Kenny Roberts Sr. bewertet die areodynamische Entwicklung der MotoGP: Der Ex-Weltmeister findet, dass in dem Bereich noch viel mehr getan werden könnte.

Die Aerodynamik wird in der MotoGP gerne mal zum Zankapfel. Erst zu Beginn der Saison sorgte eine Weiterentwicklung von Ducati für Aufregung. Der italienische Hersteller hatte in Katar vor dem Hinterrad seiner Desmosedici eine Art Flügel montiert, der die Konkurrenz auf die Palme brachte.

Es kam zum Protest, der jedoch scheiterte, sodass neben Ducati nun auch die anderen Teams an entsprechenden Lösungen arbeiten. Honda testete im Training von Austin am Bike von Marc Marquez bereits eine ähnliche Vorrichtung. Aprilia soll an einem privaten Testtag nach dem Rennen ebenfalls daran gearbeitet haben.

Austin: Die Experten-Analyse

Kenny Roberts Sr., dreimaliger Weltmeister in der 500er-Klasse, sieht die Winglets vor dem Hinterrad jedoch nur als Anfang. „Ich liebe es“, kommentiert er die Innovationen im Bereich der Aerodynamik. „Für mich war das schon immer ein Teil des Ganzen. Warum machen wir nicht mehr davon…“

Nach seiner aktiven Rennfahrer-Karriere war Roberts Sr. für einige Jahre mit einem eigenen Team involviert und kennt sich mit der technischen Seite des Sports daher bestens aus. „Ich war meiner Zeit voraus“, sagt er mit Blick auf die Aerodynamik, „aber wir hatten nicht genug Geld, um alles zum Laufen zu bringen.“

„Warum hebt das Hinterrad vom Boden ab?“

So erinnert sich Roberts Sr.: „Wir hatten einen von Lotus designten Dreizylinder, und in Barcelona waren wir damit auf der Geraden zehn Meilen pro Stunde schneller. Aber wir hatten es nicht unter Kontrolle. Und es fehlte das Budget mit Lotus, um herauszufinden, woran das lag.“

„Es war verrückt. Wir saßen da und fragten uns: ‚Warum hebt das Hinterrad vom Boden ab?‘ Niemand wusste es“, erzählt der Dreifach-Champion weiter. Noch seien die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft: „Es steckt so viel dahinter. Meiner Meinung nach haben sie nur an der Oberfläche gekratzt.“

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