Danilo Petrucci beendet den Trainings-Freitag in Jerez als Schnellster: Ducati-Doppelführung am Nachmittag – späte rote Flagge nach zwei Stürzen.

Ducati-Pilot Danilo Petrucci macht Marc Marquez (Honda) im 2. Freien Training von Jerez die Spitzenposition streitig und ist mit einer Bestzeit von 1:37.909 Minuten schnellster Mann am Freitag. Sein Teamkollege Andrea Dovizioso belegt am Nachmittag Platz zwei vor Cal Crutchlow (LCR-Honda). Marquez wird Vierter der Session.

Mit einer Asphalttemperatur von 45 Grad war es deutlich wärmer als am Morgen. Das hielt die MotoGP-Piloten aber nicht davon ab, die 45 Minuten intensiv zu nutzen. Schließlich ist anzunehmen, dass das Rennen am Sonntag unter ähnlichen Bedingungen stattfindet, da es zur selben Zeit stattfinden wird wie das zweite Training.

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Wie schon am Morgen nahm Weltmeister Marquez gleich zu Beginn der Session den Spitzenplatz ein. Interessanterweise war der Spanier diesmal nicht mit dem harten, sondern mit dem weichen Hinterreifen unterwegs. Auch darauf konnte der Honda-Pilot aus dem Stand schnelle Rundenzeiten fahren und die Führung übernehmen.

Mehrere Teams testen Hinterrad-Flügel à la Ducati

Anders als sein Teamkollege Lorenzo hatte Marquez in diesem ersten Run keinen Hinterrad-Flügel montiert. Dafür durfte Lorenzo das Bauteil erstmals testen. Daneben Rossi rückte mit dem Flügel aus, nachdem er damit schon gegen Ende des ersten Trainings unterwegs war. Auch die Aprilia-Piloten testeten eine ähnliche Lösung.

Früh im Training kam es zu zwei Stürzen bei KTM: Hafizh Syahrin ging in Kurve 5 zu Boden. Der Tech-3-Pilot musste auf einer Trage weggebracht werden. Kurz darauf stürzte Markenkollege Johann Zarco aus dem Werksteam. Ihn erwischte es in Kurve 2. Für den Franzosen war es bereits der zweite Sturz an dem noch jungen Wochenende in Jerez.

Im Hinblick auf die Zeiten tat sich im ersten Run nicht viel. Im Spitzenfeld konnte sich einzig Ducati-Pilot Danilo Petrucci steigern und nahm damit Platz zwei hinter Marquez ein. Weit weg von der Spitze war hingegen noch immer Rossi. Trotz persönlicher Verbesserung rangierte der Yamaha-Fahrer zur Halbzeit nur auf Platz 16.

Rossi steigert sich, aber verfehlt die Top 10

Auch sein Teamkollege Maverick Vinales hatte zu diesem Zeitpunkt mit der Strecke und einem großen Rückstand auf die Spitze zu kämpfen. Bei den höheren Temperaturen schien er deutlich schlechter zurechtzukommen als noch am Morgen, als er das Training an dritter Stelle beendete. Nun war er eine ganze Sekunde langsamer.

Mit frischen Medium-Reifen verbesserte sich Rossi im zweiten Run dann auf Platz sieben und schaffte zum ersten Mal den Sprung in die Top 10 dieser Session. Allerdings reichte es in der kombinierten Zeitenliste nicht für die besten Zehn, da das zweite Training noch immer langsamer war als die erste Session des Tages.

Viele Fahrer testeten ihre Pace auf verschiedenen Reifenkombinationen und arbeiteten an der Abstimmung für das Rennen. Erst in den letzten Minuten ging das Feld noch einmal auf Zeitenjagd, um sich einen Platz in den Top 10 zu sichern. Ein Achtungszeichen setzte dabei Wildcard-Starter Stefan Bradl, der in Jerez eine Honda pilotiert.

Rote Flagge sorgt für späte Unterbrechung

Der Deutsche kämpfte sich kurzfristig auf Platz drei vor, wurde aber schnell wieder verdrängt. Mehrere Fahrer verzeichneten in der Schlussphase rote Sektorenzeiten. Das Ducati-Duo Petrucci und Dovizioso hatte gerade die Spitze übernommen, als die rote Flagge geschwenkt wurde. Der Grund waren zwei Stürze in Kurve 5.

Während Karel Abraham (Avintia-Ducati) auf der Innenseite die Kontrolle verlor, rutsche Aprilia-Testfahrer Bradley Smith kurz dahinter nach außen weg. Wegen Trümmerteilen und Schmutz auf der Strecke wurde die Session zur Sicherheit aller unterbrochen, sollte für die letzten zweieinhalb Minuten aber fortgesetzt werden.

Zu merklichen Verschiebungen im Klassement kam es aber nicht mehr. Petrucci behielt die Spitze vor Dovizioso, der nicht noch einmal auf die Strecke ging. Marquez steigerte sich nicht mehr und beendete das Training hinter Crutchlow auf Rang vier. Allerdings hatte der Spanier zum Schluss vorne und hinten den harten Reifen montiert.

Suzuki mit Problemen im 2. Training

Dahinter kämpfte sich Vinales noch auf Rang fünf nach vorn. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) wurde wie schon am Morgen Sechster. Honda-Testpilot beeindruckte am Ende mit einem starken siebten Platz vor Takaaki Nakagami (LCR-Honda), Jorge Lorenzo (Honda) und Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati), der die Top 10 abrundet.

Zu einem späten Sturz kam es bei Suzuki-Pilot Joan Mir, der plötzlich geradeaus fuhr. Offenbar hatte der MotoGP-Rookie ein Bremsproblem, konnte aber rechtzeitig abspringen. Insgesamt lief das zweite Training für Suzuki nicht gut. Austin-Sieger Alex Rins kam nicht über Rang 16 hinaus, Mir beendete die Session als Siebzehnter.

Yamaha-Pilot Rossi blieb auf Platz 14 hängen. Seinen Rückstand konnte er auf 0,772 Sekunden reduzieren. Insgesamt lag das Feld nah zusammen, mit 18 Fahrern innerhalb einer Sekunde. Ähnlich eng geht es im Gesamtklassement zu, allerdings mit leicht veränderter Reihenfolge, da sich nur etwa die Hälfte des Feldes steigern konnte.

So belegt Marquez in der kombinierten Zeitenliste den zweiten Platz hinter Petrucci, und das mit nur 12 Tausendstel Rückstand. Dahinter folgen Dovizioso, Lorenzo und Crutchlow. Die zweite Hälfte der Top 10 besteht aus Vinales, Nakagami, Quartararo, Bradl und Jack Miller (Pramac-Ducati). Sie alle wären derzeit direkt in Q2.

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