Valentino Rossi ist mit seinen 40 Jahren der älteste Pilot im aktuellen MotoGP-Feld. Wie der Italiener zu seinem Alter steht und über einen möglichen Rücktritt denkt.

In dieser MotoGP-Saison musste sich Yamaha-Pilot Valentino Rossi bereits wiederholt Fragen zu seinem Alter stellen. Die schwankenden Leistungen bei Yamaha veranlassten so manchen Beobachter dazu, die Fitness des 40-Jährigen als Teilgrund dafür zu sehen. Schließlich sind Rossis Gegner mitunter bis zu 20 Jahre jünger als er.

Im Interview mit dem italienischen Sender Radio Rai bekräftigt Rossi: „Ich bin glücklich, weil ich körperlich und geistig in Form bin. Und das ist das Wichtigste. Natürlich, wenn man 20, aber auch 30 ist, sehen die 40-Jährigen für einen alt aus. Und am Ende ist es auch ein bisschen wahr.“

„Außerdem bin ich sehr alt für meine Arbeit, die auch meine Leidenschaft ist. Aber das Leben mit 40 ist in Ordnung“, sagt der MotoGP-Pilot weiter. In diesem Jahr fährt er seine 24. Saison in der Motorrad-WM, seine 20. in der Königsklasse. Zweimal stand er auf dem Podest, kam dann aber mit Blick auf die Ergebnisse ins Straucheln.

Rückblick auf das Spielberg-Wochenende

Wie würde die MotoGP ohne Valentino Rossi weitergehen?

Rasch wurden Rücktrittsgerüchte laut, die Rossi jedoch vehement abwiegelte. Er werde seinen Vertrag mit Yamaha bis einschließlich 2020 erfüllen. Was dann folgt, ist noch offen. Sollte er seine aktive Fahrerkarriere dann an den Nagel hängen, wäre das ein harter Einschnitt für die MotoGP.

Doch Rossi ist überzeugt: „Meiner Meinung nach werden die meisten die Rennen weiter verfolgen, wenn ich aufhöre. Aber sie werden andere Fahrer anfeuern. Einige werden hingegen nicht mehr an die Strecke kommen, um die Rennen zu sehen, sondern sie nur von zu Hause aus verfolgen.“

„Aber wir haben auch viele junge italienische Fahrer, die der zukünftige Valentino Rossi werden können. Vielleicht gebe ich ihnen meine Fans“, witzelt der neunfache Weltmeister, der die Zeit an und auf der Rennstrecke noch immer genießen kann. „Nach 20 Jahren zu den Rennen zu kommen, auf der ganzen Welt, das ist das Beste.“

Unterstützung der Fans der größte Schatz seiner Karriere

All die Fans zu sehen, ihre Begeisterung für den Sport und für seine Person: „Das ist das, was am meisten bleibt“, sagt Rossi. „Der Schatz, den ich aus meiner Karriere mitnehme.“ Neben den 115 Siegerpokalen und neun WM-Titeln, die er in vier verschiedenen Klassen erringen konnte.

Gibt es Dinge, die er im Nachhinein bereut? „Glücklicherweise empfinde ich nur aus sportlicher Sicht Bedauern und das ist nach einer so langen Karriere normal. Für mich war der sportliche Teil schon immer sehr wichtig in meinem Leben. Aber zum Glück bereue ich außerhalb dessen, wenn es um die wichtigen Dinge geht, nichts.“