Rookie Fabio Quartararo zeigt sein Talent auch in Assen und setzt die erste Bestzeit. Überschattet wird die Session von mehreren Stürzen – die heftigsten haben Jorge Lorenzo und Danilo Petrucci.

Fabio Quartararo hat nach seinem ersten MotoGP-Podestplatz in Barcelona offenbar Blut geleckt. Der Petronas-Yamaha-Pilot setzte die erste Bestzeit des MotoGP-Wochenendes in Assen und ist mit 1:33,909 Minuten um 0,077 Sekunden schneller als Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales. Das erste Training wurde allerdings von mehreren Stürzen überschattet.

Den größten Schreck-Moment musste Danilo Petrucci (Ducati) verkraften, als er nach einer Viertelstunde in Kurve 14 spektakulär per Highsider von seiner GP19 abgeworfen wurde. Die Ursache für den Crash ist noch unklar. „Er hat nicht einmal gepusht“, rätselt Davide Tardozzi bei ‚MotoGP.com‘. Glück im Unglück: Er verletzte sich dabei nicht und konnte in den Schlussminuten auf seinem zweiten Bike noch einmal auf die Strecke gehen.

Auf den letzten Drücker verbesserte sich der Italiener sogar noch einmal und schob sich mit 0,260 Sekunden Rückstand bis auf Rang drei nach vorne. Größere Sorgen muss man sich offenbar um Jorge Lorenzo machen. Gut fünf Minuten vor Ende zerlegte es seine Honda in Kurve 7 bei einem Sturz über das Vorderrad. Auch Lorenzo selbst wirkte anschließend ziemlich mitgenommen.

Wochenende für Lorenzo schon vorbei?

Seine Session war mit dem Crash beendet, und er musste anschließend ins Medical Center gebracht werden. Sollte er sich eine Gehirnerschütterung zugezogen haben, könnte sein Wochenende bereits beendet sein. Zuvor arbeiteten er und Honda weiter daran, die RC213V besser an die Bedürfnisse des Spaniers anzupassen. Die Japaner brachten viele neue Teile mit.

Unter anderem bekam Lorenzo eine neue aerodynamische Verkleidung und eine zusätzliche Unterstützung für seine Knie beim Bremsen. Außerdem war eines seiner Bikes mit dem neuen Chassis mit Carbon-Verstärkungen ausgerüstet. Die Session beendete er mit 1,752 Sekunden Rückstand als 18., weil er nach seinem Crash keine Zeitattacke mehr starten konnte.

Teamkollege Marc Marquez (+0,613 Sekunden) landete auf Platz sechs – und damit noch eine Position hinter LCR-Honda-Pilot Takaaki Nakagami (+0,532). Der Japaner hatte zuvor nach gerade einmal fünf der insgesamt 45 Minuten in FT1 den ersten Sturz des Tages fabriziert. „Vielleicht lag noch nicht genug Gummi auf der Strecke“, wundert sich Teamchef Lucio Cecchinello über den frühen Crash auf dem weichen Vorderreifen.

Rossi und Dovizioso mit Rückstand

Auch Nakagami verletzte sich glücklicherweise nicht und beendete die Session letztendlich auf Platz fünf. Er verlor aber viel Zeit. 20 Minuten vor Ende musste auch noch Aleix Espargaro (Aprilia) einen Crash in Kurve 5 verkraften. Doppelt bitter: Der Spanier ging nach seinem Crash in Barcelona bereits angeschlagen ins Wochenende. Er biss die Zähne aber zusammen und ging kurz nach seinem Crash direkt wieder auf die Strecke.

Er wurde am Ende mit 1,012 Sekunden Rückstand 14. Rang vier ging derweil an Alex Rins (Suzuki/+0,514), die Top 10 komplettierten Cal Crutchlow (LCR-Honda/+0,680), Karel Abraham (Avintia-Ducati/+0,687), Pol Espargaro (KTM/+0,750) und Jack Miller (Pramac-Ducati/+0,765) auf den Positionen sieben bis zehn. Die Platzierungen sind allerdings wie immer mit großer Vorsicht zu genießen.

Andrea Dovizioso (Ducati/+0,847) wurde beispielsweise nur 13. und landete damit einen Platz hinter Valentino Rossi (Yamaha/+0,837), der zu Beginn offenbar technische Probleme hatte. Er stand lange an der Box und setzte in den ersten 15 Minuten keine Zeit. Er griff erst mit Verzögerung in die Session ein und lag zunächst lange auf dem 21. und effektiv letzten Platz. Erst in der Schlussphase gelang dem „Doctor“ ein Schritt nach vorne.

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