In einem engen dritten Training erobert Danilo Petrucci mit neuem Rundenrekord die Spitze – Valentino Rossi und Maverick Vinales schaffen es nicht direkt in Q2

Wie schon am Freitag hat sich Ducati-Pilot Danilo Petrucci auch im dritten Freien Training gegen Marc Marquez (Honda) durchgesetzt. Der Italiener stellte mit einer Zeit von 1:37.909 Minuten einen neuen Rundenrekord auf. Unter dem alten Wert lagen insgesamt 14 Fahrer, was zeigt, wie umkämpft diese Session in Jerez war .

Besonders stark präsentierte sich auf Platz drei MotoGP-Rookie Fabio Quartararo, der bester Yamaha-Fahrer wurde. Die beiden Werkspiloten schafften es hingegen nicht unter die Top 10. Sowohl Valentino Rossi als auch Maverick Vinales müssen deshalb in Q1 um die zwei letzten Plätze für das zweite Qualifying kämpfen.

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

Die Temperaturen waren im FT3 mit 17 Grad Luft- und 21 Grad Asphalttemperatur deutlich kühler als zuletzt. Statt Sonnenschein gab es reichlich Wolken, blieb aber trocken. Das war vor allem für jene MotoGP-Piloten wichtig, die es im Gesamtklassement bisher nicht in die Top 10 geschafft hatten, darunter Rossi und auch Alex Rins.

Rins fühlt sich durch Lorenzo behindert

Letzterer hatte gestern angekündigt, mit dem weichen Reifen am Samstag angreifen zu wollen, um eine schnelle Runde zu fahren. Und er ließ seinen Worten gleich zu Beginn des dritten Trainings Taten folgen, fuhr eine Bestzeit nach der anderen und katapultierte sich damit vorläufig in Q2.

Der Suzuki-Pilot war jedoch auch einer der wenigen, der die Session auf den Soft-Reifen begann. Die Mehrheit entschied sich für den Medium-Reifen vorne und hinten. Marquez, Andrea Dovizioso und auch Stefan Bradl waren indes mit der Kombination medium/hard unterwegs. Was Rins‘ Führung wert war, musste sich also erst noch zeigen.

Marquez war jedenfalls auf seiner sechsten Runde mit dem harten Hinterreifen in der Lage, die Spitze mit der bisher schnellsten Zeit dieses MotoGP-Wochenendes zu übernehmen. Rins ärgerte sich auf der Strecke derweil über Jorge Lorenzo, der auf der Ideallinie herumcruiste und dem Suzuki-Piloten deshalb im Weg stand.

Crutchlow-Crash sorgt für rote Flagge

Auch Rossi konnte seine Zeit im ersten Run verbessern und schob sich mit den Medium-Reifen in die Top 10. Allerdings hatten sich viele Piloten im Spitzenfeld im Vergleich zum Vortag noch nicht gesteigert. So auch Yamaha-Teamkollege Vinales, der trotz weicher Reifen keine Runde fertig brachte, die schnell genug war.

Für den ersten Sturz des Trainings sorgte zur Halbzeit LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow, der in Kurve 9 auf den Randsteinen ausrutschte. Er schien sich nicht verletzt zu haben, musste aber zurück an die Box. So verlor er wertvolle Zeit, die der Rest des Feldes zur Arbeit am Set-up und mit den Reifen nutzen konnte – allerdings nicht lange.

Weil der Air-Fence durch den Einschlag von Crutchlows Honda beschädigt worden war, entschied sich für Rennleitung kurze Zeit später für eine rote Flagge. Das Training wurde bei noch 17 Minuten auf der Uhr unterbrochen. Unterdessen erklärte Crutchlows Teamchef Lucio Cecchinello, wie es zum Sturz seines Fahrers kam.

Extrem enge Zeitabstände im MotoGP-Feld

„Er hatte frische Reifen aufgezogen und fing an zu pushen. Dann berührte er leicht die weiße Linie, und in Kombination mit der Luftfeuchtigkeit und den Temperaturen verlor er die Kontrolle über das Vorderrad und stürzte“, sagte Cecchinello im Gespräch mit ‚MotoGP.com‘. Er konnte bestätigen, dass sich Cruchtlow dabei nicht verletzte.

Als das Training wieder aufgenommen wurde, war es Lorenzo, der sich mit dem weichen Hinterreifen und einer neuen Bestzeit an die Spitze setzte. Allerdings packten jetzt auch die anderen rote Sektorenzeiten aus, sodass Lorenzo auf einen Schlag von Takaaki Nakagami, Quartararo und schließlich Petrucci verdrängt wurde.

Weltmeister Marquez griff zu diesem Zeitpunkt noch nicht an. Er hob sich seine Attacke für die letzten Minuten auf und rückte dafür wie die meisten mit frischen Reifen (medium/soft) aus. Die Führung wechselte daraufhin mehrfach. Der alte Rundenrekord in Jerez war da schon längst gefallen, das Feld lag extrem eng zusammen.

Rossi verpasst Top-10-Platz nur knapp

Am Ende konnte sich Petrucci wie schon im zweiten Training am Freitag durchsetzen. Er fuhr die einzige 1:36er-Zeit und bootete damit erneut Marquez aus. Quartararo kämpfte sich sensationell auf den dritten Platz und schmiss damit ausgerechnet Yamaha-Star Rossi aus den Top 10, der deshalb den Umweg über Q1 gehen muss.

Hinter Dovizioso auf Platz vier gewann Joan Mir das teaminterne Suzuki-Duell mit Rins. Auf den Rängen sieben und acht folgen mit Nakagami und Crutchlow ebenfalls zwei Teamkollegen. Die Top 10 komplettieren Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) und Lorenzo, der um den direkten Q2-Einzug noch ganz schön zittern musste.

Rossi fehlten letztlich 41 Tausendstel auf Lorenzo. Auch Jack Miller (Pramac-Ducati) und Pol Espargaro (KTM) verpassten die Top 10 auf den Plätzen zwölf und 13 nur knapp. Insgesamt lagen 16 Fahrer innerhalb einer Sekunde. Vinales hatte auf Platz 15 0,704 Sekunden Rückstand, Bradl als Sechszehnter gut neun Zehntel.

Yamaha, KTM und Aprilia kämpfen in Q1

Wer das Rennen in Q1 machen wird, ist daher schwer vorherzusagen. Mit beiden Werksyamahas ist es jedenfalls prominent besetzt. Auch alle KTM-Piloten und die Aprilia-Fahrer samt Wildcard-Starter Bradley Smith kämpfen dann noch einmal um die Plätze. Vorher wird das vierte Freie Training gefahren, das um 13:30 Uhr startet.

Direkt qualifiziert für Q2 sind:

Danilo Petrucci (Ducati) Marc Marquez (Honda) Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) Andrea Dovizioso (Ducati) Joan Mir (Suzuki) Alex Rins (Suzuki) Takaaki Nakagami (LCR-Honda) Cal Crutchlow (LCR-Honda) Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) Jorge Lorenzo (Honda)

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