Außenseiter an der Spitze: Steven Odendaal fährt im dritten Training der Moto2 Bestzeit und nutzt die Bedingungen perfekt – Auch Philipp Öttl zum Schluss stark

Im dritten Moto2-Training von Le Mans hat sich NTS-Pilot Steven Odendaal überraschend die Bestzeit gesichert. Auf abtrocknender Strecke fuhr er mit Slicks in 1:40.581 Minuten die schnellste Runde der Session vor Augusto Fernandez (Kalex) und Dominique Aegerter (MV Agusta). Philipp Öttl (KTM) wurde Fünfter.

Wie schon in den anderen Klassen hatte auch die Moto2 zunächst mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Es war feucht und kühl. Mit den neuen Triumph-Motoren konnten die Piloten bisher kaum Erfahrungen bei diesem Wetter sammeln. Deshalb wurde es gleich zu Beginn recht voll auf der Strecke.

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

Aus dem Stand gut zurecht kam Kalex-Pilot Augusto Fernandez, der den Rest des Feldes erstmal um eine Sekunde distanzierte. Stark unterwegs war auch Moto2-Rookie Jake Dixon (KTM), der sich mit Fernandez an der Spitze einige Male abwechselte. Dann aber schlugen die erfahrenen Piloten zu.

Erst übernahm Ersatzmann Mattia Pasini (Kalex) die Führung, dann meldete sich Tom Lüthi (Kalex) nach einem schwierigen Freitag mit einer Bestzeit zurück. 2012 konnte der Schweizer das Rennen in Le Mans bei Regen gewinnen. Auch jetzt zeigte er auf nasser Strecke ein starkes Tempo und fuhr mehrere schnellste Runden in Folge.

Sein Intact-Teamkollege Marcel Schrötter ließ sich etwas mehr Zeit, um mit den Bedingungen vertraut zu werden. Erst kürzlich wurde er am Fuß operiert und wollte daher nicht zu viel Risiko gehen. Nach zehn Runden konnte er sich dann aber in die Top 10 vorkämpfen.

Führungswechsel in den letzten Minuten

In den letzten Minuten der Session wechselte die Führung ständig. Ein Achtungszeichen setzte Dominique Aegerter mit seiner MV Agusta. Er hatte sich auf abtrocknender Strecke für Slicks entschieden und fuhr damit überraschend eine neue Bestzeit von 1:44.614 Minuten. Einige Piloten zogen wenig später nach.

So waren in der Schlussphase neben Aegerter auch Fernandez, Steven Odendaal (NTS) und Simone Corsi (Kalex) mit Trockenreifen unterwegs. Sie machten die Topplätze der Session folglich unter sich aus. Odendaal sicherte sich mit einem Vorsprung von 33 Tausendstel die Spitze vor Fernandez.

Dahinter folgten Aegerter und Corsi. Mit einer schnellen letzten Runde katapultierte sich auch Philipp Öttl mit seiner KTM noch in die Top 5. Sein Rückstand betrug allerdings 3,709 Sekunden. Mit Jorge Martin und Dixon reihten sich auf den Plätzen sechs und sieben zwei weitere KTMs ein. Remy Gardner (Kalex) wurde Achter.

Die Top 10 rundeten Alex Marquez (Kalex) und Schrötter ab. Pasini und Lüthi fielen am Ende noch auf die Positionen 14 und 15 zurück. Mit den Regenreifen kamen sie auf keine schnellen Zeiten mehr und hatte über sechs Sekunden Rückstand. Bester Speed-up-Pilot wurde Fabio DiGiannantonio auf P12.

Pratama sorgt für Schrecksekunde

Für eine Schrecksekunde im dritten Training sorgte Dimas Ekky Pratama, der per Highsider von seiner Kalex geschleudert wurde und dann zurück auf das Motorrad prallte. Glücklicherweise saß der Indonese kurze Zeit später wieder wohlbehalten in seiner Box. Die Session konnte er nicht beenden und wurde deshalb Letzter.

Da es keine Verbesserungen im Vergleich zum Vortag gab, ändert sich am Gesamtklassement nichts. Ausschlaggebend ist die kombinierte Zeitenliste. Hier hält weiterhin Brad Binder (KTM) die Bestzeit, auch wenn er in diesem Training nur 20. wurde. WM-Leader Lorenzo Baldassarri (Kalex), im FT3 auf Rang 16, ist ebenfalls direkt weiter.

In Q1 antreten müssen hingegen einige der Schnellsten an diesem Vormittag, darunter Odendaal, Aegerter und auch Öttl. Um die letzten vier Plätze für den Q2-Einzug kämpfen außerdem Lüthi, DiGiannantonio und dessen Teamkollege Jorge Navarro sowie Kalex-Pilot Sam Lowes.

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