Dritte Pole im sechsten Rennen: Marcel Schrötter zeigt sich „überrascht“ und „super happy“ – Trotzdem blickt der Deutsche einem ungewissen Mugello-Rennen entgegen

Zum dritten Mal in der Moto2-Saison 2019 eroberte Marcel Schrötter die Pole-Position. Nach Katar und Argentinien fuhr der Deutsche auch beim Grand Prix von Italien im Qualifying die schnellste Runde. „Ich bin super happy, dass ich wieder vorne bin. Die vergangenen beiden Rennen waren sehr schwierig. Es war eine Kombination der Fußverletzung und des neuen Reifens. Schritt für Schritt haben wir uns zurückgemeldet.“

Spannend war es bis zum Schluss, denn erst in seiner letzten Runde fuhr Schrötter die absolute Bestzeit. „Im Qualifying habe ich sofort gespürt, dass wir das Motorrad verbessert haben. Ich habe es aber nicht geschafft, die neuen Reifen zu nutzen. Entgegen dem Plan kam ich etwas spät an die Box und wir tauschten den Hinterreifen. Dann hatte ich nur noch eine Chance und bin jetzt sehr stolz auf diese Runde.“

Mit 1:51.129 Minuten stellte Schrötter einen neuen Moto2-Rundenrekord in Mugello auf. „Wenn man nach einer schwierigen Phase so eine Runde fährt, dann verleiht das Selbstvertrauen“, sagt der 26-Jährige. „Ich habe die Pole nicht erwartet. Natürlich ist das immer das Ziel, aber nach FT3 haben mir 0,4 Sekunden gefehlt. Im Training hatte ich nicht die Runden, die mir das Gefühl gegeben haben: ‚Da geht was.'“

Mugello ist eine von Schrötters Lieblingsstrecken

Trotzdem brachte er es im entscheidenden Moment auf den Punkt und verdrängte seinen IntactGP-Teamkollegen Tom Lüthi noch auf Platz zwei. „Ich glaube, das war meine beste Pole-Runde überhaupt“, findet Schrötter. „Mugello ist zudem eine meiner Lieblingsstrecken. Deswegen bin ich sehr, sehr froh, dass ich hier das Ruder etwas herumreißen konnte. Trotzdem haben wir uns schwer getan. Das zeigt, dass wir noch nicht da sind, wo wir am Anfang der Saison waren.“

Obwohl das IntactGP-Duo von den Startplätzen eins und zwei angreifen wird, gibt es bezüglich des Rennens noch Fragezeichen. „Es ist ein langes und körperlich anstrengendes Rennen“, denkt Schrötter an Sonntag, wenn es in der Toskana bis zu 30 Grad Celsius heiß sein soll. „Man hat im Qualifying gesehen, dass nach zwei bis drei Runden der Grip nachlässt und sich das Bike sehr verändert. Im Vergleich zu den Anderen habe ich mich mit dem gebrauchten Reifen recht gut gefühlt.“

Fragezeichen für das Rennen

Sind die Balance-Probleme, die mit der Umstellung auf den größeren Dunlop-Hinterreifen seit Jerez aufgetreten sind, gelöst? „Jein“, meint Schrötter. „Wir haben beim Test in Barcelona viele Informationen gesammelt, aber wir sind nicht vom Test abgereist und haben uns gesagt, dass wir jetzt besser aufgestellt sind. Bis zum Qualifying waren noch viele Fragezeichen da. Deswegen war die Runde auch so überraschend.“

„Aber für das Qualifying haben wir viel verändert und es hat sich sofort besser angefühlt. Jetzt ist nur noch die Frage: Was passiert nach zwei, drei Runden?. Ich habe schon gemerkt, dass wieder Probleme auftreten, aber das scheint bei vielen zu sein. Wir müssen abwarten. Im Warm-up werden die Temperaturen wieder ganz anders als im Rennen sein. Heute morgen war ich mit einem gebrauchten Reifen ganz gut dabei. Ich glaube, dass wir vielleicht sogar ganz gut dastehen.“

Auch im vergangenen Jahr war Schrötter aus der ersten Reihe (von Platz zwei) gestartet. Aber nach wenigen Kurven stürzte er in Führung liegend und war draußen. „Ich werde es in den ersten Runden etwas ruhiger angehen“, lacht er über den Fauxpas von 2018. Ein gutes Ergebnis wird auch mit Blick auf die Gesamtwertung wichtig werden, denn Schrötters Rückstand auf Lorenzo Baldassarri ist auf 19 Punkte angewachsen. Und Baldassarri steht bei seinem Heimrennen nur auf Startplatz 15.

An die Gesamtwertung will das deutsche Aushängeschild in der Motorrad-WM derzeit aber nicht denken: „Ich denke nicht an die Weltmeisterschaft, sondern daran, auf das Level der ersten drei Rennen zurückzukehren.“ Lüthi hat nur sieben Zähler Rückstand auf Baldassarri und somit für seine WM-Ambitionen gute Voraussetzungen. Zum ersten Mal in dieser Saison startet der Schweizer aus der ersten Startreihe.

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