Marc Marquez macht die Honda RC213V zu einem Weltmeister-Motorrad, weil er ihre Schwächen umfahren kann. Jack Miller glaubt: „Im Moment ist er unschlagbar“.

Die Tatsache, dass Marc Marquez den MotoGP-Titel 2019 bereits fünf Rennen vor dem Saison-Ende fix machen kann, zeigt: Der Spanier auf der Honda RC213V in diesem Jahr eine Klasse für sich. Sollte ihm am kommenden Renn-Wochenende in Thailand der vorzeitige Titelgewinn gelingen, wäre er der erste Fahrer seit 2005, der die letzten vier Rennen als Weltmeister bestreitet.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich Marquez zusammen mit dem Motorrad augenscheinlich noch einmal steigern. Und das, obwohl seine Markenkollegen Jorge Lorenzo und Cal Crutchlow oft über die Schwächen des aktuellen Bikes klagen. So betont Crutchlow nicht selten, dass es sich um die physischste Honda handele, auf der er jemals gesessen habe.

Marquez bestätigt: „Ja, man muss fit sein. Sobald man das nicht ist, wird es unmöglich, mit diesem Motorrad schnell zu sein. Aber wir fahren Rennen, wir sind Athleten, da muss man fit sein. Ehrlich gesagt hatte ich im vergangenen Jahr noch mehr zu kämpfen, weil der Motor weniger leistungsstark war.“

MotoGP: Marquez-Show in Aragon

Traum-Paarung Honda/Marquez: „Bin im besten Team“

Mit dem neuen Motor steht den Honda-Fahrern seit dieser MotoGP-Saison mehr Leistung zur Verfügung, „auch wenn uns dadurch in manchen Kurven etwas fehlt“, wie Marquez zugibt. „Aber es sieht so aus, als sei der Kompromiss über alle Strecken hinweg besser. Es ist schwierig, man muss eine gute Abstimmung finden, an das Projekt glauben.“

„Ich glaube, dass ich auf dem besten Motorrad für meinen Fahrstil sitze und im besten Team bin“, unterstreicht Marquez. Der WM-Leader reist mit stolzen 98 Punkten Vorsprung nach Thailand. „Es stimmt, dass es vielleicht nicht das einfachste Motorrad im Feld ist. Aber wenn man den richtigen Punkt trifft, kann es das konkurrenzfähigste sein.“ Das zeigen seine bisher acht Saisonsiege und fünf zweite Plätze auf eindrucksvolle Weise.

Wie groß der Unterschied ist, den allein Marquez dabei macht, ist schwer zu beziffern. Doch eines ist sich auch die Konkurrenz bewusst: „Marc ist Marc. Er ist in der Lage, gewisse Probleme zu umfahren. Zum Beispiel bei wenig Grip“, weiß Jack Miller, der mit seiner Pramac-Ducati in Aragon zuletzt auf Platz drei ins Ziel kam.

Jack Miller: Honda-Paket mit Marquez unschlagbar

Doch der Australier sagt auch: „Ich denke, dass die Honda dabei hilft. Sie erlaubt verschiedene Fahrstile. Man kann durchaus einen guten Kurvenspeed aufbauen in engen, wendigen Passagen wie der Formel-1-Schikane in Barcelona. Marc ist in Kurven wie diesen so gut.“ Und er könne aus dem, was ihm technisch zur Verfügung steht, aktuell das Beste machen.

„Er hat ein Paket, das auf fließenden Highspeed-Strecken gut funktioniert. Es ist nicht überall das Beste, aber gut in einigen Bereichen“, erklärt Miller. „Und obendrauf kommt Marc. Er war im Vorjahr Champion, er wird dieses Jahr Champion. Im Moment ist er unschlagbar.“ Für Marquez wäre es bereits der sechste MotoGP-Titel mit Honda in sieben Jahren.