der Honda-Pilot erklärt: „Die Art und Weise, wie ich in die Kurve fahren muss, ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich bei Ducati gemacht habe. Es wird Zeit brauchen, aber zumindest wissen wir jetzt, was ich ändern und woran ich arbeiten muss. Davon abgesehen fühle ich mich viel besser, was die Ergonomie des Motorrads angeht.“

Nun gehe es vor allem darum, sich in seinem Fahrstil weiter anzupassen. Dass das auch mental eine Herausforderung ist, daraus macht Lorenzo kein Geheimnis: „Es ist hart, wenn du in der Vergangenheit so viele Rennen gewonnen hast, so viele WM-Titel, daran gewöhnt bist und jetzt so weit weg vom Sieger ins Ziel kommst.“

„Es war hart bei Ducati und jetzt ist es vielleicht noch ein bisschen härter. Es ist ein ständiger Kampf im Kopf. Man muss sich zwingen, positiv zu bleiben. Aber dem stelle ich mich, auch wenn die Fortschritte, die wir machen, noch nicht unseren Wünschen entsprechen. Was mir hilft, sind mein Verstand und meine Erfahrung.“

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