Das Team von Paolo Simoncelli feiert beim Heimrennen in Misano den Sieg von Tatsuki Suzuki. Lorenzo Dalla Porta erhält nach der Zieldurchfahrt eine Strafe.

Tatsuki Suzuki (Honda) hat den San-Marino-Grand-Prix in Misano gewonnen und sich damit seinen ersten WM-Sieg gesichert. Der Japaner setzte sich in einem spannenden Rennen gegen John McPhee (Honda) und Tony Arbolino (Honda) durch.

Lorenzo Dalla Porta (Honda) ging als WM-Leader in das Heimrennen. Vor einem Jahr feierte der Lokalmatador in Misano seinen ersten WM-Sieg. Landsmann Romano Fenati (Honda) fehlte nach seinem Abflug im Q2 in der Startaufstellung. Beim Sturz in Kurve 10 hatte sich Fenati das Kahnbein gebrochen.

Tatsuki Suzuki startete von der Pole-Position ins Rennen. Tony Arbolino übernahm beim Start die zweite Position und ging noch in Runde eins an Suzuki vorbei. Er beendete die erste Runde als Führender vor Suzuki und Aron Canet (KTM). Dalla Porta lag nur auf der neunten Position. Nach einem Fahrfehler von Arbolino übernahm Suzuki erneut die Führung.

Das Rennen der Moto3: Gran Premio Octo di San Marino e della Riviera di Rimini

Zahlreiche Stürze in den ersten Runden

Bereits in Kurve 1 kamen Katar-Sieger Kaito Toba (Honda) und Makar Yurchenko (KTM) zu Sturz. Wenige Kurven später erwischte es Ayumu Sasaki (Honda) und Sergio Garcia (Honda).

Schrecksekunde zu Beginn der dritten Runde: Alonso Lopez (Honda) stürzte in Kurve 2 und wurde kräftig durchgeschüttelt. Damit verzeichnete das Marc-VDS-Team nach wenigen Runden einen Komplett-Ausfall. Und auch für Albert Arenas (KTM) war das Rennen zeitig vorbei. Der Freitagsschnellste ging in Kurve 2 zu zeitig ans Gas und flog ebenfalls via Highsider ab.

WM-Kandidat Aron Canet rutschte nach vier Runden durchs Feld. Offensichtlich gab es an der KTM des WM-Zweiten ein technisches Problem. Niccolo Antonelli (Honda) fabrizierte den nächsten Highsider und wurde von Landsmann Celestino Vietti (KTM) überrollt. Nach einem Viertel der Renndistanz waren bereits zehn Fahrer ausgeschieden.

Suzuki: Spannende Duelle in der Spitzengruppe

An der Spitze duellierten sich Suzuki und Arbolino. Dalla Porta wurde durch die Ausfälle auf die dritte Position vorgespült und befand sich auf Kurs, seine WM-Führung weiter auszubauen. Canet ging nach einer Reparaturpause wieder auf die Strecke, stellte die KTM aber wenig später wieder ab. Darryn Binder (KTM) war das nächste Sturzopfer des Rennens. Somit waren nur noch 19 Fahrer im Rennen.

Nach der Hälfte der Renndistanz kämpften fünf Fahrer in der Spitzengruppe. Suzuki leistete die Führungsarbeit. Dahinter fuhren Tony Arbolino, Lorenzo Dalla Porta, Andrea Migno (KTM) und Jaume Masia (KTM). Durch die Zweikämpfe hinter ihm konnte sich Suzuki leicht absetzen. Ai Ogura (Honda) hatte den Anschluss an die Spitzengruppe hergestellt und mischte munter ums Podium mit.

Suzuki konnte den Vorsprung nicht kontrollieren und wurde von Masia eingeholt. Sechs Runden vor Rennende attackierte Masia den Führenden und setzte sich durch. Die Spitzengruppe war mittlerweile auf sieben Fahrer angewachsen, denn John McPhee (Honda) zeigte ebenfalls eine starke Schlussphase. Die Positionen wechselten von Kurve zu Kurve.

Suzuki holt beim SIC58-Heimspiel den ersten Sieg

Suzuki ging als Führender in die letzte Runde. Migno und Ogura stürzten in Kurve 8 und waren damit raus beim Kampf ums Podium. Suzuki verteidigte die Führung bis zum Zielstrich. McPhee setzte sich in einem harten Duell gegen Arbolino durch und wurde Zweiter. Masia wurde Vierter und Dalla Porta kam auf Position fünf ins Ziel.

„Das ist einfach unglaublich!“, freut sich Suzuki. „Wir versuchen schon seit geraumer Zeit, ein Rennen zu gewinnen. Oft bin ich gestürzt. Aber hier, bei unserem Heimrennen, hat alles gepasst. Ich bin überglücklich.“

McPhee war mit Platz zwei mehr als zufrieden: „Klar, zwei Leute sind vor mir gestürzt. Ich wusste aber trotzdem, dass ich in der letzten Runde gute Karten haben würde. In Kurve 14 habe ich es probiert, aber es hat nicht geklappt. Trotzdem ist dieser Podestplatz auf einer der schwierigsten Strecken ein fantastisches Ergebnis für mich.“

Arbolino wird zum WM-Anwärter, Drama für Dalla Porta

Für Arbolino war der dritte Platz ein wichtiger Schritt in Richtung WM-Titel. Aus dem WM-Zweikampf wurde ein WM-Dreikampf. „Wie ich schon in Brünn gesagt habe, ist es mein Ziel, konstanter zu werden. Und das ist das Ergebnis“, kommentiert der Snipers-Pilot. „Ich freue mich über diesen Podestplatz und will jetzt gemeinsam mit dem Team so weitermachen. Mal schauen, was nächste Woche möglich ist.“

Nach der Zieldurchfahrt erhielt Dalla Porta eine Strafe für das Überschreiten der Streckenlimits. Dadurch rutschte der WM-Leader auf Position acht zurück. Im Laufe des Rennens hatte Dalla Porta bereits eine Verwahrung erhalten. Beim Beschleunigen aus Kurve 6 kam der Leopard-Pilot in der letzten Runde erneut auf den grünen Streifen hinter den Randsteinen und wurde dafür bestraft. Dennis Foggia (KTM) erbte den fünften Platz.

Nur 16 Fahrer sahen beim 13. Grand Prix der Saison die Zielflagge. Somit erhielten bis auf Deniz Öncü (KTM) auf Position 16 alle Fahrer Punkte. Andrea Migno (KTM) kam nach dem Sturz in der letzten Runde noch als 13. ins Ziel.