Augusto Fernandez macht sich mit dem Sieg in Misano zum größten WM-Gegner von Alex Marquez. Fabio di Giannantonio verpasst den Debüt-Sieg in der letzten Runde.

Pons-Pilot Augusto Fernandez (Kalex) hat sich beim San-Marino-Grand-Prix in Misano gegen Lokalmatador Fabio di Giannantonio (Speed Up) durchgesetzt: Das Rennen hat er durch ein hartes Manöver in Kurve 14 für sich entschieden. Da WM-Leader Alex Marquez (Kalex) nur Dritter wurde, konnte Fernandez neun Punkte auf seinen Landsmann gutmachen und ist nun in der WM erster Verfolger.

Die Intact-Kalex von Marcel Schrötter fehlte in der Startaufstellung. Nach dem Sturz im dritten Freien Training war das Rennwochenende für den Deutschen vorzeitig beendet. Und auch Lokalmatador Mattia Pasini (Kalex) fehlte beim Start.

Fabio di Giannantonio entschied den Start von der Pole-Position für sich und führte das Feld als Führender durch die ersten Kurven. Di Giannantonio konnte sich aber nicht absetzen. Augusto Fernandez verfolgte die Speed Up mit der Nummer 21 wie ein Schatten.

Das Rennen der Moto2: Gran Premio Octo di San Marino e della Riviera di Rimini

Die Top 4 setzen sich ab

Dahinter klaffte eine kleine Lücke zu Alex Marquez und Tom Lüthi (beide Kalex). Marco Bezzecchi (KTM) stürzte zeitig und auch für Petronas-Ersatzpilot Adam Norrodin (Kalex) war das Rennen zeitig vorbei.

An der Spitze rückten Di Giannantonio, Fernandez, Marquez und Lüthi enger zusammen. Fernandez übernahm kurz die Führung, rutschte danach aber auf Position drei zurück. Remy Gardner (Kalex) und Nicolo Bulega (Kalex) verabschiedeten sich mit Stürzen aus dem 13. WM-Lauf der Saison.

In der Spitzengruppe musste Lüthi abreißen lassen. Di Giannantonio konnte sich ein bisschen absetzen. Dahinter duellierten sich Marquez und Fernandez. Durch das spanische Duell kam Lüthi wieder etwas näher heran. Tetsuta Nagashima (Kalex) machte mit seinem Sturz den Totalausfall für das SAG-Team komplett.

Fernandez setzt sich gegen Marquez und Di Giannantonio durch

Fernandez konnte sich gegen Marquez durchsetzen und startete die Verfolgung von Di Giannantonio. Der Führende geriet unter Druck und erhielt eine Verwarnung, weil er die Limits der Strecke überschritten hatte. Die Verantwortlichten schauten sich ganz genau an, ob Di Giannantonio innerhalb der Limits fuhr. Zwei Runden vor Rennende fuhr auch Fernandez zu weit über die Randsteine.

Zu Beginn der letzten Runde lagen Di Giannantonio und Fernandez innerhalb weniger Sekundenbruchteile. Fernandez startete in Kurve 2 eine Attacke, doch Di Giannantonio konterte. In der letzten Runde hatte Fernandez erneut die Streckenlimits überschritten.

In Kurve 14 kollidierten die beiden Führenden. Fernandez setzte sich mit einem harten Manöver durch. Die Verantwortlichen untersuchten das Manöver des Spaniers. Nach dem Rennen wurden Fernandez und Di Giannantonio zur Rennleitung gebeten. Alex Marquez hatte mit dem Geschehen an der Spitze nichts zu tun und wurde Dritter. Dadurch schrumpfte seine Vorsprung in der WM .

Fernandez: „Zähes Rennen“

„Das war ein wirklich zähes Rennen“, kommentiert Fernandez. „Gegen Ende hin hatte ich kaum noch Grip am Hinterrad. In der letzten Runde ist es mir trotzdem gelungen, ihn zu überholen. Ich weiß, dass ich mal das Grün berührt habe. Und dann hab ich ihn fast am Hinterrad erwischt aber alles ist gut ausgegangen.“

Di Giannantonio freute sich auch über Platz zwei: „Ich finde, das war ein großartiges Rennen von mir. Ich bin happy. Das ist mein zweiter Podestplatz in diesem Jahr. Das Manöver von Fernandez war eng. Ich habe noch versucht, die Tür zuzumachen, aber es war trotzdem noch genug Platz für ihn, um mich zu überholen.“

„Das Podium war der Plan“, bemerkt Marquez. „Anfangs dachte ich, ich hätte das Tempo für den Sieg, aber schon nach zehn Runden musste ich einsehen, dass ein Podestplatz heute das Maximum ist. Ich war komplett am Limit. Das sind wichtige Punkte für die WM. Ich bin zufrieden.“

Kein Deutscher in den Top 20

Tom Lüthi verpasste als Vierter das Podium. Sam Lowes (Kalex) wurde Fünfter. Brad Binder war als Sechster bester KTM-Pilot.

Kiefer-Pilot Lukas Tulovic (KTM) kam mit 55 Sekunden Rückstand als 22. ins Ziel. Landsmann Philipp Öttl (KTM) musste mehrfach die Long-Lap-Penalty durchfahren und wurde mit 58 Sekunden Rückstand als 23. gewertet. 25 Fahrer sahen beim Moto2-Rennen die Zielflagge.