Weil gleich zu Beginn vier Fahrer stürzten, musste das Moto2-Rennen in Jerez unterbrochen werden – Nach dem Restart setzte sich Lorenzo Baldassarri durch

Lorenzo Baldassarri (Kalex) hat sich nach der Nullrunde in Austin beim Großen Preis von Spanien an der Spitze zurückgemeldet. Mit einem Sieg vor Speed-up-Pilot Jorge Navarro baut er auch seine WM-Führung in der Moto2 aus. Baldassarris Teamkollege Augusto Fernandez komplettiert das Podium auf dem dritten Platz.

„Es ist unglaublich, was für einen Job wir an diesem Wochenende gemacht haben, denn es hatte schwierig angefangen“, gibt der Rennsieger zu. „Der erste Tag war für uns ein ziemliches Desaster. Es ging mit Elektronik-Problemen los, und dann bin ich in Kurve 5 schwer gestürzt. Aber wir haben gekämpft und waren konkurrenzfähig.“

Dabei hatte Baldassarri Glück, dass das Rennen nicht länger ging. Denn Navarro kam ihm auf den letzten Kilometern noch gefährlich nahe: „Wir haben das ganze Wochenende lang an der Pace gegen Rennende gearbeitet und wussten, dass wir in den letzten fünf bis sieben Runden sehr stark sind und das Tempo halten können.“

Sturz mit mehreren Fahrern löst rote Flagge aus

Navarro glaubt, dass der Sieg möglich gewesen wäre, und sucht die Schuld bei sich selbst. „Ich habe am Start einen Fehler gemacht. Das muss ich besser machen. Anschließend waren wir super schnell. Ich muss mich beim Team entschuldigen, denn heute hätten wir gewinnen können. Aber manchmal laufen die Rennen so“, weiß der Spanier.

Tatsächlich begann der Grand Prix mit einer Schrecksekunde. Während Fernandez den besten Start erwischte, kam Remy Gardner zu Sturz, was eine verheerende Kettenreaktion auslöste. Zunächst ging Alex Marquez zu Boden, der sich direkt neben Gardner befand und keine Chance hatte, dessen Bike rechtzeitig auszuweichen.

Ähnlich erging es Dimas Ekky Pratama. Mitten im Feld stürzte auch er, was wiederum dazu führte, dass Marco Bezzecchi mit ihm kollidierte. Damit waren vier Fahrer innerhalb von zwei Kurven gecrasht. Klar, dass darauf die rote Flagge folgte. Nach nur wenigen gefahrenen Metern wurde das Rennen unterbrochen.

Das Feld ging zurück an die Box. Marquez, der sein Motorrad wieder aufheben konnte, hetzte zu seiner Garage in der Hoffnung, es vor dem Restart wieder fit machen zu lassen. Aufgrund der verkürzten Startprozedur blieb dafür nicht viel Zeit. Doch die Anstrengungen der Mannschaft von Marc-VDS zahlten sich aus.

Marquez konnte aus der Boxengasse ins Rennen gehen, das von 23 auf 15 Runden verkürzt wurde. Wie schon zuvor sicherte sich auch beim Restart Fernandez die Führung, gefolgt von Baldassarri und Tom Lüthi. Intact-Teamkollege Marcel Schrötter machte einige Plätze gut und belegte bereits Rang sieben.

Nach Kontakt mit Brad Binder büßte der Deutsche jedoch wieder Positionen ein und fiel zurück. Vorne zog sich das Feld indes schnell auseinander. Der Einzige, der die Pace von Fernandez mitgehen konnte, war sein Pons-Teamkollege Baldassarri. Lüthi musste abreißen lassen und verlor seinen dritten Platz an Navarro.

Lüthi verpasst Podestplatz und wird Vierter in Jerez

Weiter hinten kam es zu mehreren Stürzen. Nach einem frühen Crash von Simone Corsi fielen auch Mattia Pasini, Jorge Martin und Sam Lowes aus. Da Gardner und Ekky Pratama nach der Startkollision nicht mehr fuhren, dezimierte sich das Feld damit auf 25 Fahrer. Bezzecchi und Marquez waren auf den Plätzen 22 und 24 zu finden.

An der Spitze übernahm bei noch acht zu fahrenden Runden Baldassarri die Führung. Wenig später geriet Fernandez auf Platz zwei auch von Navarro unter Druck, der schließlich vorbeiging und sogar noch Zeit auf den Spitzenreiter gutmachen konnte. Am Ende fehlten dann aber 0,359 Sekunden zum Sieg, den Baldassarri verteidigte.

Fernandez sicherte sich nach einer starken ersten Rennhälfte Platz drei. Für den Spanier ist es das erste Podium in der Moto2. Lüthi musste sich nach seinem Sieg in Austin mit dem undankbaren vierten Platz zufriedengeben. Auf einen Podestplatz fehlten ihm 1,227 Sekunden. Bester KTM-Pilot wurde Binder als Fünfter.

Xavi Vierge (Kalex) zeigte eine gute Aufholjagd von Startplatz zwölf und kam als Sechster ins Ziel. Tetsuta Nagashima (Kalex) belegte Rang sieben. Er profitierte von der roten Flagge. Nach einem technischen Problem hatte er zunächst aus der Boxengasse müssen, konnte beim Restart dann aber seine normale Position einnehmen.

Die Top 10 komplettierten Luca Marini, Nicolo Bulega (beide Kalex) und Iker Lecuona (KTM). Die zweite Speed-up im Feld stellte Fabio DiGiannantonio auf den zwölften Platz. Dahinter holte Dominique Aegerter als Dreizehnter für MV Agusta erneut Punkte. Den letzten Zähler sicherte sich Intact-Pilot Schrötter auf Rang 15.

Seine Landsmänner Lucas Tulovic und Philipp Öttl (beide KTM) beendeten den Großen Preis von Spanien auf den Plätzen 19 und 23. Sie bleiben auch nach vier Saisonrennen ohne Punkte. Für die zu Beginn in den Massencrash verwickelten Piloten Bezzecchi und Marquez blieb es am Ende bei den Rängen 22 und 24.

In der WM-Wertung hat Baldassarri mit drei Siegen in vier Rennen seine Führung auf 75 Punkte aufgebaut und den Sturz von Austin wiedergutgemacht. Dahinter hält Lüthi den zweiten Platz. Sein Rückstand beträgt 17 Zähler. Schrötter fiel auf Rang drei zurück. Am 19. Mai kann er beim Rennen in Le Mans (Frankreich) wieder angreifen.

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