Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti plant auch für die MotoGP-Saison 2020 mit Danilo Petrucci als Werkspilot – und will dem Pramac-Team zwei 2020er-Bikes anbieten.

Bei Ducati sind die Weichen für die MotoGP-Saison 2020 größtenteils gestellt. Andrea Dovizioso, in den Jahren 2017 und 2018 jeweils Vize-Weltmeister und auch aktuell wieder auf WM-Platz zwei, hat für die kommende Saison ohnehin einen gültigen Vertrag im Werksteam.

Danilo Petrucci, der vor knapp zwei Wochen in Mugello seinen ersten Grand-Prix-Sieg eingefahren hat, verfügt derzeit noch nicht über einen Vertrag für 2020. Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti allerdings bestätigt nun gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘, dass er „Petrux“ und dessen Manager eine eben solche Vertragsverlängerung in den kommenden Tagen anbieten wird.

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

„Unser Wunsch ist es, die Dinge so zu belassen wie in diesem Jahr“, sagt Ciabatti. Vorausgesetzt, Petrucci entscheidet sich für den Verbleib, wovon auszugehen ist, dann hat diese Personalie direkte Auswirkungen auf andere Piloten im Ducati-Lager. Jack Miller, der sich für 2020 Hoffnungen auf einen Aufstieg ins Werksteam gemacht hatte, wird ein weiteres Jahr im Satellitenteam Pramac bleiben.

„Wenn wir die Chance haben, mit einem so gut funktionierenden Werksteam mit ‚Dovi‘ und Petrucci weiterzumachen und wir auch bei Pramac mit unveränderter Besetzung antreten können, dann werden wir das tun“, so Ciabatti. Er fügt an: „In den kommenden Tagen werden wir mit den Managern der betroffenen Piloten sprechen und versuchen, alles unter Dach und Fach zu bringen.“

Ducati-Kundenteam Pramac 2020 mit zwei aktuellen Bikes?

Was das Ducati-Kundenteam Pramac Racing betrifft, so ist Francesco Bagnaia, der direkt bei Ducati unter Vertrag steht, schon jetzt für 2020 gesetzt. Angesichts der neuesten Entwicklungen im Werksteam wird der Italiener auch in seiner zweiten MotoGP-Saison wieder Jack Miller als Teamkollegen haben.

Was allerdings neu ist: Ducati plant für 2020 erstmals auch das Pramac-Team mit zwei Bikes der aktuellen Spezifikation zu beliefern. In der laufenden Saison 2019 fährt nur Miller eine aktuelle GP19, während Bagnaia seine Rookie-Saison auf dem Vorjahres-Modell GP18 absolviert.

„Jack verdient keine Vorjahres-Maschine. Er ist ein Pilot, den wir sehr schätzen. Schauen wir, ob wir es hinkriegen, dass wir ihn auch im kommenden Jahr auf ein identisches Motorrad setzen wie die Werkspiloten“, so Ciabatti. Miller selbst gibt klar zu verstehen, dass er den Rückschritt auf eine Vorjahres-Maschine nicht dulden wird.

Jack Miller mit klaren Vorstellungen

„Ein Bike aus dem Vorjahr würde ich nicht akzeptieren“, so Miller. „Ich habe das Gefühl, meine Ausbildung abgeschlossen zu haben. Und ich brauche eine Werks-Maschine, um es mit den anderen Jungs aufnehmen zu können. Ich saß schon auf Satelliten-Bikes und auf älteren Bikes und weiß daher, wie schwierig das ist. Mit einer Vorjahres-Maschine fängt man direkt mit Rückstand an.“

Und der Australier lässt bereits durchblicken lässt, wie der sich die Zukunft vorstellt. „Wenn ich bei Pramac bleibe, ist es natürlich mein Ziel, die Nummer eins zu sein. Das heißt, mein Ziel ist es, Updates als Erster zu bekommen“, so Miller. Der Australier weiter: „Ich denke, ich verdiene ein aktuelles Bikes und glaube, die Ducati-Bosse sehen das genauso. Sie sind ja keine Idioten.“

„Aber was auch immer passieren wird, ich werde nur für ein Jahr verlängern. Denn ich will im selben Rhythmus sein wie die anderen“, bemerkt Miller. Und unterstreicht damit seine Ambitionen für einen Aufstieg ins Werksteam mit Nachdruck. Allerdings wird er diesen Wunsch aller Voraussicht nach bis mindestens zur Saison 2021 zurückstellen müssen.

Alvaro Bautista vor Verbleib in der Superbike-WM

Bleibt Petrucci für die MotoGP-Saison 2020 im Ducati-Werksteam und Miller im Satellitenteam Pramac, dann würde dies auch bedeuten, dass Alvaro Bautista weiterhin für Ducati in der Superbike-WM (WSBK) an den Start gehen muss. Aktuell liegt der Spanier dort in seiner ersten Saison auf Titelkurs, nachdem er im Winter nach neun Jahren MotoGP (zwei davon als Ducati-Satellitenpilot) den Wechsel vollzogen hat.

„Es gibt Leute, die Bautista gerne wieder in der MotoGP-Klasse gesehen hätten. Aber für uns ist es wichtig, dass er weiter Superbike fährt“, sagt Ciabatti. Und unterstreicht, warum sich der Spanier zumindest kurzfristig vom Gedanken eines Wechsels zurück in den Grand-Prix-Sport verabschieden muss. „Wir haben Danilo, der zuletzt zweimal in Folge auf das Podest gefahren ist und dabei seinen ersten Grand Prix gewonnen hat. Das ist genau das, was wir von ihm erwartet haben.“

Und im Ducati-Satellitenteam Pramac hat an der Seite von Bagnaia eben Miller die besten Chancen auf das zweite Bike. Erst Recht, wenn dieses 2020 tatsächlich ein Aktuelles sein wird.

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