Mit 66 Grad hält Marc Marquez aktuell den offiziellen Schräglagen-Rekord in der MotoGP. Honda-Projektleiter Takeo Yokoyama gesteht: „Ich weiß nicht, wo das Limit ist.“

Mit seinem riskanten Fahrstil erreicht MotoGP-Weltmeister Marc Marquez extremere Schräglagen als die meisten seiner Kollegen in der Königsklasse. Mit 66 Grad stellte der Honda-Pilot zuletzt einen neuen offiziellen Rekord auf.

„Das ist wirklich zu viel. Daran müssen wir arbeiten“, sagte Marquez selbst zur unfreiwilligen Bestmarke. Und erklärte: „Ich weiß auch nicht wirklich, woran es liegt. Ein Grund könnte sein, dass das Motorrad diese Saison in den Kurven manchmal etwas träge ist. Deshalb versuche ich, mich stärker in die Kurven zu legen.“

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„65 Grad sind wirklich viel“

Auch Takeo Yokoyama, MotoGP-Projektleiter der Honda Racing Corporation, rätselt über die Schräglagen von Marquez. „65 Grad sind wirklich viel. Das ist schon beeindruckend“, kommentiert er jenen Wert, den der Spanier jüngst überbot.

„Als wir dieses MotoGP-Motorrad designt haben, rechnete ehrlich gesagt keiner von uns damit, dass irgendein Fahrer 65 Grad Schräglage erreichen würde. Wenn Marc diesen Winkel fährt, führt es unweigerlich dazu, dass er irgendetwas berührt oder etwas schleift – etwa an der Verkleidung“, weiß Yokoyama.

Fällt irgendwann die 70-Grad-Marke?

Auch wenn es physikalische Grenzen gibt, sagt der Honda-Projektleiter: „Wo das Limit ist, weiß ich nicht. Wenn man mich in fünf Jahren noch einmal fragt, könnte es sein, dass Marc die 70 Grad erreicht. Aus Ingenieur-Sicht kann ich das schwer beantworten. Vielleicht sollte man Michelin mal dazu fragen.“

Schließlich wird die Schräglage von der Haftreibung zwischen Reifen und Asphalt maßgeblich mitbestimmt. Aber auch Gewicht, Größe und Fahrstil des Piloten spielen eine Rolle. Und hier scheint gerade Marquez prädestiniert für extreme Schräglagen zu sein…