In Buriram hat Mika Kallio Probleme mit dem Grip, fühlt sich mit vollem Tank im Rennen aber besser. Doch dann kostet ihn ein früher Sturz wertvolle Erfahrungen.

Das zweite MotoGP-Rennen 2019 von KTM-Werkspilot Mika Kallio in Buriram war schnell vorbei. In der vierten Runde stürzte der Finne in Kurve 8 und schied aus. Zum Glück blieb Kallio dabei unverletzt. So wie zuletzt in Aragon erlebte er auch beim Thailand-Grand-Prix ein schwieriges Wochenende. Nach über eineinhalb Jahren Renn-Pause ist es nicht einfach, wieder den Rhythmus zu finden und auf Speed zu kommen.

„Ja, es ist frustrierend“, seufzt Kallio. „Ich fühlte mich am Sonntag besser. Im Warm-Up hatten wir Änderungen am Motorrad vorgenommen und es entwickelte sich positiv. Im Rennen war ich auch im Vergleich zu den Fahrern in der Gruppe vor mir konkurrenzfähiger. Deshalb bin ich überhaupt nicht zufrieden.“ Als der Sturz passierte, lag er hinter Andrea Iannone und vor Cal Crutchlow auf P16.

„Was soll ich sagen? Es ist sehr enttäuschend, dass das passiert ist. Wenn Du stürzt, ist es immer der Fehler des Fahrers. Wir haben auf den Daten nicht klar sehen können, warum mir das Vorderrad weggerutscht ist. Es passierte vor Kurve 8 im letzten Teil der Bremsphase. Ich habe etwas wie eine kleine Bodenwelle gespürt. Plötzlich war der Grip weg – und das war es schon.“

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Thailand-GP

Teamkollege Espargaro unterstützt Kallio

Als Ersatz für Johann Zarco werden von Kallio nicht zwingend Top-Resultate erwartet. Er soll insgesamt mithelfen, das Projekt weiterzuentwickeln. Es sind prinzipiell Testfahrten im Rennbetrieb. Unterstützung erhält er von Teamkollege Pol Espargaro: „Er checkt alle Daten und wir sprechen jeden Tag“, so der Spanier. „Wir lernen voneinander und versuchen, es so gut wie möglich zu machen.“

„Es ist aber immer schwierig, auf den Speed der MotoGP-Fahrer zu kommen, wenn man lange pausiert hat“, nimmt Espargaro den Finnen in Schutz. „Er braucht Zeit. Er ist sicherlich ein guter Fahrer und ist in der Vergangenheit gute Rennen gefahren. Auch als Testfahrer war er bei den Wildcards auf einem sehr hohen Level. Aber alles ändert sich so schnell. Man muss immer dran sein. Er braucht Zeit, um sich wieder an diese Klasse zu gewöhnen.“

Als Rennfahrer muss Kallio auch am Set-Up arbeiten und für sich optimieren, während bei Testfahrten oft nur grundsätzliche Tests verschiedener Komponenten durchzuführen sind. „Prinzipiell habe ich das ganze Wochenende Schwierigkeiten gehabt, Grip zu finden. Vor allem hinten. Das stört sehr, wenn man gute Rundenzeiten fahren will“, sagt der 36-Jährige. Im Qualifying ließ er nur Hafizh Syahrin hinter sich.

Die Änderungen im Warm-Up zeigten im Rennen dann Wirkung: „Ich fühlte mich besser mit vollem Tank. Denn dadurch wurden die Reifen mehr belastet und sie bauten mehr Grip auf. Das hat mir zu Renn-Beginn sehr geholfen. Deshalb ist es so schade, dass ich nicht mehr Runden fahren konnte. Um zu sehen, wie sich die Reifen verhalten und ich das Rennen managen kann. Sehr schade, denn wir wollen die Saison natürlich nicht so beenden.“