Am Montag testeten einige Moto2-Fahrer und wenige Moto3-Fahrer auf dem Red-Bull-Ring: Kalex, KTM und Speed Up probierten einige neue technische Entwicklungen.

Einen Tag nach dem Grand Prix von Österreich stand für die beiden kleinen Klassen noch ein offizieller Testtag in Spielberg auf dem Programm. Es waren aber nicht alle Teams am Montag auf dem Red-Bull-Ring im Einsatz. 25 Moto2-Fahrer und sechs Moto3-Fahrer teilten sich die Zeit auf der Strecke. Vor allem in der mittleren Klasse wurde dieser Tag genutzt, um einige kleinere Entwicklungen zu testen, obwohl der Red-Bull-Ring aufgrund seiner Streckencharakteristik nicht die optimalste Teststrecke ist.

Kalex evaluierte ein neues Chassis mit Marc VDS und Intact, um erste Erfahrungswerte für die Zukunft zu sammeln. Damit war WM-Leader Alex Marquez unterwegs. Auch das deutsche Intact-Team arbeitete fleißig. Tom Lüthi probierte zwar auch neue Komponenten, aber sein Hauptaugenmerk lag bei Experimenten mit dem Set-up. Teamkollege Marcel Schrötter feilte ebenfalls an der Abstimmung. Dazu probierte der Deutsche neue Dämpfer von Öhlins und einen neuen Vorderreifen von Dunlop.

„Bei diesem Test haben wir das gute Gefühl zurückbekommen, was wir im Rennen vermisst haben“, sagt Schrötter nach über 100 Runden am Montag. „Wir sind wieder zu dem zurück, was wir auch kennen. Wir konnten einige Schritte machen und interessante Sachen ausprobieren, die uns im Rennen, oder auch generell fehlten. Für die Zukunft haben wir heute einige Sachen gefunden, die uns dann hoffentlich auch wieder etwas näher nach vorn bringen.“

„Wir haben einen neuen Vorderreifen probiert. Das war sehr interessant für die Zukunft. Ansonsten haben wir vor allem mit den Settings experimentiert“, erklärt der derzeit beste Deutsche in der Moto2-Klasse. „Wir haben kaum auf die Zeiten der anderen geschaut. Es war ein guter Test. Wir sind 102 Runden gefahren, ohne Sturz! Nun müssen wir schauen, ob uns das in Silverstone hilft.“

Technische Probleme bei Lüthi

Lüthi konnte aufgrund von technischen Problemen nur 45 Runden drehen. „Trotz der wenigen Runden war das ein positiver Test, vor allem der Abschluss“, meint der Schweizer. „Wir hatten ein technisches Problem und haben deshalb sehr viel Zeit verloren. Mein Dank geht an mein Team, die haben heute echt alles gegeben und hart für mich gearbeitet. Wir konnten den Test am Ende gut abschließen.“

„Wir haben uns nicht mit den neuen Teilen beschäftigt, sondern wir haben uns darauf konzentriert, die Basis vom Wochenende weiterzubringen. Und das war trotz des schwierigen Tages sehr positiv. Silverstone hat einen ganz anderen Charakter als Spielberg, aber ich glaube, dass wir trotzdem einiges von hier mitnehmen können.“

KTM: Neuer Lufteinlass und Arbeit an Chassis

Im KTM-Lager wurde ebenfalls emsig gearbeitet. Rennsieger Brad Binder drehte viele Runden. Sein Ajo-Teamkollege Jorge Martin probierte einen neuen Lufteinlass und eine andere Verkleidung als Binder aus. Auch Tech-3-Pilot Marco Bezzecchi testete diesen Lufteinlass. Der Italiener konnte außerdem das Chassis fahren, das KTM in Brünn eingesetzt hat.

Auch Philipp Öttl war mit einer neueren Chassis-Version unterwegs. Der Deutsche konzentrierte sich außerdem auf die Abstimmung und versuchte, das Bremsverhalten zu verbessern. Mit der upgedateten Chassis-Version soll vor allem das Turning besser sein. Da im Laufe eines Rennwochenendes die Trainingszeit begrenzt ist, war es für Öttl eine willkommene Gelegenheit, in Ruhe verschiedene Dinge auszuprobieren.

Speed Up schickte seine beiden Fahrer Jorge Navarro und Fabio di Giannantonio mit einer neuen Verkleidung auf die Strecke. Bei NTS fuhr Simone Corsi das Motorrad von Steven Odendaal, um dem Südafrikaner zu helfen. Odendaal probierte auch für Vergleichszwecke das Set-up seines Teamkollegen Bo Bendsneyder aus. Auch MV Agusta setzte mit Dominique Aegerter und Stefano Manzi die Entwicklungsarbeit nach zuletzt schwierigen Rennen fort.

Kein Test für Folger und Tulovic

Das Petronas-Team mit Jonas Folger war nicht auf der Strecke. Auch das Kiefer-Team verzichtete mit Lukas Tulovic auf diesen Test. Kiefer hatte diese Entscheidung schon vor einigen Wochen getroffen, also schon lange bevor man davon erfahren hatte, dass man für 2020 keinen Startplatz erhält. Ursprünglich wollte das Kiefer-Team in Misano einen Privattest einlegen. Diesen hat man nun abgesagt.

Von den wenigen Fahrern der Moto3-Klasse war vor allem die Arbeit von Celestino Vietti interessant, denn der Italiener war erstmals mit der KTM für 2020 auf der Strecke. Dieses Motorrad war durch die schwarze Carbon-Verkleidung leicht zu erkennen. Das sächsische Prüstel-Team gab dem Schweizer Jason Dupasquier, der in der spanischen Moto3-Serie fährt, seinen ersten Test mit einem WM-Motorrad.